Lohr

Leserbrief: Aus Peanuts werden untragbare Zuschüsse

Symbolbild Leserbrief Foto: Björn Kohlhepp

Zum Artikel "Kein Geld für Mariabuchen und Orgel der Valentinuskapelle" erreichte uns folgender Leserbrief.

Vor ein paar Jahren hätten sich die meisten Lohrer nicht vorstellen können, dass ein Zuschuss von 1500 Euro für eine Restaurierung für Lohr, das einen Haushalt von über 45 000 000 Euro verantwortet, ein Problem sein könnte. Damals konnte die Stadt großzügig einem grünen Stadtrat und Feuerwehrhauptmann noch das 20-fache für für ein zu groß geplantes Jubiläum zuschießen.

Heute sind 1500 Euro für eine Orgelrestaurierung bereits zu viel, obwohl nach Art.83 der Bayrischen Verfassung die „Erhaltung ortsgeschichtlicher Denkmäler und Bauten“ und nach Art.57 der Gemeindeordnung die „Kulturpflege“ Aufgabe der Gemeinden ist. Lohr kann sich glücklich schätzen, dass es Vereine gibt, die ihr diese Aufgabe abnehmen und den größten Teil der Restaurierungskosten tragen, ein 10-prozentiger Zuschuss, der nur alle Jubeljahre anfällt, ist ein 90-prozentiger Lottogewinn auf der Ausgabenseite. Nun entsprechen 1500 Euro genau dem Zuschuss, den man – täglich – der Stadthalle zukommen lässt. Man stelle sich einen Verein vor, wie von Dr. Paul einst im Wahlkampf angedacht, der für 150 Euro  Zuschuss am Tag die Stadthalle führen würde – Lohrs Finanzproblem wären schlagartig gelöst. Doch seit dem Stadthallenneubau hat Lohr ein dauerhaftes Ausgabenproblem für Jahrzehnte, bis die Gebühren-, Abgaben- und Steuerzahler es bezahlt haben. Die Stadträte warten derweil nach den fetten Jahren auf bessere Zeiten oder bis nach der Wahl. Vielleicht erkennt man dann - nach mehr als einem Jahrzehnt, dass sich eine Kleinstadt keine Stadthalle mit zehn Planstellen leisten kann, auch wenn von diesen „nur sieben“ besetzt sind, wozu man jährlich über eine halbe Million zubuttern muss. Darum gibt es so etwas auch in keiner Stadt vergleichbarer Größe; es ist sozusagen Lohrs "finanzielles Alleinstellungsmerkmal", das die Energiewende hier verhinderte. Wie viele Solardächer hätte man mit dem Geld auf die städtichen Dächer bauen, wie vielen Bürgern hätte man bei der Energiewende helfen können? Man mag es gar nicht nachrechnen, welche finanziellen und ökologischen Chancen unter grüner-roter Führung vertan wurden.

Wer sich die Veranstaltungsorte im Programmheft des „Spessart Winters“ anschaut, erkennt schnell wie wichtig diese Halle als Veranstaltungsort ist, gibt es doch ein Dutzend andere im Stadtgebiet, die die Stadt zehn Prozent kosten, wenn sie renoviert werden. Ich bin der Ansicht, dass die Stadt gut daran tut ehrenamtliches Bürgerengagement zu unterstützen, denn wenn sie Aufgaben selbst übernimmt, wird es teurer. Darum sollte der Bürgermeister seinen Stadthallenverein gründen, den hoffentlich viele Stadträte und Bürger, die einst mit Schäufelchen dafür demonstrierten, tatkräftig unterstützen.

Werner Wolf
97816 Lohr

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