Lohr

Klima-Demo durch Lohr: "Ihr könnt auch Fahrrad fahren"

Die Fridays-for-Future-Bewegung hatte zur Kundgebung nach Lohr gerufen und über 250 Menschen kamen. Weitere Aktionen sind in den kommenden Monaten geplant.
"Hopp, hopp, hopp – Kohle-Stopp!" skandierten die Jugendlichen bei dem von ihnen organisierten Demonstrationszug durch die Lohrer Innenstadt.  Foto: Roland Pleier

Zum zweiten Mal nach der Premiere im September demonstrierten am Freitagnachmittag Menschen in Lohr für mehr Klimaschutz. Laut Mitinitiatorin Charlotte Lauter waren es bei recht frischem, aber trockenem Wetter, zwischen 250 und 300 Personen – knapp ein Drittel der Teilnehmerzahl der ersten Kundgebung.

Diesmal sammelten sich die Demonstranten vor der Stadthalle und zogen durch die Altstadt und über den Schlossplatz zum Pavillon in der Anlage. Lauthals skandierten überwiegend die jungen Teilnehmer an der Zugspitze Sprüche wie "Ihr könnt auch Fahrrad fahren" oder "Hopp, hopp, hopp - Kohle-Stopp" – ein Slogan gegen Kohlekonzerne.

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Fridays-For-Future-Demo in Lohr

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Lauter, sowie die weitere Mitinitiatorin Nele Aulenbach, beide Schülerinnen am Franz-Ludwig-von Erthal Gymnasium in Lohr, zeigten sich mit der Resonanz der zweiten Demonstration zufrieden. "Es ist einfach schön, dass so viele Leute mit uns auf die Straße gehen", äußerte die 17-jährige Lauter im Anschluss. Insgesamt bestehe der aktive Kern der Ortsgruppe "Fridays for Future" aus etwa sieben Personen. Lauter, Pressesprecherin der neu gegründeten Gruppe, freute sich vor allem über die Unterstützung der zahlreichen jungen Leute, die etwa ein Fünftel der Demonstrantenschar ausgemacht haben dürften. "Wir müssen bedenken, dass Demos für Lohr noch neu sind", so die Schülerin, "daher können wir nur weiter darauf aufbauen."

Als Hauptaktion neben der Diskussion mit den Landratskandidaten in der vergangenen Woche sah Nele Aulenbach diesen Demonstrationszug. In ihrer Ansprache äußerte die 18-Jährige Kritik am Klimapaket der Regierung. "Der Klimaschutz wird noch immer konsequent ignoriert", rief sie ins Publikum. Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit sollten miteinander einhergehen und nicht gegeneinander ausgespielt werden, forderte die Schülerin.

Lauter: Keine Subventionen mehr für Kohle, Öl und Gas

Leon Bätz, ebenso wie Lauter Redner auf dem Pavillon, kritisierte auch den Bau der Lohrer Stadthalle, der größtenteils aus Beton bestünde. "Die Betonproduktion ist ein wesentlicher Faktor des CO2- Ausstoßes", sagte er. Ein Umdenken in der Bevölkerung müsse stattfinden. Das Ende der Subventionen für Kohle, Öl oder Gas forderte Lauter als weitere Rednerin unter dem Applaus der Demonstranten.

Eigens mit einem Fahrrad ohne E-Motor aus Rieneck zur Demo gefahren war Thomas Hauptmann. Bei der ersten Demo, damals noch von der Lohrer Ortsgruppe des Bund und Naturschutz organisiert, sei er auch mit dabei gewesen. "Hier geht es um unsere Zukunft und das will der Autofahrer nicht akzeptieren." Marita Pohl, die mit einem E-Bike aus Marktheidenfeld angefahren kam, hat Angst vor dem Klimawandel. "Ich möchte einfach Präsenz zeigen und bin der Meinung, dass wir etwas unternehmen müssen."

Weitere Aktionen angekündigt

Weitere Aktionen, sowie erneute Demonstrationszüge werden in den kommenden Monaten "sicherlich" stattfinden, erklärte Lauter am Ende der Demonstration gegenüber dieser Redaktion. Diese würden in der Presse angekündigt werden. Zudem sei die Lohrer Ortsgruppe auf der Homepage der Fridays-for-Future-Organisation aufgeführt. Dort würden auch Veranstaltungen bekannt gegeben.

Den Demonstranten hatten sich auch Politiker verschiedener Parteien angeschlossen, so Kreisvorsitzender Gerhard Kraft von den Grünen, Stadträte der Grünen, der SPD und der CSU aus Lohr und Frammersbachs Bürgermeister Christian Holzemer. Bürgermeister Mario Paul, der an der ersten Demonstration mit seiner Familie teilgenommen hatte, war diesmal nicht dabei. Die Demo angemeldet hatte (wie die erste auch) der Ex-Grüne Ex-Stadtrat Torsten Ruf, der sich nunmehr in der ÖDP engagiert und Vorsitzender der Ortsgruppe Lohr/Lohrtal des Bund Naturschutz ist.

Die Polizei hatte den ZOB-Kreisel  kurzzeitig für den Demonstrationszug gesperrt und meldete auf Nachfrage: "Alles ruhig". Nur einige Passanten erlaubten sich wenig schmeichelhaft gemeinte Bemerkungen wie "Schreihälse" und "Aktivisten". 

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