Lohr

Lohrer Jugend wählte ihren Beirat

Der neue Jugendbeirat mit den Vertretern der Stadt (oben von links): Marcel Brunner (Jugendreferent), Nele Aulenbach, Theresa Damm, Mario Paul (Bürgermeister), Volkan Kaya; vorne:  Anna Lattin, Marc Nötscher, Charlotte Lauter, Bela Pleier, Daniel Hahn, Antonia Obert (in Abwesenheit gewählt wurden Leon Bätz und Pia Schwarz). Foto: Simon Hörnig

An 1623 Jugendliche im Lohrer Stadtgebiet erging für Freitagabend der Aufruf, über ihre neue Vertretung bei der Stadt Lohr abzustimmen. Der Veranstaltungsort im Erdgeschoss des Alten Rathauses machte jedoch von vornherein klar, dass das Organisationsteam um Jugendreferent Marcel Brunner für die Wahl des neuen Jugendbeirats nicht die gesamte Lohrer Jugend erwartet hatte.

80 Jugendliche im wahlberechtigten Alter zwischen 14 und 25 Jahren hatten die Veranstalter 2017 motivieren können, ihre Stimme abzugeben. Dass dieser Wert mit lediglich 40 Anwesenden und 24 abgegebenen Stimmen am Freitag deutlich unterschritten wurde, stand im Kontrast zu dem bislang größten Kandidatenfeld in der sechsjährigen Geschichte des Jugendbeirats. Und die 14 Bewerber im Alter von 14 bis 23 Jahren machten in der allgemeinen Vorstellungsrunde auch durch die Bank klar, dass sie richtig Lust hatten, sich für ihre Altersgenossen einzusetzen.

Grillplatz in Schuss gebracht

Bürgermeister Mario Paul wollte in seiner Begrüßungsrede deshalb auch nicht weiter über die Beweggründe der Abwesenden spekulieren, sondern freute sich vielmehr über das Interesse der Anwesenden daran, sich ins politische Geschehen der Stadt einzubringen. "Mitgestalten" war dabei das Stichwort, das der bisherige Vorsitzende des Jugendbeirats, Marc Nötscher, gerne aufgriff und in einer kurzen Präsentation die Erfolge der vergangenen beiden Jahre Revue passieren ließ. So sei die "Lohrer Jugend" auf Initiative des letzten Jugendbeirats nun beispielsweise aktiv auf Facebook und Instagram vertreten. Mit großem Aufwand sei zudem der Grillplatz im Sandfeld mit Bauwagen und einem schwenkbaren Grillrost ausgestattet worden.

"Das hat viele Atemzüge gebraucht, bis wir das auf die Beine stellen konnten", zeigte sich auch Brunner stolz über die Realisierung dieses Projekts. Dem kommenden Beirat versprach der Referent für Familien, Kinder und junge Menschen, dass er weiterhin "Bock" habe, "neue coole Projekte" umzusetzen und als Ansprechpartner für Fragen und Ideen jederzeit zur Verfügung stünde. "Das nehmen wir auch wahr, selbst wenn sein Büro geschlossen ist", bestätigte Nötscher augenzwinkernd und bedankte sich unter dem Gelächter der Eingeweihten mit einer Tüte voller Müsliriegel, von der Brunner in seinem Büro stets einen Schrank voll vorrätig habe.

Damit an dem Abend auch der nötige Ernst nicht fehlte, hatte sich erneut Standesbeamter Bernhard Scheiner bereit erklärt, die Wahl zu leiten. Die erfolgte – mit Unterstützung von Stadträtin Ruth Emrich – nach dem gleichen Protokoll, wie etwa die baldigen Kommunalwahlen. Das war besonders für die zahlreichen Erstwähler ein aufregendes Erlebnis.

Aufgeregt zeigten sich gerade die 14-jährigen Erstwähler bei ihrer Stimmabgabe Foto: Simon Hörnig

"Wir wollen einfach selber mitentscheiden, wer unsere Meinung vertritt", erklärte die 14-jährige Annabell Bick, und ihre Altersgenossin Aileen Kohls wünschte sich vom kommenden Jugendbeirat, die Lohrer Jugend mit Veranstaltungen besser zueinanderzubringen.

Meckern kann jeder

Auch der 18-jährige Jakob Middelberg, der mit seiner Familie erst kürzlich von Bielefeld nach Lohr gezogen war, baute auf ein solches "Netzwerk". "Wir sind da, um für unsere Zukunft zu stimmen", beschwor Emilias Beifuß den Gedanken der "Fridays-for-Future"-Bewegung, für die sich auch das neue Jugendbeirats-Mitglied Charlotte Lauter engagiert. "Ich habe Lust, mit motivierten Menschen hier in der Stadt was voranzubringen, weil Meckern kann ja jeder", brachte die 17-jährige Gymnasiastin die Aussagen vieler ihrer neuen Mitstreiter auf den Punkt.

"Wir machen das immer so, dass wir uns zunächst zusammensetzen und klären, welche Projekte die Teilnehmer wirklich wollen", erläuterte der zum dritten Mal wiedergewählte Nötscher das Prozedere der initialen Entscheidungsfindung für neue Vorhaben. Erste Gelegenheit dafür bot, auf Einladung von Bürgermeister Paul, direkt im Anschluss das gemeinsame Abendessen der neuen und alten Beiratsmitglieder im Weinhaus Mehling.

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