Gemünden

Kein Schutzschirm für Kaffee- und Kakaobauern im Süden

Ob mit oder ohne Mundschutz – durch die Wiederaufnahme des Verkaufs im Esperanza-Weltladen, hier mit Karin Roth hinter der Theke, haben auch die Produzenten in den Ländern des Südens wieder einen sicheren Absatz ihrer Waren.
Ob mit oder ohne Mundschutz – durch die Wiederaufnahme des Verkaufs im Esperanza-Weltladen, hier mit Karin Roth hinter der Theke, haben auch die Produzenten in den Ländern des Südens wieder einen sicheren Absatz ihrer Waren. Foto: Wolgang Fella

In diesen Tagen, in denen viel über Rettungsmaßnahmen für die Wirtschaft auf regionaler, nationaler bis hin zur europäischen Ebene zu lesen ist, da geraten viele Menschen in den ärmeren Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas aus dem Blick. Dort gibt es nahezu keine Corona-Hilfen des Staates oder Rettungsschirme für ganze Wirtschaftszweige, geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Auch wenn der Virus noch nicht alle entlegenen Regionen der Erde erreicht hat, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch in diesen Gebieten die Infektionszahlen steigen werden. Viele Staaten haben bereits Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen oder Schulschließungen umgesetzt. Doch anders als in reichen Ländern, haben solche Maßnahmen direkte Auswirkungen auf die Versorgungssituation der Betroffenen. In vielen Volkswirtschaften lebt ein hoher Anteil der Bevölkerung von dem, was sie am Tag verdient. Wenn der Job oder die Einnahmequelle wegfällt, fängt sie kein soziales Sicherungssystem auf.

Handelspartner haben Probleme

Auch von den Handelspartnern, von denen der Esperanza-Weltladen in Gemünden seine Waren bezieht, kommen besorgniserregende Nachrichten über die Fairhandels-Organisationen an. Von eingeschränkten Arbeitszeiten in Kaffeeaufbereitungsanlagen ist da die Rede oder geschlossenen Grenzen, die den Export von Waren verhindert.

Ein Handelspartner von den Philippinen, von denen der Weltladen seinen Zucker bezieht, schickt Berichte, dass man sich in einer Allianz mit anderen Organisationen zur Bekämpfung der Covid 19-Erkrankung zusammengeschlossen hat, um die Bevölkerung zu informieren und arbeitslose Menschen mit Lebensmittelpaketen zu versorgen oder selbst Gesichtsmasken herzustellen.

Weltladen ist wieder geöffnet

Auch der Gemündener Weltladen hatte am 18. März wie die meisten innerstädtischen Läden den Ladenbetrieb eingestellt, auch wenn man als überwiegendes Lebensmittelgeschäft weiterhin hätte öffnen können. Aber aus Rücksicht gegenüber dem ausschließlich ehrenamtlichen und älteren Verkaufspersonal unter den Aktiven hatte sich der Vorstand entschieden, den Laden erst einmal zu schließen.

Seit Anfang April ist der Weltladen nun wieder dreimal die Woche am Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Zum Schutz der Kunden und des Personals hat man einige Änderungen vorgenommen. So soll nur ein Kunde gleichzeitig im Laden sein und auf der Theke steht zusätzlich eine Plexiglasscheibe.

Weltladen erhält Provision

Weil hier alle ehrenamtlich arbeiten, haben in der Phase der Schließung keine Personalkosten belastet, allenfalls die Ladenmiete, so meldet der ebenfalls ehrenamtliche Vorstand des Eine-Welt-Vereins. Aber mit jedem Tag, an dem keine Waren aus dem Fairen Handel verkauft werden, verschärft sich die Situation für die Produzenten in den Ländern des Südens und auch für die Organisationen, von denen die Waren geliefert werden. Deshalb ist man froh, nun wieder beschränkt geöffnet zu haben, was durch die Bevölkerung in Gemünden auch gut angenommen wird.

Weitere Möglichkeiten, an ein breites Sortiment fairer Lebensmittel und Kunsthandwerk zu gelangen, bietet die aktion #fairsorgung der deutschen Weltladenbewegung. Unter www.aktion-fairsorgung.de können Kunden bei unterschiedlichen Fair-Handels-Lieferanten online direkt bestellen und dabei den "Weltladen Esperanza Gemünden" angeben, dann erhält der Gemündener Laden auch noch eine Provision für seine eigene Arbeit.

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