Marktheidenfeld

Knifflig: Neubau der Kita Kolpingstraße in Marktheidenfeld

Einiges zum Überlegen gab Architekt Johannes Hettiger den Bürgervertretern für die nächste Zeit mit. Wer eine Kita in der Altstadt neu bauen will, muss vieles bedenken.
Die Kita Kolpingstraße in Marktheidenfeld im Morgennebel: Sie soll modernisiert und erweitert werden. Foto: Joachim Spies

Die Kindertagesstätte in der Marktheidenfelder Kolpingstraße ist in die Jahre gekommen. Der Stadtrat denkt über einen Neubau nach und hat das Büro Gruber-Hettiger-Haus beauftragt, Planungsvarianten zu entwickeln. Architekt Johannes Hettiger stellte am Donnerstagabend in der Sitzung im Rathaus erste Überlegungen seines Büros vor, wobei rasch deutlich wurde: Wer eine Kita in der Altstadt neu bauen will, muss vieles bedenken.

Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen steigt und darauf will der Stadtrat auch in der Altstadt reagieren, zumal die bestehende Kita Kolpingstraße laut Hettiger einige Schwächen hat: Sie ist nur teilweise unterkellert, es gibt Probleme mit Feuchtigkeit, die Raumzuschnitte sind nicht optimal, und barrierefrei ist sie auch nicht. Auch die Verkehrslage ist nicht einfach. Drei Gruppen sind dort derzeit untergebracht, vier bis fünf sieht der Planer nach einem Neubau als machbar an. Das aber ist der entscheidende Faktor: Wie viele Gruppen plane ich hier ein und welche Auswirkungen hat dies auf andere Kitas, wie etwa jene am Lohgraben?

Bau im laufenden Betrieb nicht möglich

Und noch ein Zweites gilt es für die Bürgervertreter zu bedenken: "Ein Bau im laufenden Betrieb ist nicht möglich. Der Kindergarten muss geräumt werden, egal ob man nur sanieren würde oder ob neu gebaut wird", sagte Hettiger. Bei einem Neubau empfahl er eine Zweigeschossigkeit zur Kolpingstraße hin, die Berücksichtigung von mehr Stell- und Parkplätzen, aber auch die Beibehaltung der Größenordnung der bisher überbauten Fläche. Der vorhandene Platz im Freien zum Spielen und Toben ist ausreichend für fünf Gruppen.   

Es sei wichtig, einen Kindergarten in der Altstadt zu haben, betonte Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder. Sie schlug vor, über die bisherigen drei Gruppen hinaus zu gehen. Darin waren sich auch alle Redner in der konstruktiven Diskussion einig, wobei sich rasch zwei Schwerpunkte heraus kristallisierten: Wie steht es um eine Interimslösung während der Bauphase und wäre auch eine Lösung wie bei der Baumhof-Kita möglich, wo der Neubau neben dem Altbau entstand. 

Letzeres brachte Burkhard Wagner (FW) ins Spiel: Warum man den Neubau nicht in Richtung Bronnbachergasse/HypoVereinsbank plane, dann könnte der Betrieb im Altbau bis zum Abriss weiterlaufen. Er bat, hierfür eine Variante vorzulegen. Hettiger wird dies auch tun, obwohl ihm wegen der Lage auf der Nordseite und wegen des künftigen städtebaulichen Gesichts der Kolpingstraße eine solche Planidee nicht besonders gefällt. Auch Christian Menig (CSU) sah in dieser Variante "keine Option für uns".

Neubau an anderer Seite erwägen?

Zweiter Bürgermeister Martin Harth (SPD) fand, dass sich die Kolpingstraße wenig ansprechend entwickelt habe und er dort auch künftig keine Großraumparkplätze möchte. "Wir sollten uns schleunigst auch die Kita Lohgraben anschauen", regte er an, denn in der Kita Kolpingstraße seien für ihn maximal fünf Gruppen denkbar. Bevor man über Containerlösungen für die Übergangszeit nachdenke, könnte gleich ein Neubau eine Alternative sein.

Die Idee griff Reinhold Braun (FW) auf, fasste sie aber weiter: Warum nicht gleich die Kolping-Kita anderswo neu errichten und das bisherige Gelände neu überdenken. Damit wären auch die von Planer Hettiger angesprochenen Verkehrsprobleme gelöst. Wolfgang Hörnig (CSU) gefiel das nicht: "Wir wollen Leben hier in der Stadt und sollten mit der Kita die Altstadt nicht verlassen. Eine geeignete andere Fläche sehe ich hier aber nicht."

In den Fraktionen wird nun weiter beraten, während das Planungsbüro jetzt Planentwürfe für eine neue Kita mit vier beziehungsweise fünf Gruppen macht.

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