Altfeld

Jugendraum Altfeld: Entscheidung noch vor der Sommerpause

Abermals diskutierte der Stadtrat über die Umbau-Pläne von Milchhäusle und Lagerraum. Doch: Was soll eigentlich insgesamt mit dem Gebäude geschehen?
Kein Prachtstück: Bei den Umbaumaßnahmen rund um den Jugendraum im Altfelder Milchhäusle (Vorbau auf der rechten Seite) soll auch die Fassade des Gesamtgebäudes gemacht werden. Das Bild zeigt die Lagerhalle im hinteren Teil des Gebäudes.   Foto: Laura Brönner

Der Jugendraum im Milchhäusle in Altfeld ist in keinem guten Zustand. Steckdosen funktionieren nur, wenn die Raumtemperatur maximal 15 Grad beträgt. Durch die Löcher in der Decke ist es im Winter sehr kalt und die Fliesen an den Wänden lassen den Raum wie ein Schlachthaus aussehen. So wurde die Situation im Jugendtreff dem Bauausschuss bei einem Vor-Ort-Termin im Oktober 2018beschrieben. 

Der Marktheidenfelder Stadtrat diskutierte in der Sitzung am Donnerstag erneut darüber, wie sich der Zustand verbessern lässt. Ausgangslage waren drei Planungs-Varianten, die von Daniela Wagner vom Architekturbüro Wagner aus Marktheidenfeld vorgestellt wurden. Im Haushalt 2019 sind Mittel in Höhe von 125 000 Euro für die Umsetzung der Baumaßnahme vorgesehen. 

Drei Planungsvarianten vorgestellt

Der Jugendraum befindet sich im vorderen Teil des Gebäudes, dem sogenannten Milchhäusle. Außerdem beinhaltet der Bau noch einen städtischen Lagerraum sowie Räume der Raiffeisenbank. Die Vorgaben für die Planer waren: Der Jugendraum soll barrierefrei erreichbar sein, den Schallschutz-Anforderungen entsprechen und eine gewisse Aufenthaltsqualität bieten. 

In Variante eins (siehe Grafik) sieht das Architekturbüro den Jugendraum innen liegend im Lagerbereich vor.  Er hat eine Größe von 33 Quadratmetern und würde von außen durch eine Rampe zugänglich gemacht. Nachteilig wäre, dass er belüftet werden müsse, und dass der hintere Rettungsweg über das bestehende Lager führt. Die Baukosten beliefen sich auf rund 92 000 Euro. 

In Variante zwei liegt der Jugendraum im Lagerbereich sowie im Milchhäusle. Dadurch bietet er rund 79 Quadratmeter Platz. Der barrierefreie Zugang wird durch einen Plattform-Lift ermöglicht. Bei den Rettungswegen bleibt das Lager unberührt. Die Baukosten beliefen sich auf rund 136 000 Euro. 

Variante drei zeigt den Jugendraum autark in Modulbauweise. Auf diese Weise würden 41 Quadratmeter Platz entstehen. Der Raum wäre eigenständig in der Technik und in der Architektur an den Kindergarten angelegt, erläuterte Daniela Wagner. Baukosten: rund 192 000 Euro.

"Haben wir dauerhaft Verwendung für die Lagerfläche?"

Die Planerin erklärte weiterhin, dass das gesamte Gebäude einer Fassaden-Sanierung bedürfe. Auch die Fenster und Türen und die Installationen wie Heizung und Elektrik sind in die Jahre gekommen. Das Gebäude wurde bisher lediglich im Bereich der Raiffeisenbank saniert. Die Kosten sind in der Kostenschätzung nicht berücksichtigt und würden für jede Planungsvariante anfallen. 

Die Frage, was mit dem gesamten Gebäudekomplex passiere, bestimmte auch die nachfolgende Diskussion. "Was wollen wir mit dem Gebäude?", warf Martin Harth (SPD) die Frage auf. "Haben wir dauerhaft Verwendung für die Lagerfläche?" 

Auch Dorfladen oder Café im Gebäude vorstellbar

Dass das Gebäude heruntergekommen wirke und insofern etwas dran gemacht werden müsse, bestätigte auch Helmut Adam (CSU). Vor allem im Vergleich mit dem neuen Generationenpark in unmittelbarer Nähe. In der Sitzung machte der Stadtrat noch einmal die Dringlichkeit deutlich, mit der ein Jugendraum in Altfeld gebraucht werde. Der Bedarf sei auch zukünftig da. "Der Kindergarten ist voll", so Adam.  Renate Schneider (CSU) brachte die Idee eines Café oder Dorfladens mit ein, auch so etwas könne sie sich an der Stelle vorstellen. "Wir müssen etwas für die Jugend tun", betonte ihr Parteikollege Christian Menig. 

Hermann Menig (SPD) sah in Variante drei, der Container-Lösung, die einzig praktikable Lösung. "Da gibt es sicherlich noch Varianten, die günstiger sind", so Menig in der Sitzung. Für Ludwig Keller (fraktionslos) hingegen ist es fraglich, ob das Gebäude besser werde, wenn man ihm noch etwas anfügt. Er plädierte dafür, mit dem Jugendraum nach innen zu gehen und insgesamt etwas an dem Gebäude zu tun.

Entscheidung noch vor der Sommerpause

"Ich tue mich schwer mit der Entscheidung", sagte Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder. An die Jugendlichen, von denen auch einige in der Sitzung anwesend waren, appellierte sie. "Wir wollen diesen Jugendraum. Aber manche Dinge brauchen Zeit."

Allerdings soll das Thema noch vor der Sommerpause entschieden werden. Für Daniela Wagner vom Architekturbüro bedeutet das: Sie bereitet noch einmal eine abgespeckte Variante für die Modulbauweise vor und holt konkrete Berechnungen von Fachplanern ein. 

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