Lohr

»Lohrer Hausfrauen« sammeln wieder

Adele Hauck ist der Motor der »Lohrer Hausfrauen«. Foto: Sylvia Schubart-Arand

Die unermüdlichen »Lohrer Hausfrauen« werden mit ihren Sammelbüchsen vom 14. bis einschließlich 19. Oktober wieder zu den üblichen Geschäftszeiten unterwegs sein in der Fußgängerzone und auch vor verschiedenen Märkten. Erneut sammeln sie für die Welthungerhilfe und hier speziell für die Schülerspeisung in Burundi in Afrika.

Am Sonntag, 13. Oktober, wird Bundespräsident Frank Walter Steinmeier als Schirmherr mit einem Fernsehaufruf die 52. Woche der Welthungerhilfe zur Unterstützung der Hilfsorganisation eröffnen. Ganz treue Unterstützer sind seit nunmehr 35 Jahren »Die Lohrer Hausfrauen«.

An diesem Mittwoch, 9. Oktober, um 18 Uhr treffen sie sich zur Besprechung und Ausgabe der Sammelbüchsen im Weinhaus Mehling. »Neue Sammlerinnen, auch stundenweise, sind bei uns immer willkommen«, hofft Adele Hauck um weitere Unterstützer.

Sie ist die Initiatorin und trotz ihres hohen Alters der Motor der aktiven Gruppe, die von einst 17 auf elf Personen geschrumpft ist, weil einige schon gestorben oder durch Pflege von Familienangehörigen gebunden sind. Aber auf ihre Frage: »Können wir es wieder wagen?« gab es einhellige Zustimmung. »Wir sind Mütter und Großmütter und noch immer motiviert«, sagt die 89-jährige Hauck.

So will die in diesem Jahr pensionierte Pflochsbacher Lehrerin Cornelia Völker am 18. und 19. Oktober an einem kleinen Stand die Kalorien eines Frühstücks für ein Schulkind in Burundi dem eines reichhaltigen Frühstücks hierzulande gegenüberstellen.

Schwierige Anfänge

Zum halbrunden Jubiläum blickt Adele Hauck zurück auf die Anfänge der sozial eingestellten Frauengruppe, die aus einem ehemaligen Blockflötenensemble entstand. Bilder von der Hungerkatastrophe in Äthiopien 1984 waren der Auslöser, selbst aktiv zu werden. Als Adele Hauck den Satz »Man müsste was machen« hörte, fragte sie in die Runde: »Wer ist man?« Schnell war klar, die Lohrerinnen nehmen die Sache selbst in die Hand: mit in Märkten aufgehängten Plakaten und dem Hinweis: »Acht Hausfrauen bitten um Spenden.«

Adele Hauck bekennt: Wir waren anfangs ganz schön naiv und dachten, nun fließt das Geld.« So war es natürlich nicht, denn in den aufgestellten Büchsen fanden sich damals kaum Münzen, geschweige denn Scheine. Der damalige Bürgermeister Gerd Graf, dessen Frau Christl auch mitwirkte, riet: »Ihr müsst mit Euren Namen um Spenden werben.«

Gesagt, getan: Es wurde ein Spendenaufruf in Form eines (Bettel-)Briefes verfasst, der dann – mit Namen versehen – bei Geschäftsleuten und Freiberuflern eingeworfen wurde – das Porto wollte man sich sparen. Bei der örtlichen Sparkasse wurde ein Konto für die »Lohrer Welthungerhilfe« eröffnet. Und vor allem gingen die Frauen mit ihren Büchsen auf die Straße. Im Dezember schien die Mission erfüllt – 54000 Mark kamen so zusammen. Das Konto wurde wieder aufgelöst.

Doch die Not war groß, weshalb der 23. Januar 1985 zum deutschlandweiten »Tag für Äthiopien« erklärt wurde. Weil sich in Lohr keine andere karitative Institution engagieren wollte, übernahmen das erneut die »Lohrer Hausfrauen«. Das Konto wurde reaktiviert – das erneute »Klappern für den guten Zweck« hatte Erfolg, und weitere 19000 Mark gingen ein. Das Konto blieb fortan, der Gruppen-Name auch – »wir waren ja wirklich Hausfrauen«, sagt Hauck lachend.

Für Schulspeisung in Burundi

Zu den Projekten, die die Frauen aus dem Spessart unterstützten, gehörten von 1986 bis 2002 Brunnenbauten im Senegal, danach bis 2016 mobile Schulen am Rand der Sahelzone in Mali und mittlerweile die Schulspeisung in Burundi. In 35 Jahren sammelten die Lohrerinnen die immense Summe von rund 550000 Euro.

Das Vertrauen in die Arbeit der »Lohrer Hausfrauen« ist groß, weil diese die Spenden zu 100 Prozent weitergeben. Deshalb hoffen Adele Hauck und ihre Mitstreiterinnen wieder auf viele bereitwillige Spender, die ihre Geldbeutel zücken.

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