STETTEN

„Keine versteckte Gebietsreform“

Verbundene Kommunen: Zu einem Informationsabend über Möglichkeiten der gemeinsamen Entwicklung trafen sich in der Stette... Foto: GÜNTER ROTH

Nach den Vorstellungen des Amts für ländliche Entwicklung (ALE) könnten sich die Gemeinden Arnstein, Thüngen, Karlstadt mit dem Ortsteil Stetten sowie Eußenheim und Gössenheim zu einer interkommunalen Allianz „ILE Unteres Werntal“ vereinigen und gemeinsam Projekte anpacken. Eine mögliche Vereinigung würde fast 30 000 Menschen umfassen, wobei Karlstadt mit 15 000 knapp die Hälfte ausmacht.

Bei einem Strategieseminar trafen sich im Januar drei bis vier Vertreter pro Gemeinde zu einem ersten Gedankenaustausch, um grundlegende Eckpunkte festzulegen. Bei der gemeinsamen Informationsveranstaltung mit den Stadt- beziehungsweise Gemeinderäten in der Stettener Mehrzweckhalle stellte je ein Sprecher der beteiligten Gemeinden einen besonderen Schwerpunkt vor.

Trotz mancher gegensätzlicher Voraussetzungen verbindet die fünf Gemeinden im unteren Werntal eine Vielzahl von ähnlichen Strukturen in Geografie, Geschichte, Kultur und Brauchtum. Einige Kommunen unterhalten gemeinsame Schulen, sind in der Trinkwasserversorgung verbunden und haben Probleme mit Bevölkerungsschwund und Leerständen wegen des demografischen Wandels. Auch die Belastung durch den Transitverkehr verbindet die Mehrzahl der Ortschaften, während auf der anderen Seite das Nahverkehrsnetz als absolut unzureichend empfunden wird.

Mängel bei der Versorgung

In den kleineren Dörfern gibt es nicht selten ernste Versorgungsmängel mit Geschäften und Ärzten. Da könnte eine Zusammenarbeit brauchbare Lösungen erbringen. Im kulturellen Bereich sahen die Seminarteilnehmer Chancen in einem gemeinsamen Marketing. Dabei könnten ein einheitliches Logo, ein Internetauftritt und ein Flyer entwickelt werden.

Durch die Erfassung von Sehenswürdigkeiten, Wander- und Radwegen sowie die Förderung von Bewirtungen, Übernachtungen und der Werntalspezialitäten Wein und Bier könnten sich neue Möglichkeiten auftun.

Zum Thema Demografie will man sich um den Erhalt von Ortskernen und der Dorfstrukturen kümmern, Ortskerne beleben und Perspektiven für junge Generationen schaffen. Eine bessere Lebensqualität für Senioren sowie der Erhalt der Mobilität und des Bürgerengagements könnten auch Anliegen sein. Bei der Versammlung in Stetten wurde auch deutlich, dass die Gemeinden trotz ihrer Zusammenarbeit grundsätzlich in ihrer eigenen Entscheidungsbefugnis unberührt und weiterhin „Herr der Prozesse“ sein werden. „Das ist keine versteckte Gebietsreform“, versicherte der Baudirektor Jürgen Eisentraut.

Gemeinsam auf den Weg machen

Wie geht es nun weiter mit einer möglichen ILE Unteres Werntal? In den nächsten Tagen werden sich die betroffenen Gemeindeparlamente mit dem Thema beschäftigen und die entsprechenden Beschlüsse fassen. Danach erfolgen die Ausschreibungen durch die Gemeinden und die Erstellung eines Konzepts unter Mithilfe eines Planungsbüros.

Als gastgebender Bürgermeister des Informationstreffens forderte Paul Kruck (Karlstadt) die anwesenden Kollegen und Räte auf, sich in der Sache gemeinsam auf den Weg zu machen.

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