MAIN-SPESSART

Klinik-Sprecherin: Haftungsrecht spricht für Zentralisierung

Das Defizit des Klinikums Main-Spessart liege aktuell nicht höher als 2016 vor den Umstrukturierungen. Die Kostenseite sei für die Fusion eh nicht Hauptkriterium gewesen.

Dass Zentralisierungen nach Lohr, wie zum Beispiel der Notaufnahmen und der Chirurgie, vorgenommen wurden, um das stetig anwachsende Defizit des Klinikums Main-Spessart zu senken, war in einer Stellungnahme von Maria Schneider, BI Krankenhaus Karlstadt, und Ludwig Keller, BI Pro-MAR, zu lesen. Wirtschaftliche Gründe seien hierfür nicht der Hauptgrund gewesen, schreibt Sandra Amberger, die Pressesprecherin des Klinikums Main-Spessart.

Die Zentralisierung sei aus medizinisch erforderlichen und haftungsrechtlichen Gründen nötig geworden. So habe die Haftpflichtversicherung des Klinikums Main-Spessart klargestellt, dass der Versicherungsschutz nicht weiter aufrechterhalten wird, wenn weiterhin fachübergreifende Dienste geleistet werden. Fachübergreifende Notaufnahmen seien heute mit dem medizinischen Standard nicht mehr vereinbar, so die Pressesprecherin. Auch seien die Ansprüche an die medizinische Logistik wie zum Beispiel CT und Labor gestiegen.

Auch seien die Ärzte nicht mehr bereit, die medizinische Verantwortung in solchen Notaufnahmen zu übernehmen. Denn sollte es zu Fehlern oder Schädigungen kommen, seien der jeweilige Arzt und auch der Krankenhausträger verantwortlich in allen Belangen. Wenn diese die Verantwortung ablehnen, gehe die Verantwortung auf den Landrat und gegebenenfalls über diesen auf den Kreistag über. Diese Verantwortung könne zum Wohle der Patienten und der Qualität der Medizin nicht übernommen werden.

Sandra Amberger: "Es war also eine kluge Entscheidung der Kreisräte, die Notaufnahmen und die Chirurgie zu zentralisieren und für eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten im Landkreis zu sorgen."

Sie bemängelt, auch die Zahlen zum Defizit des Klinikums Main-Spessart seien von Maria Schneider und Ludwig Keller nicht korrekt dargestellt worden. Das Defizit in 2018 liege nicht bei 7,3 Millionen Euro, sondern bei 6,7 Millionen und damit nicht höher als 2016 vor den Umstrukturierungen. Die Defizite seien in den Jahren von 2012 bis 2017 bereits kontinuierlich angestiegen und wären nach den vorgelegten Prognosen noch über 10 Millionen Euro im Jahr angestiegen. Mit der Umstrukturierung habe also auch wirtschaftlich eine Trendwende herbeigeführt werden können, was das Defizit verringere. Die berechneten Prognosen für die kommenden Jahre würden ebenfalls eine Verbesserung aufweisen.

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