Karlstadt

Landrats-Stichwahl in Main-Spessart: Sabine Sitter oder Christoph Vogel?

Die Briefwahl-Unterlagen müssen bis Sonntag, 18 Uhr, eingehen. Wer wird Nachfolger von Thomas Schiebel im Landratsamt?
Sabine Sitter (CSU) und Christoph Vogel (FW) gehen in die Stichwahl um den Landratsposten in Main-Spessart. 
Sabine Sitter (CSU) und Christoph Vogel (FW) gehen in die Stichwahl um den Landratsposten in Main-Spessart.  Foto: Holger Steiger

Nur per Briefwahl wird entschieden, wer neuer Landrat oder neue Landrätin in Main-Spessart wird.  Die Gräfendorferin Sabine Sitter (CSU) hat im ersten Wahlgang 45 Prozent aller Stimmen  gewonnen. Christoph Vogel (FW) aus Karbach erreichte rund 22 Prozent und tritt gegen sie an. Wir haben beiden vor der Stichwahl dieselben Fragen gestellt.

Frage: Falls Sie gewählt werden: Wo werden Sie Schwerpunkte setzen, für welche Themen/Anliegen/Projekte werden Sie sich besonders engagieren?

Sabine Sitter: In der jetzigen Situation bekommen unsere Wahlkampf-Schwerpunkte "Sicherheit und Gesundheit" eine besondere Bedeutung. Als Klinische Sozialarbeiterin, stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende und stellvertretende Landrätin bin ich Managerin in der Krise. Ich kenne die Netzwerke und die Menschen kennen mich. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Krise meistern. Unaufschiebbare Entscheidungen über Projekte der letzten sechs Jahre können getroffen werden. Wir bauen ein Krankenhaus und Schulen und gehen infrastrukturelle Maßnahmen bei unserem Verkehrswegenetz an. Alles andere wird sich fügen.

Oberstes Gebot ist jetzt unsere subjektive Sicherheit, unsere Gesundheit. Mit den Erfahrungen der letzten Tage sehen wir unsere weiteren Schwerpunkte "Bildung und Mobilität" aus einem neuen Blickwinkel. Wie schnell passiert Bildung digital? Mobilität – Straßen und Datenautobahnen haben bereits eine andere Bedeutung. 

Christoph Vogel: In der aktuellen Situation zeigt sich, wie wichtig eine funktionierende Gesundheitsversorgung, gut ausgestattete medizinische Einrichtungen (z. B. Beatmungsgeräte) und eine stabile Wirtschaft sind. All dies waren bisher schon Schwerpunkte in meinem Programm und werden es während und nach Corona noch stärker sein.

Die Coronakrise wird erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Was können Sie als Landrätin oder Landrat tun, um diese Schäden zu mildern und den Menschen und Unternehmen zu helfen?

Sitter: Wir helfen. Ich sehe die Rolle der Landrätin als Ansprechpartnerin für Sorgen und Nöte der Menschen und Unternehmen. Ich komme mit den Firmen und Menschen ins Gespräch und wir erarbeiten mit der Wirtschaftsförderung konkrete Pläne. Unser Ministerpräsident Söder gibt die Linie vor und hat mit seinem Team konkrete Maßnahmen erarbeitet, die wir im Landkreis umsetzen. Informieren, Ruhe bewahren, Konflikte verhindern, Entscheidungen treffen und Gemeinsinn zeigen. Das ist unser aller Auftrag.

Vogel: Am besten helfen wir den Menschen und damit auch den Unternehmen, wenn wir die aktuelle Situation gut und schnell meistern und die weitere Ausbreitung des Virus verhindern. Unser höchstes Ziel ist es, unsere älteren und gesundheitlich vorbelasteten Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Unsere Pflegeheime und Krankenhäuser sind besonders gefährdet. Das Pflegepersonal in diesen Bereichen steht unter einem immensen Druck. Dort müssen wir unterstützen. Daneben haben sich spontan viele Menschen und Organisationen bereit erklärt, anderen zu helfen. Hier müssen wir als Landkreis unseren Spielraum ausnutzen, um diese Hilfe unbürokratisch zu ermöglichen und zu unterstützen. 

Für die Wirtschaft spielen die von staatlicher Seite angekündigten Hilfen eine wichtige Rolle. Diese müssen so schnell wie möglich umgesetzt werden. Hier gilt es, pragmatische Lösungen zu finden, um den Menschen und Unternehmen zu helfen. Nicht vergessen dürfen wir dabei die gemeinnützigen Institutionen und Vereine. Auch diesen muss geholfen werden.

Es kommt auch auf die Persönlichkeit an. Was qualifiziert Sie für den Posten der Landrätin/des Landrats?

Sitter: Ich liebe meine Heimat und ihre Menschen. In Main-Spessart sollen sich Menschen sicher und wohl fühlen. Nach dieser Haltung richte ich meine Entscheidungen aus. Ich stelle Fragen, beteilige Menschen an Entscheidungsprozessen, bleibe dabei konfliktfähig und kritisierbar. Durch meine berufliche Erfahrung entscheide ich stets lösungsorientiert und zeige Führungsstärke. Landrätin zu sein ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Ich bin bereit.

Vogel: Ein Landrat muss aus meiner Sicht drei wichtige Eigenschaften besitzen: Führungsstärke, Verhandlungsgeschick und Einfühlungsvermögen. Außerdem muss er gut mit dem Druck des Amtes umgehen können. Alle diese Eigenschaften habe ich über fast zwei Jahrzehnte in meinem Berufsleben nachhaltig bewiesen. Zugute kommt mir in der aktuellen Situation meine wirtschaftliche Ausbildung und lösungsorientierte Denkweise.

Wie wollen Sie die Wähler, die im ersten Wahlgang einen anderen Kandidaten gewählt haben, auf Ihre Seite bringen?

Sitter: Mit meinem überwältigenden Ergebnis haben mir die Wählerinnen und Wähler gezeigt, dass Sie meine Arbeit als stellvertretende Landrätin schätzen. Neben unserer CSU-Anhängerschaft habe ich weiteres Wählerpotential erschließen können. Ich bin zuversichtlich, dass ich weitere Wählerinnen und Wähler für mich begeistere. Jede Stimme zählt! Wählen Sie eine starke Führung mit Erfahrung.

Vogel: Im ersten Wahlgang haben mich viele Wählerinnen und Wähler noch nicht gekannt. Das hat sich mit dem Einzug in die Stichwahl geändert. Mein Programm orientiert sich nicht an politischen Vorgaben aus München oder Berlin, sondern ist auf unsere Herausforderungen der nächsten Jahre ausgerichtet. Außerdem möchten viele Wählerinnen und Wähler einen Neuanfang. Das ist mit meiner Person als lösungsorientiertem Neueinsteiger ohne politische Vorbelastung am besten möglich. Insofern bin ich überzeugt davon, dass es uns gelingen wird, die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler zu überzeugen.

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