Lohr

Lesung Stefanie Gregg: Vom wandelnden Notizbuch zur Autorin

Die in Lohr aufgewachsene Schriftstellerin Stefanie Gregg las im Rahmen der Reihe 'Wieder mal daheim' nicht nur aus einigen ihrer Werke, sie gab auch einiges über sich und das 'Handwerk des Schreibens' preis. 
Die in Lohr aufgewachsene Schriftstellerin Stefanie Gregg las im Rahmen der Reihe "Wieder mal daheim" nicht nur aus einigen ihrer Werke, sie gab auch einiges über sich und das "Handwerk des Schreibens" preis.  Foto: Thomas Josef Möhler

Eine ungewöhnliche Lesung mit der Schriftstellerin Stefanie Gregg haben gut 80 Zuhörer (größtenteils Frauen) am Donnerstag im alten Rathaus erlebt. Interviewt von Autorin Krystyna Kuhn gab Gregg im Rahmen der Reihe "Wieder mal daheim" einiges über ihre Jugend in Lohr und das Handwerk des Schreibens preis.

Geboren in Erlangen, wuchs Gregg (geb. Hüttinger) in Lohr auf. Nach dem Abitur verließ sie die Stadt, hat nach Kuhns Worten aber "Spuren hinterlassen". Diese Aussage unterstrich Kuhn mit auf eine Leinwand geworfenen Beweisfotos etwa von der Schülerzeitung des Gymnasiums, dem Weps, bei dem Gregg Chefredakteurin war.

"Der Weps war mein Leben, wir waren politisch, das war der Anfang meines Schreibens", erinnerte sich die Autorin zurück. Am Vormittag sei sie im Gymnasium bei einer Lesung vor Schülern gewesen, aber einen Weps habe sie nicht bekommen, denn den gebe es nur noch auf Vorbestellung.

Kaffee im Direktorat

Dafür bekam Gregg im Gymnasium etwas anderes: einen Kaffee im Direktorat. Den habe sie verlangt, weil sie in ihrer Schulzeit nie einen bekommen habe. Jetzt sei es auch leichter, denn der heutige Schulleiter Bernd Rottenbacher war in ihrer Jahrgangsstufe.

Rottenbacher habe ihre Hände sehen wollen, berichtete Gregg. Denn ihr Spitzname in der Schulzeit sei "wandelnder Notizblock" gewesen. Nicht nur auf ihre Hände habe sie alles geschrieben, was sie habe wissen müssen. "Ich habe schon immer auf alles geschrieben."

Stefanie Gregg las aus "Duft nach Weiß", "Mein schlimmster schönster Sommer" und die Kurzgeschichte "Wir lieben unsere Kunden" aus dem Sammelband "Liebe, Mord und ein Glas Wein". "Duft nach Weiß" bezeichnete die Autorin als "mein Herzensbuch". Es handelt von einem Mädchen im kommunistischen Bulgarien, das in einem Kühllaster zu seiner Mutter fährt, die mit einem Mann nach München geflohen ist. Drei Jahre lang habe sie dafür recherchiert, so die Autorin.

Früher vor dem Rathaus

"Mein schlimmster schönster Sommer" ist eine Road-Novel. Die krebskranke Protagonistin, eine Unternehmensberaterin, fährt in einem VW-Bulli durch Deutschland, unter anderem durch Lohr. In "Wir lieben unsere Kunden" rächt sich eine Kundin an einem Filialleiter, der sie an der Kasse heruntergeputzt hat, indem sie ihn erschießt. Am Ende erfährt der Leser, dass die Titelheldin schon zahlreiche Leute aus dem Weg geräumt hat, über die sie sich geärgert hat. Die Lesung sei für sie außergewöhnlich, weil sie in ihrer Jugend mit einer Zigarette in der Hand in den Torbögen des alten Rathauses gesessen sei. Dort sei sie von den braven Lohrer Bürgern sehr missbilligend angeschaut worden, meinte Gregg grinsend. "Jetzt bin ich drin."

Musikschüler spielen Oldies

Musikalisch ergänzt wurde die von Kulturinitiative, Stadtbücherei und Sing- und Musikschule veranstaltete Autorenlesung durch Groove Xperience. Die Schulband der Lohrer Sing- und Musikschule mit Gero Glieschke (Gesang, Gitarre), Nico Rauch (Gitarre, Gesang), Max Baumer (Schlagzeug, Gesang) und Oliver Dannhauser (Bass) spielte einige Oldies von Eric Clapton, den Beatles und anderen.

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