Marktheidenfeld

Kamelbaby Jockel ist der Publikumsliebling

Das Rosenmontags-Kamel Jockel ist mittlerweile sehr sicher auf den Beinen und freut sich über Besuch am Gehege auf der Martinswiese in Marktheidenfeld. Foto: Dorothea Fischer

Mit großen dunklen Kulleraugen, gesäumt von langen Wimpern, schaut Jockel die Besucher an. Sein flauschig weißes Fell lädt förmlich zum Ankuscheln ein. Mittlerweile stakst das drei Monate alte Kamel auf sicheren Hufen durch das Gehege. Er gehört zum Circus Barus, der noch bis Sonntag auf der Martinswiese in Marktheidenfeld gastiert. Die Manege kennt Jockel allerdings noch nicht.

Genau genommen ist er ein Trampeltier. Er hat nämlich zwei Höcker. "Schneeweiße Kamele sind sehr selten", sagt Marco Frank, der Direktor des Familienzirkus‘ aus Schwerin. Momentan macht der Hengst einen etwas zerzausten Eindruck. Denn er verliert die langen Haare des Winterfells. Neben den quirligen Ziegen, frechen Ponys und erhabenen ausgewachsenen Kamelen ist er der neue Hingucker des Circus Barus.

Die Geburt des Jungtiers sorgte bei Zirkusdirektor Marco Frank für eine Überraschung. Dass die neunjährige Stute Angaly trächtig war, wusste Frank. Mit der Geburt habe er jedoch erst vier Wochen später gerechnet, erzählt Frank. Dass Jockel beim Gastspiel in Mainz geboren werden sollte, konnte niemand vorhersagen; schon gar nicht, dass er am Rosenmontag um 13 Uhr das Licht der Welt erblicken würde. Jockel ist also ein echtes "Fasenachtskind".

Der Name sollte zum Geburtsort Mainz passen

Für Marco Frank und seine Familie war klar, dass der Name des Jungtiers einen Bezug zu der Geburtsstadt und der Fastnacht haben müsse. Seinen Namen bekam er deshalb nach dem ehemaligen Oberbürgermeister der Narrenhochburg Mainz, Jockel Fuchs.

Zum Circus Barus gehören vier ausgewachsene Kamele. Neugierig beäugen sie die Besucher und recken ihnen ihre Hälse auf d... Foto: Dorothea Fischer

Neben dem kleinen Vierbeiner hält Frank noch vier andere Kamele. Insgesamt gehören zu dem Zirkus etwa 40 Tiere wie Pferde, Hunde, Maultiere, Lamas oder Affen. Das Gelände rund um den Zirkus ist offen, damit jeder die Tiere besuchen kann. "Bei uns kann sich jeder von der guten Haltung der Tiere überzeugen", so Marco Frank.

Der Circus Barus erfülle alle Vorgaben und übertreffe sie in den meisten Fällen. Bei jedem Gastspiel werde man vom Veterinäramt kontrolliert, so sieht es das Gesetz vor. Wer sich informieren möchte, kann mit der Familie Frank ins Gespräch kommen. Sie betreibt den Circus Barus mittlerweile in der achten Generation (gegründet 1812).

Wer den Zirkus besucht, erlebt eine Vorstellung mit liebevoll arrangierten Vorführungen von Marco Frank und seiner Familie, egal ob mit den Artisten, Tierdressuren, bei der Feuershow oder dem zu Streichen aufgelegten Clown Marcello.Der Circus Barus gastiert noch bis Sonntag, 16. Juni, in Marktheidenfeld auf der Martinswiese. Vorstellungen sind noch am Freitag, 14., und Samstag, 15. Juni, jeweils um 16 Uhr, sowie am Sonntag, 16. Juni, um 11 Uhr. Am Freitag ist Kindertag. Pro zahlendem Erwachsenen hat ein Kind freien Eintritt.

Schon jetzt für Streicheleinheiten zu haben

Und wann ist Jockel in der Manege zu sehen? "Jockel ist sehr zutraulich", sagt Marco Frank. Er wird ihn langsam an die Aufgaben eines Zirkustiers heranführen. Er müsse sich an drei Dinge gewöhnen: Publikum, Musik und Beleuchtung. Schon jetzt kommen Menschen an sein Gehege, um ihn zu sehen, ihm Futter zu geben und ihn zu streicheln. Auch die Zirkusmusik, die während der Proben und Vorführungen aus dem Zelt schallt, hat er schon oft gehört. Marco Frank erklärt, dass das Gehege immer etwas näher am Hauptzelt aufgebaut werde, um das Tier an die Musik zu gewöhnen.

Vermutlich in der Sommerpause geht es für Jockel zum ersten Mal in die Manege. Wenn er dort seine Rüben bekommt, werde er sich wohlfühlen, so Frank. Dann darf er mit den großen Tieren eine Parade einüben. Seinen ersten Auftritt vor Publikum wird Jockel vermutlich im Februar 2020 haben – nämlich dann, wenn der Circus Barus zu Fasching wieder in Mainz gastieren wird.

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