RECHTENBACH

„Lohr kriegt das volles Rohr ab“

Seit kurzem schützt ein Dach den Rechtenbacher Glasmacherofen auf dem Wenzelsplatz. Die Kosten lagen bei 8500 Euro. Foto: Yvonne Vogeltanz

„Uns erwischt das voll.“ Alles andere als glücklich ist Rechtenbachs Bürgermeister Klaus Bartel über die erneute Erwähnung der B26n im Bundesverkehrswegeplan – und zwar in der Kategorie „vordringlicher Bedarf“. Die Rechtenbacher befürchten seit Jahren, dass diese Westumgehung Würzburgs den Verkehrsstrom durch Rechtenbach fließen lassen werde –vor allem weil die Straßenführung zunächst lediglich bis Karlstadt geplant ist.

„14 000 Fahrzeuge sollen die Straße täglich nutzen, wenn sie fertig ist“, machte Bartel seinem Ärger in der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend Luft. „Ein Großteil des Verkehrs will dann ins Rhein-Main-Gebiet, das dürfte klar sein. Ein Großteil kommt somit nach Lohr. Lohr kriegt das volles Rohr ab.“ Von dort aus würden die Verkehrsteilnehmer über Rechtenbach weiter westwärts fahren. „An uns denkt keiner. Für uns ist die Planung alles andere als zufriedenstellend.“

Rechtenbach sei mit einer Umgehung zwar im weiteren Bedarf im Bundesverkehrswegeplan aufgeführt, jedoch „ohne Planungsrecht und ohne alles“. Zwar könne die Gemeinde binnen der nächsten sechs Wochen ihre Bedenken einbringen, Bartel hat jedoch wenig Hoffnung auf Erfolg: „Ich vermute, die Bedenken eines 1000-Seelen-Dorfes werden nicht beachtet. Leider hat uns die Politik vergessen. Wir können dann nur noch am Ortsschild Trauerflor anbringen.“ Bartel wählte einen Vergleich: „Das ist so, als wenn man irgendwo einen Fluss reinleitet, ohne für einen Abfluss zu sorgen. Alles wird überschwemmt.“ Stephanie Durchholz (CSU) drängte darauf, trotzdem die Einspruchsfrist zu nutzen und die Zahlen des ohnehin schon starken Durchgangsverkehrs in Rechtenbach zu melden. Bürgermeister Bartel möchte daher nun ein Schreiben aufsetzen.

Außerdem kamen folgende Punkte zur Sprache:

Neues Löschfahrzeug: Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Beschaffung eines neuen Hilfeleistungslöschfahrzeuges (HLF) für die Feuerwehr. Die Kommandanten Steffen Karl und Stefan Durchholz hatten bereits in der Februar-Sitzung dem Gremium das HLF 10 mit einem 1000 Liter fassenden Löschwassertank und einem hydraulischen Rettungssatz ausführlich vorgestellt. Kosten: rund 280 000 Euro. Bei der Anschaffung liebäugelt die Gemeinde nun mit einer Kooperation mit der Gemeinde Aura. Denn diese möchte für ihre Wehr ebenfalls ein HLF 10 kaufen. Schließen sich zwei Gemeinden zusammen, die baugleiche Fahrzeuge beschaffen möchten, winkt den Kommunen ein Zuschuss in Höhe von fünf Prozent. „Wenn wir zeitgleich mit Aura bestellen, hätten wir da eine Option, um Geld zu sparen“, so Bartel.

Glasmacherofen: Seit kurzem schützt ein Dach den Glasmacherofen auf dem Wenzelsplatz. Wie berichtet, hat der Ofen, der anlässlich der 300-Jahrfeier der Gemeinde Rechtenbach im Jahr 1988 gebaut wurde und der an die Vergangenheit des Ortes erinnern soll, im vorigen Jahr seine neue Heimat am Wenzelsplatz gefunden. Damit das Wahrzeichen vor der Witterung geschützt wird, hat die Firma Amend aus Partenstein ein schmuckes Dach errichtet. Die Kosten lagen bei rund 8500 Euro. Zum Abschluss soll der Sockel, auf dem der Glasofen steht, hergerichtet werden.

„Ich finde, es ist wirklich schön geworden“, so Bürgermeister Klaus Bartel. In diesem Zusammenhang dankte er auch Hildegard Amend samt ihrem Team, die den Brunnen auf dem Wenzelsplatz an Ostern geschmückt hatten. „Sie haben es wieder hervorragend gemacht“, lobte Bartel.

Dorfplatz: Einstimmig grünes Licht gab es vom Gremium für den Bauantrag zur Errichtung eines Dorfplatzes hinter der Turnhalle. Wie Bartel informierte, haben die Nachbarn unterschrieben. Nun geht der Plan ans Landratsamt. „Dann können wir bis 31. Mai den Förderantrag stellen, damit wir bei der ersten Welle der Förderung dabei sind.“

Höherer Heizkostenanteil: Künftig wird sich die Gemeinde mit einem höheren Anteil an den Turnhallen-Heizkosten beteiligen. Statt wie bislang 40 wird die Gemeinde nach einstimmigem Beschluss 65 Prozent übernehmen. Vorangegangen war der Entscheidung ein auf den aktuellen Verbrauchsdaten basierender Antrag des Turn- und Sportvereins. Das Thema war bereits in der März-Sitzung behandelt worden. Damals hatte sich CSU-Gemeinderätin Stephanie Durchholz Bedenkzeit vor einer Entscheidung erbeten. Wie berichtet, ist das Rechtenbacher Rathaus seit einem Jahr an der Heizungsanlage der benachbarten Turnhalle angeschlossen. Von der Anlage beheizt werden weitere gemeindliche Einrichtungen wie der Jugendraum oder das Bauhof-Büro.

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