Marktheidenfeld

Kuriose Stadtratswahl: Warum die FDP auf dem Stimmzettel heraus sticht

Absicht oder Versehen? Die Liste der Marktheidenfelder FDP-Stadtratskandidaten sieht auf dem Wahlschein irgendwie anders aus, als die der anderen Parteien. Das steckt dahinter.
Von links: FDP-Ortsvorsitzender Werner Jannek, Oswald Neumann, Jessica Väthjunker, Raphael Schulte und Kreisvorsitzender Helge Ziegler. Foto: Peter Sander

Blickt man auf den Stimmzettel zur Wahl des Stadtrats in Marktheidenfeld, sticht eine Partei besonders heraus. Denn die Liste der FDP sieht im Gegensatz zu der von CSU, Grünen, SPD, Freie Wähler und proMAR irgendwie anders aus. Genauer gesagt: Die Liste der Liberalen ist viel kürzer als die anderen. Das liegt zum einen natürlich daran, dass nur fünf Kandidaten für die FDP antreten. Doch darüberhinaus gibt es noch einen weiteren, einen kuriosen Grund.

Zum Verständnis: Jede Partei kann maximal 24 Stimmen erhalten. Ob sie dazu 24 einzelne Personen auf die Liste setzt, oder weniger Kandidaten, diese dann aber mehrmals auflistet, ist der Partei überlassen. Ein einzelner Kandidat kann dabei maximal drei Stimmen bekommen. So wäre es beispielsweise möglich, dass eine Partei fünf Kandidaten je drei Mal auflistet und neun weitere jeweils nur einmal. So käme man insgesamt auf 24 Stimmen. Kreuzt der Wähler dann die gesamte Liste – und nicht einzelne Kandidaten – an, so würden die Stimmen genau nach dem vorgegebenen Prinzip vergeben. Da die FDP nur mit fünf Kandidaten antritt, könnte jeder der Kandidaten also auch drei Mal aufgelistet werden. Doch überraschenderweise ist dem nicht so.

Beraubt sich die FDP wertvoller Stimmen?

Denn die Freien Liberalen listen jeden ihrer Kandidaten auf dem Stimmzettel nur zwei Mal auf. Und nicht, wie möglich, drei Mal. Beraubt sich die Partei also jeweils einer möglichen Stimme? "Nein", sagt der Ortsvorsitzende Werner Jannek auf Nachfrage. Durch diese verkürzte Listung steche die FDP auf dem Wahlschein heraus. "Das fällt einfach stärker auf, das ist der Gedanke dahinter", begründet Jannek den strategischen Versuch. Zweifelsohne fällt die FDP auf den ersten Blick über den Wahlschein im Gegensatz zu den gleichlangen Listen der anderen Mitbewerber auf.

Außerdem, betont Jannek, sei die Stadtratswahl eine Persönlichkeitswahl. Mit vielen Listenkreuzen für seine FDP rechne er deshalb ohnehin nicht. Viel mehr würden Wähler, die bestimmte Kandidaten begünstigen wollen, trotzdem drei Stimmen abgeben. Denn dies ist auch möglich, wenn ein Kandidat nur ein oder zwei Mal gelistet ist. Doch das Risiko bleibt: Kreuzen Wähler die gesamte FDP-Liste an, so bekommen deren Listenkandidaten weniger Stimmen, als eigentlich möglich.

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