Marktheidenfeld

Licht, Kunst & Klang in der Kirche St. Laurentius

Das Saxofonquartett S4 aus Würzburg sorgte für die musikalische Begleitung.
Das Saxofonquartett S4 aus Würzburg sorgte für die musikalische Begleitung. Foto: Dorothee May

Eine besondere Veranstaltung fand trotz der Corana-Krise in der Kirche St. Laurentius in Marktheidenfeld statt. Die katholische Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius am Spessart lud am Sonntagabend dazu ein, das Gotteshaus bei "Licht, Kunst & Klang" neu zu entdecken. Immerhin gut 70 Besucher konnte Pfarrer Hermann Becker sechs Wochen nach der offiziellen Einweihung der Kirche St. Laurentius begrüßen. Er wies dabei auch auf die besonderen Lichtverhältnisse des Gotteshauses hin, die gerade in den Abendstunden besonders zu bewundern sind.

Das Saxophonquartett S4 begann das Programm mit "Villanelle" und führte damit stimmungsvoll auf das weitere Geschehen hin. Die beiden Deckengewölbe der Seitenschiffe waren violett ausgeleuchtet, als Zeichen der österlichen Bußzeit. Die Decke des Hauptschiffes erstrahlte blau, da sich dort eine Darstellung der Mutter Gottes im Zentrum befindet. Das Chorgewölbe leuchtete rot – dies sollte das Martyrium des Blutzeugen Laurentius unterstreichen. Für diese eindrucksvollen Illuminationen des Kirchenraums zeichnet sich Sven Jankowski verantwortlich.

Zwischen den teils heiteren, teils nachdenklichen musikalischen Darbietungen gab der frühere Kunstreferent der Diözese Würzburg, Dr. Jürgen Lenssen, Kunstimpulse. Als Kenner der Sakralbauten des Bistums Würzburg erkannte er die Marktheidenfelder Laurentiuskirche als Barockkirche. Besonders aufschlussreich waren seine Erläuterungen zum großen Altarbild, welches das Martyrium des heiligen Laurentius eindrucksvoll in Szene setzt.

Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten hauptsächlich Günther Molz am Sopransaxophon, Axel Horvath am Altsaxophon, Volker Drach am Tenorsaxophon und am Baritonsaxophon Stephanie Orthen. Sie präsentieren unter anderem Werke von Hector Berlioz, Gabriel Faure und Scott Joplin. Nicht wenige Zuhörer in den Kirchenbänken schlossen ihre Augen, um sich ganz der Musik hinzugeben. Mit dem meditativen "Interlude" des britischen Komponisten Percy Fletcher sorgte die Orgel für ein facettenreiches Zwischenspiel.

Uraufführung erklang

Am Ende erklang mit dem "Scherzo" für Saxophonquartett eine Uraufführung, die Pastoralreferent Alexander Wolf selbst komponierte. Das Publikum applaudierte begeistert, so dass es mit der "Romanze", ebenfalls von Komponisten Wolf, eine Zugabe bekam.

Als Pastoralreferent Wolf nach seinen Dankesworten die Besucher einlud, als Abschluss des 90-minütigen Kunstgenusses die Bayernhymne zu singen, kam der neu gewählte Marktheidenfelder Bürgermeister Thomas Stamm in Begleitung von Kirchenpfleger Christian Menig in das Gotteshaus. Einen besseren Zeitpunkt hätte es nicht geben können: er stimmte gleich in die Hymne mit ein. Den Segen bekam er natürlich wie alle anderen Gottesdienstbesucher am Ende auch noch. "Gerade in diesen so schweren Zeiten war diese kleine Auszeit am Abend Gold wert", war sich eine Besucherin sicher.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Marktheidenfeld
  • Dorothee May
  • Alexander Wolf
  • Britische Komponisten
  • Gottesdienstbesucher
  • Hector Berlioz
  • Hermann Becker
  • Jürgen Lenssen
  • Katholizismus
  • Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen
  • Komponistinnen und Komponisten
  • Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten
  • Pfarrer und Pastoren
  • Scott Joplin
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!