MAIN-SPESSART

"Justi": Ein Podium für junge Talente

Einen beeindruckenden Auftritt beim „Justi“, der Verleihung des Jugendkulturpreises der Jugendstiftung Main-Spessart in Marktheidenfeld, hatten „Sax'n'Two“. Foto: Raymond Roth

Zum sechsten Mal wurde am Samstag der Jugendkulturpreis „Justi“ der Jugendstiftung Main-Spessart verliehen.

Bei erneut gestiegener Teilnehmerzahl wurden in den vier Sparten „Literatur“, „Darstellende Kunst“, „Bildende Kunst“ und „Musik“ in jeweils drei Altersklassen Preise überreicht. Erstmals moderierte Matthias Bielek, der bei einem Sport-TV-Sender tätig ist, zusammen mit Julius Mayer, der in der Jugendarbeit im Landkreis engagiert ist, die Veranstaltung in der voll besetzten Marktheidenfelder Realschul-Aula.

Talk-Runde zur Eröffnung

In der eröffnenden Talk-Runde hoben Landrat Thomas Schiebel in seiner Eigenschaft als Stiftungsvorstand, Peter Schmitt (Gebietsdirektor der Sparkasse Mainfranken) und Elmar Zoepf (Vorsitzender des Rotary-Clubs Lohr-Marktheidenfeld), die für die wichtigsten Förderer sprachen, und Bernhard Metz (Geschäftsführer der Jugendstiftung) die Wichtigkeit der Jugendstiftung hervor. Sie gebe den kreativen Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Talente öffentlich zu präsentieren.

Die ganze Gesellschaft sei zur Förderung aufgefordert, für die Bernhard Metz noch einmal die Möglichkeiten darstellte. Erfreulicherweise sei mit 69 Gruppen bzw. Einzelpersonen in diesem Jahr erneut eine Zunahme von gut 20 Prozent bei den Teilnehmern zu verzeichnen. Man habe, so Metz, diesmal 8700 Euro an die Preisträger ausschütten können.

Zur Preisverleihung, die von einem der Preisträger, dem Ensemble „Sax?n'Two“, musikalisch eröffnet wurde, baten die Moderatoren die ausgezeichneten Jugendlichen auf die Bühne. Sie schilderten gerne, woher sie die Ideen für ihre eingereichten Arbeiten hatten. Die Sieger erhielten neben ihren Preisen auch eine „Justi“-Trophäe aus Glas.

Im Bereich Literatur hob Jurorin Krystyna Kuhn hervor, wie viel Fantasie sie in allen Texten gefunden habe, dass aber auch ein Gefühl für Sprache, ein gutes Gespür für Menschen und viel Humor dazu gehöre. Viele persönliche Texte, mit viel Herzblut geschrieben, zeigten doch, dass Autoren „Einzelkämpfer“ seien, die sich das Schreiben selbst beibringen müssten.

Juror Dr. Frank Eckert sagte, dass etwa zwei Drittel der Beiträge aus dem Raum Lohr gekommen seien, dass ein Werk auf dem Smartphone entstanden sei und dass das längste Manuskript über 400 Seiten umfasst habe. Wie 2015 hätten sich hauptsächlich Mädchen im Bereich Literatur beworben.

Im Bereich der Darstellenden Kunst, zu dem Jurorin Kristina Ackermann die hohe Qualität der Ideen in verschiedenen Bereichen (Film, Video, Szenen, Theater ) hervorhob, war das Balthasar-Neumann-Gymnasium Marktheidenfeld gleich mit drei Beiträgen im Bereich „Theater“ in zwei Altersklassen auf den vorderen Plätzen zu finden. Beeindruckend: „Second Chance“, eine Film-Reportage über die Unterbringung von Flüchtlingen in Karlstadt (1. Platz) durch eine Filmgruppe des Gymnasiums Karlstadt. Das Jugendtheater Spessartgrotte (1. Platz) spielte einige Szenen auf der Bühne. Mehrfach ausgezeichnet wurde in der Altersgruppe 18 bis 25 Jahre Joey Arand: einmal mit einem Video-Clip, dann mit einer Foto-Serie über das einfallsreiche Tragen von Haartüchern durch iranische Frauen.

Für die Bildende Kunst mit der Höchstzahl von 29 Bewerbungen hielt Jurorin Linda Schwarz ein Plädoyer für mehr Farbe und Abwechslung. Sie rief die jungen Menschen auf, mit ihren künstlerischen Werken anzuecken, unbequem zu sein und zu provozieren.

Für den Bereich Musik sprach Rektor Dieter Schanzer, gleichzeitig Hausherr der Veranstaltung. Die Jury hatte eine große Bandbreite zu beurteilen: „Musik von der Klassik bis zur Moderne; schnelle Finger und langer Atem; virtuoser Solo-Vortrag und einfühlsames Zusammenspiel“.

Auf der Bühne stellten einige Preisträger ihre Werke vor: Michael Netrval am Metallophon, Nathalie Weiske mit überwältigend gutem Gesang, der starken Applaus einheimste, und Lewin Krumpschmid, der mittlerweile weit über 200 Eigenkompositionen vorweisen kann. Wieder gab es Talente, die schon mindestens ein zweites Mal bei der Justi-Verleihung dabei waren wie David Vorraber (Klavier) und Konstantin Kobel, der sich der Orgelmusik widmet. Beide waren mit Sonderpreisen bedacht worden.

