LOHR

Keramikkunst: Beruf und Leidenschaft

Elisabeth Reusch-Heidenfelder ist Keramikmeisterin. Nur mit Gebrauchsgegenständen wie Tassen, Teller und Schüsseln kann sie nicht überleben. Daher fertigt sie kunstvolle Gegenstände aus Ton. Foto: Klaus Gimmler

Die Leidenschaft für ihren Beruf hat Keramikmeisterin Elisabeth Reusch-Heidenfelder nicht verloren. „Es macht mir Freude, Dinge aus Ton zu schaffen“, sagt sie, während sie ein kugelförmiges Gefäß auf der Töpferscheibe mit den Fingern modelliert. Dieses kann als Schüssel verwendet werden, in die man beispielsweise Äpfel füllt, oder man stellt es als Schmuckstück in ein Regal. Reine Gebrauchskeramik wie Tassen und Teller macht Reusch-Heidenfelder auch, aber überleben könne sie damit nicht, sagt sie. Daher habe sie sich schon seit vielen Jahren der kunstvollen Keramik zugewandt.

Kunstvolle Gefäße und Blütengebilde

Das sieht man ihrer Werkstatt im Seeweg 17 in Lohr auch an. Diese ist mehr Atelier als Verkaufsraum. Dort präsentiert Reusch-Heidenfelder ihre Tonskulpturen, Vasen, kunstvollen Gefäße, Blütengebilde – alles in Ton. Die meisten ihrer Kunstwerke hat sie mit der Hand modelliert. Dann wurden sie im 1300 Grad heißen Ofen gebrannt.

„Ich will weg von der reinen Funktion“, sagt die Künstlerin, denn wer vor allem auf den Gebrauch eines Gegenstandes Wert legt, der bekommt diesen als Industrieware deutlich billiger. Ausgestellt in ihrem Atelier sind daher unter anderem Skulpturen, die an welkende Blüten erinnern, kunstvoll modellierte Gefäße, bemalt mit Fäden, die vor dem Brennen in eine Glasur eingetaucht wurden, „damit der Zufall eine Chance hat“, wie sie sagt. Auch diese Werke können als Vase, als Behälter für Stifte oder Briefe genutzt werden, oder man lässt sie so wie sie sind.

Handwerk im Wandel

Ja, ihr Handwerk ist einem Wandel unterworfen. Allein mit klassischer Töpferware wie Tassen, Teller und Schüsseln könne ein Keramiker nicht überleben. Dies sei noch Mitte der 1970er Jahre anders gewesen, als sie in einer Werkstatt bei Gemünden ihre Lehre begonnen hat. Damals war der Töpfer noch ein Modeberuf. „Selbstverwirklichung beim Töpfern – damit hatte ich aber nichts zu tun“, lacht Reusch-Heidenfelder. Nein, der erste Kontakt mit Ton habe sich gut angefühlt. Daher ist sie bei diesem Beruf geblieben.

Es folgte nach dem Abschluss der Lehre die Meisterprüfung an der Fachschule für Keramik-Gestaltung in Höhr-Grenzhausen (Rheinland-Pfalz) und dann die erste Werkstatt in Sackenbach. Seit 1994 hat sie ihr Atelier in Lohr im Seeweg 17. Dort hatte sie eine abbruchreife Hütte zum Atelier umgebaut.

Ausstellungseröffnung am Sonntag

Am Sonntag, 25. November, wird dort zwischen 14 und 18 Uhr eine Ausstellung eröffnet. Zu sehen sind Werke der Künstler Daniele Grillo (Malerei), Hartwig Kolb (Malerei), Mario Sanden (Aquarelle, Schnitzwerk) sowie Anja Jung (Malerei) bis Samstag, 5. Januar. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis18 Uhr sowie Samstag von 10 bis 16 Uhr.

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