KARLBURG

Kleine Lösung beim Ehrenfels-Gelände

Auf diesem Grundstück in Karlburg soll Wohnbebauung entstehen. Vom früher geplanten Zukauf eines weiteren, kleineren Teilstücks hat die Stadt offenbar Abstand genommen.
Auf diesem Grundstück in Karlburg soll Wohnbebauung entstehen. Vom früher geplanten Zukauf eines weiteren, kleineren Teilstücks hat die Stadt offenbar Abstand genommen. Foto: Markus Rill

Erst gute Nachrichten, dann eine Überraschung in Sachen Ehrenfels-Gelände. Das Gesundheitsamt gibt das bereits im Eigentum der Stadt befindliche Grundstück in Karlburg zur Bebauung frei. Die Pläne zum Zukauf eines angrenzenden, kleineren Grundstücks gibt die Stadt jedoch auf. Dies teilte Bürgermeister Paul Kruck am Montag auf Anfrage der Redaktion mit.

In der Stadtratssitzung am Donnerstag informierte Kruck das Gremium über die Mitteilung des Gesundheitsamts zum fraglichen Grundstück nach Analyse der dort entnommenen Boden- und Grundwasserproben. „Der Verdacht einer schädlichen Bodenveränderung hat sich nicht bestätigt. Weitere Maßnahmen werden für dieses Grundstück nicht für erforderlich gehalten“, lautet die von der Pressestelle des Landratsamts an die Presse übermittelte Kurzversion.

Dem Bürgermeister und den Stadträten lag eine detailliertere Stellungnahme vor, die die Analyse des Bodenaushubs beim späteren Hausbau empfiehlt – aber nicht vorschreibt. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Aber die Stadt wird diese Kosten übernehmen“, versprach Kruck.

Flurnummern 599 und 605

Überhaupt nicht zur Sprache kam in der Sitzung aber das zweite Teilstück, das noch immer der Firma Ehrenfels gehört. Bisher war stets die Rede davon, dass die Stadt einen Abschnitt dieses kleineren Teilstücks – Flurnummer 605 – auch erwerben wollte. Als Bauamtsleiter Marco Amrhein zwei mögliche Bebauungsvarianten des Karlburger Geländes auflegte – die Pläne sollen der Presse erst nach der Besprechung im Bauausschuss zur Verfügung gestellt werden –, war das kleinere Teilstück jedoch nicht in die Planung einbezogen.

„Wir warten seit November 2016 darauf, dass auch das andere Grundstück verkauft werden kann“, sagt Dieter Ehrenfels, Geschäftsführer der Ehrenfels Isoliertüren GmbH. Eine offizielle Absage der Stadt habe er nicht erhalten. „Wir sind in Vorleistung gegangen und haben Gebäude abgerissen, weil die Stadt das Grundstück kaufen wollte.“

Es habe 2015 bereits einen Vertrag über den Kauf des gesamten Grundstücks gegeben. Dieser sei auf Wunsch der Stadt geändert worden, deshalb wurde erst das größere Teilstück – Flurnummer 599 – an die Stadt verkauft. Da die Analyse des angrenzenden großen Grundstücks keine Verunreinigung ergeben habe, steht aus seiner Sicht dem Kauf des kleineren Grundstücks nichts im Wege.

Verhältnisse und Umstände

Das sieht Bürgermeister Kruck anders: „Es ist richtig, dass ursprünglich beabsichtigt war, neben der nunmehr freigegebenen Fläche, Flächennummer 599, eine Teilfläche aus dem Grundstück 605 zu erwerben und zu überplanen. Aufgrund der vorgefundenen Verhältnisse und Umstände besteht daran kein Interesse mehr.“

Mit der Formulierung „vorgefundene Verhältnisse und Umstände“ bezieht sich der Bürgermeister auf einen Passus der Gesundheitsamts-Analyse. Darin heißt es: Für das Grundstück 605 wurden im Bericht vom Mai 2017 „Bodenverunreinigungen nachgewiesen“. Eine „Detailerkundung“ stehe noch aus, eine ergänzende „historische Erkundung durch einen Sachverständigen“ sei „erforderlich“.

Pragmatische Entscheidung

Mit Ergebnissen weiterer Untersuchungen sei laut Landratsamt nicht vor dem Sommer zu rechnen, zudem sei strittig, wer deren Kosten zu tragen hätte – der Eigentümer Ehrenfels oder der potenzielle Käufer, die Stadt Karlstadt. Der Knüller steckt im Detail: Sollten sich bei der Untersuchung der Flächennummer 605 „neue Erkenntnisse auf mögliche Bodenbelastungen der Flächennummer 599 ergeben, wäre dieses Grundstück nochmals im Sinne einer schrittweisen und wiederholenden Altlastenbearbeitung näher zu betrachten“, heißt es im Schreiben des Gesundheitsamts.

Dieser möglichen Endlos-Schleife an Proben und Gutachten mit unbekanntem Ausgang entzieht sich die Stadt, in dem sie auf den Erwerb des zweiten Grundstücks verzichtet. „Wir planen ohne dieses Teilstück und werden in der nächsten Bauausschuss-Sitzung am 20. Februar dazu konkrete Pläne vorlegen“, schreibt Bürgermeister Kruck.

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