Gelungene Veranstaltung

Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, gut organisiert und gestaltet, mit feinen künstlerischen Präsentationen auf der Bühne und im Bereich „Darstellende Kunst“ im dafür eigens gestalteten Ausstellungsbereich. Der begehrte „Justi“ wurde 21-mal verliehen – ein neuer Rekord. Peter Schmitt dankte für die Arbeit aller Beteiligten und für die Förderung der vielen Talente. Ans Publikum sagte Schmitt: „Tragen Sie die Eindrücke dieser Veranstaltung hinaus. Wir können mehr Teilnehmer und Preisträger vertragen.“

Die Gewinner 2016 aus den verschiedenen Kunstbereichen und Altersgruppen:

Musik:

Altersgruppe bis 13 Jahren:

Bärbel Klüpfel, Kreuzwertheim (Sonderpreis); Melanie Huf, Retzstadt (3. Preis); Vincent Reusch, Wiesenfeld (2. Preis); David Vorraber, Zellingen (1. Preis); Christopher Väth, Marktheidenfeld; Benedikt Reinfurt, Windheim (3. Preis).

Altersgruppe 14 bis 17 Jahre:

Alexandra Pfeifer, Hafenlohr; Konstantin Kobel, Karlstadt (1. Preis); Elias Voll, Thüngen (2. Preis); Hannah Lena Voll; Michael Huf, Retzstadt; Michael Netrval, Karlstadt (1. Preis); Ilka Fenn, Karlstadt (3. Preis); Nina Marschall, Karlstadt; Petra Breitenbach, Lohr (Sonderpreis).

Altersgruppe 18 bis 26 Jahre:

Katharina Balau, Karlstadt; Nathalie Weiske, Neuhütten (1. Preis); Teresa Walter, Karlstadt (Sonderpreis); Lewin Krumpschmid, Rieneck (1. Preis).

Darstellende Kunst:

Altersgruppe bis 13 Jahren:

Tobias Becker, Karlstadt (1. Platz); Tamara Kurt, Marktheidenfeld (2. Platz); Anna-Sophie Müller, Neubrunn; Christoph Schlensok, Lohr (3. Platz).

Altersgruppe 14 bis 17 Jahre:

Helga Hartmann, Gemünden (1. Platz); Tamara Kurz, Marktheidenfeld (zwei 2. Plätze); Maximilian Fritz, Lohr (3. Platz); Tim Weidner, Lohr.

Altersgruppe 18 bis 26 Jahre:

Joey Arand, Karlstadt (1. Platz); Tanya Palamaryuk, Arnstein (1. Platz).

Literatur:

Altersgruppe bis 13 Jahre:

David Müller, Lohr (Sonderpreis); David Schlensok, Lohr (2. Preis).

Altersgruppe 14 bis 17 Jahre:

Anna-Maria Hartmann, Urspringen (Buchpreis); Freya Krumpschmid, Rieneck (Sonderpreis); Emma Kress, Rodenbach (1. Preis); Johanna Schlenksok, Lohr (3. Preis); Vincent Schmitt, Retzstadt (Buchpreis); Charlotte Nörskau, Lohr (Buchpreis); Alexandra Hahn, Neuhütten (1. Preis); Katja Reinhard, Himmelstadt (3. Preis); Carina Vogel, Steinfeld (1. Preis).

Bildende Kunst

Altersgruppe bis 13 Jahre:

Maria Sanchez Börner, Birkenfeld (Anerkennung 50 Euro); Susanne Rino, Lohr (1. Preis); Vincent Reusch, Wiesenfeld; Kerstin Schwarz, Lohr (1. Preis); Sandra Noack, Lohr (3. Preis).

Altersgruppe 14 bis 17 Jahre:

Julia Czech, Partenstein (Anerkennung); Anke Schäfer, Neuendorf; Chiara Gottschalk, Karlstadt; Isabel Rohm, Karlstadt; Viktoria Fuhr, Lohr (Anerkennung); Lilli Schmelz, Karbach (2. Preis); Jenifer Jendro, Marktheidenfeld; Kerstin Schwarz, Lohr; Janina May, Retzstadt (Anerkennung); Lara Gehrig, Arnstein (1. Platz); Mona Ludwig, Gemünden; Lisa-Marie Ullrich, Lohr (Anerkennung); Tim Aull, Lohr; Sarah Riedmann, Karlstadt.

Altersgruppe 18 bis 23 Jahre:

Valentin Lude, Lohr (3. Preis); Carina Vogel, Steinfeld; Anna Wirthmann, Lohr; Katja Reinhard, Himmelstadt; Joey Arand, Karlstadt (1. Platz); Annika Lotter, Arnstein (Anerkennung); Ariana Siegler, Lohr; Lea Vornwald, Lohr (3. Preis); Linda Ullrich, Neustadt; Uma Nimkar, Esselbach. ay

 

Freude am Tanzen demonstrierte bei der „Justi“-Preisvergabe die Gruppe „Joy of Ballet“. Foto: Raymond Roth

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