Gemünden

Leserforum: "Zugklo-Entleerungsstation" ablehnen

Symbolbild Leserbrief
Symbolbild Leserbrief Foto: Björn Kohlhepp

Da hat die Bahn wieder einmal mächtig für Gesprächsstoff gesorgt: Anlässlich einer Stadtratssitzung in Gemünden kam der Wunsch der Bahn "Gemünden als Entleer- und Befüllstation für Zugtioletten" zur Aussprache. Abgesehen davon, dass die Bahn seit Jahren dem in jeder Hinsicht dringenden Wunsch der Stadt, in ihrem Bahnhof eine Toilette einzurichten, ignoriert, ja sich geradezu energisch widersetzt, betrachtet die Bahn Gemünden schon seit längerer Zeit als "einen wichtigen Abstellbahnhof", der offenbar nur Mittel zum Zweck des Monopolunternehmens ist.

Nun kommt das dreiste Unternehmen auf den Gedanken, nicht nur die Stadträte als Vertreter der Bevölkerung, sondern auch noch den letzten Gemündener zu verärgern, indem sie Gemünden als Zugklo-Entleerungs-Station in ganz Deutschland bekannt machen will.

Auf ihrem total verwahrlosten  Gelände, unweit und östlich des Bahnhofes, soll nach dem Plan der DB Regio zwischen dem Rotkreuzhaus und gegenüber einer Tankstelle, an einem der Stadtseite nächst gelegenem Gleis diese "WC-Entsorgungsstation für Zugtoiletten" entstehen. Die Ver- und Entsorgung soll durch eine Reinigungsfirma, die in Gemünden auch Züge reinigt, von Montag bis Freitag, jeweils nachts, "voraussichtlich" zwischen ein und zwei Uhr, erfolgen und würde ja "nur vier Zugverbindungen" betreffen. Pro WC (es sollen insgesamt "nur sechs" sein), würde der Vorgang "zwischen zwei bis fünf Minuten" dauern.

Angegeben wird seitens der DB Regio dazu der Abfluss von "etwa" einem bis eineinhalb Kubikmeter Abwasser (Zum besseren Verständnis: Das sind zwischen 500 bis 1500 Liter mit Kloakenflüssigkeit). Man muss vermuten, wohin diese dann weiter läuft: Die Inhalte der Bahntoiletten werden in das Gemündener Kanalnetz eingeleitet. Dass die "Entleerungsanlage"geräuschlos ist, wird von der DB-Regio auf Anfrage besänftigt. Auch Gemündener Trinkwasser möchte das sagenumwobene Unternehmen nutzen, um die gelben Bauzüge damit versorgen zu können. Dass auch laut DB-Regio "keinesfalls mit Geruchsproblemen zu rechnen ist", ist nur ein Teil der Werbung und Vermutungen.

Die Stadt und ihre Kommunalvertreter würden jetzt gut daran tun, dem Ganzen zu misstrauen und das Ansinnen "Zugklo-Entleerungsstation" unbedingt abzulehnen, beziehungsweise einfach wegzuspülen. Schließlich wurde Gemünden bereits seit der Fertigstellung der neuen Intercity- und Schnellbahnlinien (Nantenbacher Kurve und Schnellbahnstrecke Hannover Würzburg) schon wiederholt von der Bahn und den angegliederten Unternehmen, Personen und Verantwortlichen mehrfach aufs Abstellgleis geführt, um nicht zu schreiben: belogen!

Rund um den Bahnhof ist inzwischen die Zeit stehen geblieben: Unmengen von Abfall jeder Art, wie Plastik, Flaschen und sonstiger Dreck liegen entlang des Schienenweges, an den beidseitigen Böschungen und auf öffentlich einsehbaren Flächen. Privatleuten und Firmen hätten schon nach kurzer Zeit durch unsere Behörden die Auflage zur Beseitigung bekommen.

Die Bahn als Staat im Staate macht, was sie will – und lebt offenbar auch ruhig und gut damit.

Lothar Fuchs
97737 Gemünden

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Gemünden
  • Abfall
  • Abfallbeseitigung
  • Abwasser
  • Bahngleise
  • Bahnhöfe
  • DB Regio AG
  • Schnellfahrstrecken
  • Staaten
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Städte
  • Züge
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!