Lohr

Lohrer Weihnachtsmarkt: Heimweg erst, als Glühwein ausgeht

Der "kleine Weihnachtszauber" lockte viele Besucher in die Färber- und Stadtmühlgasse. Für viele Außenstände der ansässigen Geschäfte hieß es spätestens um 21 Uhr: ausverkauft. Foto: Thomas Josef Möhler

So gut besucht wie schon lange nicht mehr war der Auftakt zum Weihnachtsmarkt der Werbegemeinschaft am Wochenende. Am Freitag drängten sich Besuchermassen in der Fußgängerzone und beim "kleinen Weihnachtszauber" in der Färber- und Stadtmühlgasse. Daran änderte auch der einsetzende Regen nicht viel.

Günstig sei die Nässe von oben natürlich nicht gewesen, aber der Regen sei wesentlich später als angekündigt gekommen, sagte Angelika Winkler, die Vorsitzende der Werbegemeinschaft, im Gespräch mit dieser Zeitung. "Wir hatten Glück im Unglück."

Der Regen hatte den Nebeneffekt, dass die Besucher in die Geschäfte gingen, die wegen des Weihnachtsshoppings bis 21 Uhr offen hatten. Aber auch die Buden- und Ständebetreiber kamen nicht zu kurz. Mit ihnen hat Winkler gesprochen.

Viele Stände ausverkauft

An der Färber- und Stadtmühlgasse seien die Außenstände der ansässigen Geschäfte ausverkauft gewesen oder hätten fast nichts mehr gehabt. Die Budenbetreiber mit handwerklichen Waren in der Fußgängerzone seien die ganze Woche da und kalkulierten ohnehin nicht tageweise.

"Der Andrang bei der Eröffnung war groß, die Stimmung schön und heimelig", meinte Winkler. Dennoch dürfe man nicht vergessen, dass der Weihnachtsmarkt für die Werbegemeinschaft ein "enormer Kraftakt" sei, die "intensivste Veranstaltung" im Jahresverlauf.

Die Konkurrenz werde immer größer, es gebe immer mehr Weihnachtsmärkte in den Orten der Umgebung. Stände wie vor fünf bis zehn Jahren mit einem attraktiven Livegeschehen wie der Brotbäcker vor einigen Jahren auf dem oberen Marktplatz "können wir uns nicht mehr leisten, diese Stände gehen auf die großen Märkte".

Laut Winkler wurden früher attraktive Anbieter dafür bezahlt, dass sie nach Lohr kamen. Das sei mittlerweile nicht mehr der Fall. Das bestätigte auch Marktorganisator Thomas Schmidt: "Es bekommt definitiv keiner Geld dafür, dass er nach Lohr kommt." Dass es dieses Gerücht nach wie vor gibt, führte Schmidt auf Anfrage auf die Geschichte eines Glasbläsers zurück, der vor einigen Jahren zweimal auf dem Lohrer Weihnachtsmarkt gewesen sei.

Ihn habe er danach in Frankfurt getroffen. Auf seine Frage, ob er nicht wieder nach Lohr kommen wolle, habe der Glasbläser scherzhaft eine vierstellige Summe und freie Kost und Logis gefordert. "Das habe ich einigen Leuten erzählt, die es wohl in den falschen Hals bekommen haben", so Schmidt.

Bereits zum fünften Mal haben das Kosmetikstudio Kraft, die Kleine Konditorei und der Juwelier Kriegbaum den Essens- und Getränkestand am Eröffnungstag an der Sterngasse zu Gunsten der Lions-Aktion "Kinder in Not" organisiert. Einige Lions-Mitglieder halfen am Stand mit. "Es war super wie eh und je", berichtete Doris Kraft.

Kaum nachgekommen

Trotz des Regens hätten die Besucher bis 22 Uhr den Stand umlagert, "wir mussten sie heimschicken, weil wir keinen Glühwein mehr hatten". Für den Glühwein habe ihr Mann zwischenzeitlich sogar neue Zutaten holen müssen. Mit den Feuertonnen, großen Schirmen und ihrer Markise sei der Regen kein Problem gewesen.

Zur Unterhaltung habe die Familie Heilgenthal Musik gespielt. "Wir sind mit dem Ausschank kaum nachgekommen." Der Erlös sei noch nicht ausgerechnet worden, so Kraft, aber er werde sich im Rahmen der letzten Jahre bewegen, "auf keinen Fall weniger".

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