Neuhütten

Künftig deutlich kleinere Gräber

Der Friedhof Neuhütten – ein Ort mit Zukunft: Über Möglichkeiten wie diese Fläche zukunftsfähig gestaltet werden kann, informierte sich der Gemeinderat. Foto: Jochen Kümmel

Schätzungsweise 75 Prozent der Gräber auf dem Friedhof Neuhütten werden in 25 bis 30 Jahren wegfallen. Der Trend geht eindeutig zur Urnenbestattung mit möglichst wenig Pflegeaufwand. Deshalb machte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend Gedanken, wie der Friedhof als ein "Ort mit Zukunft" gestaltet werden kann.

Die gestalterische Aufwertung zeigte Landschaftsarchitekt Thomas Struchholz aus Veitshöchheim auf. Friedhöfe mit großen Flächen, wie dies in Neuhütten der Fall ist, bedeuten auch einen hohen Pflegeaufwand für die Kommunen. Diese Kosten werden auf die Gebühren umgelegt und führen dazu, dass manche Hinterbliebene aus Kostengründen andere Bestattungsorte wie Ruheforste und dergleichen suchen.

Kleinere Urnengräber anbieten

Gräber sollen in der heutigen Zeit laut Struchholz möglichst pflegefrei sein und nicht jeder möchte in einem trockenen Sommer jeden zweiten Tag gießen müssen. Für Erdbestattungen gibt es in Neuhütten Platz genug. Was dem Friedhofexperten nach fehlt, ist das Angebot für Urnenplätze. Zwar gibt es drei Urnenstelen, diese sind aber für die Gemeinde laut Struchholz "ein teures Geschäft".

Bewässerung denkbar

Deshalb sollte die Kommune laut Landschaftsplaner pflegeärmere Erdgräber in verschiedenen Formen anbieten. Hierfür würde sich eine Fläche unterhalb der Aussegnungshalle, an der Straßenseite bestens anbieten. Einen Gestaltungsvorschlag mit Urnengemeinschafts-, Kissenstein- und Wahlgräber mit einem Grabraster von 80 auf 80 Zentimeter vor, stellte Landschaftsarchitekt Struchholz vor. Auch eine automatische Bewässerung wäre hierfür denkbar.

Bei 75 Gräbern und drei Bestattungsplätzen pro Grab würden so rund 220 Grabstellen entstehen. Die Kosten für eine derartige Anlage belaufen sich auf geschätzte 150 000 Euro. "Wir lösen uns von dem strikten Karo- und Reihenmuster und gewinnen an Raum", erläutert der Friedhofsplaner anschaulich.

Für die Befestigung von Wegen mit Geländern und einem wassergebundenen Belag sowie der Möglichkeit der Baumbestattung kämen auf die Gemeinde bei einer möglichen Umsetzung weitere 130 000 Euro zu. "Sie laufen mit dieser Anlage jedem Friedwald Konkurrenz, weil Sie dort mit dem Rollator gar nicht hinkommen", erläutert Struchholz die Vorteile des wassergebundenen Belags.

Gemeinderat Edgar Karl sieht die Planungen als "sehr gut gelungen", sieht die Umsetzung beider Vorschläge aber aus Kostengründen schwierig. Auch bei der Baumbestattung sieht Karl eine "Konkurrenz" zu den anderen Urnengräbern.

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