Landkreis Main-Spessart

Landrat Main-Spessart: Sitter vorn, Vogel in der Stichwahl

Die CSU-Kandidatin gewinnt die meisten Stimmen. Christian Baier (Grüne) bleibt fast fünf Prozent hinter dem Freien-Wähler-Bewerber.
Sabine Sitter (CSU) und Christoph Vogel (FW) gehen in die Stichwahl.
Sabine Sitter (CSU) und Christoph Vogel (FW) gehen in die Stichwahl. Foto: Holger Steiger

Sabine Sitter hat bei der Landratswahl rund 45 Prozent aller Stimmen erhalten. Bei der Stichwahl am 29. März tritt die stellvertretende Landrätin und CSU-Kandidatin gegen Freie-Wähler-Kandidat Christoph Vogel an.

Vogel erhielt rund 22 Prozent der Stimmen und lag damit letztlich klar vor Christian Baier, der auf rund 17,2 Prozent kam. Nicht wenige hatten dem Grünen den Einzug in die Stichwahl zugetraut.

SPD-Kandidatin Pamela Nembach kam auf über zehn Prozent – vor sechs Jahren hatten die Sozialdemokraten gar keinen Kandidaten nominiert. Hubert Fröhlich erreichte mit seinem humoristisch geprägten Wahlkampf über fünf Prozent der Wähler.

Spannender Abend im Landratsamt

Ab etwa 19.30 Uhr waren die Kandidaten im Landratsamt versammelt und verfolgten die Bekanntgabe der Ergebnisse aus dem gesamten Landkreis. Dass Lohrs Bürgermeister Mario Paul im ersten Wahlgang bestätigt wurde, überraschte den ein oder anderen ebenso wie der klare Wahlsieg von Thomas Stamm in Marktheidenfeld. In der Kreisstadt Karlstadt geht's zwischen Michael Hombach (CSU) und Stefan Rümmer (SPD) in die Stichwahl. Gegen 20.30 Uhr standen die meisten Resultate fest.

Landrat Thomas Schiebel wies darauf hin, dass die Stichwahl wegen der Corona-Pandemie komplett als Briefwahl abläuft. Die Kandidaten äußerten sich noch am Wahlabend zu ihren Ergebnissen.

Sabine Sitter (CSU): "Ich war sehr zuversichtlich, aber ich bin auch Realistin. Das Ergebnis passt. Es war klar, dass es sich für die Stichwahl zwischen Christoph Vogel und Christian Baier entscheidet. Ich sah die Chancen bei fifty-fifty, aber habe vielleicht aufgrund des Bundestrends Christian Baier erwartet. Viel Wahlkampf lässt sich jetzt wegen Corona nicht mehr machen. Schon öfter ist es in der Stichwahl nicht super für die CSU gelaufen, wenn sie im ersten Wahlgang deutlich vorn lag. Ich denke, dass die Briefwahl diesen Effekt etwas abschwächt."

Christoph Vogel (FW): "Wir haben das Etappenziel Stichwahl geschafft. Ich glaube, in zwei Wochen wird das heutige Ergebnis nicht ausschlaggebend sein. Das wird eine Wahl, bei der die Persönlichkeit der entscheidende Faktor ist. Bei den Themen sind wir tatsächlich nicht so weit voneinander entfernt. Der Wahlkampf hat mir Spaß gemacht."

Christian Baier (Grüne): "Das Resultat ist in Ordnung, ich habe 15 bis 20 Prozent erwartet. Das ist das beste Ergebnis, das je ein Grüner in Main-Spessart erreicht hat. Ich freue mich und bedanke mich für das in mich gesetzte Vertrauen. Aber, ja, ich hatte die Stichwahl im Hinterkopf. Ich wusste, es würde sich zwischen Christoph Vogel und mir entscheiden und wäre gern näher an 20 Prozent herangekommen. Vielleicht spielte das Thema B26n die entscheidende Rolle."

"Viel Wahlkampf lässt sich jetzt wegen Corona nicht mehr machen."
Sabine Sitter (CSU)

Pamela Nembach (SPD): "Ich hätte mir ein schöneres und besseres Ergebnis gewünscht, aber ich kann damit leben. Für die SPD ist es in Main-Spessart nicht einfach. Ich glaube, wenn's so viele Kandidaten gibt, entscheiden viele Wähler dann doch nach Parteizugehörigkeit. Dass nun CSU und Freie Wähler in der Stichwahl stehen, ist in unserem Landkreis nicht ungewöhnlich. Ich finde es positiv, dass es ein sehr fairer Wahlkampf war."

Hubert Fröhlich (FDP): "Ich habe bei null Prozent angefangen und bin mit über fünf Prozent zufrieden. Wir Liberale haben unsere bescheidenen Mittel gut eingesetzt."

Als das Wahlergebnis feststand, holte Fröhlich eine Kiste selbst gebrannten Schnaps in den Sitzungssaal des Landratsamts. Manche nutzten ihn zum Feiern, manche, um sich über ihr Resultat hinwegzutrösten und andere zur Desinfektion.

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