Lohr

Lohrer Weihnachtsmarkt auf dem Prüfstand: Künftig am Schlossplatz?

Die Feuerwehr spielt aus Sicherheitsgründen nicht mehr mit und die Werbegemeinschaft signalisiert: Wir machen's nicht mehr alleinverantwortlich. Und nun?
Der erste Schnee des Winters am 11. Dezember 2019 in Lohr: Die Bimmelbahn um den Märchenbrunnen am Unteren Marktplatz beanspruchte Platz, der für Buden des Weihnachtsmarktes fehlte.  Foto: Roland Pleier

Die Feuerwehr spielt aus Sicherheitsgründen nicht mehr mit und die Werbegemeinschaft signalisiert: Wir machen's nicht mehr alleinverantwortlich. Das war das Ergebnis einer Besprechung aller Beteiligten am Tag danach, am elften Tag nach der Eröffnung des 31. Lohrer Weihnachtsmarktes (wir berichteten). Der Weihnachtsmarkt steht also auf dem Prüfstand. Ob und wie es weitergeht, soll im Februar besprochen werden.

Die Nachricht sorgte zwar nicht gerade für helles Entsetzen: Öffentlich gab es bislang keine nennenswerte Stellungnahme. Wohl aber bewegte es etliche Gemüter in der geschlossenen Facebook-Gruppe "Ob Mopper oder Schnüdel", die aktuell knapp 1500 Mitglieder zählt. Interessant dabei ist das Ergebnis einer dort erstellten Umfrage, die jeder um weitere Optionen ergänzen konnte.

Starkes Votum für den Schlossplatz

Demnach können sich 121 Gruppenmitglieder vorstellen, dass der Weihnachtsmarkt auch auf dem Schlossplatz gut aufgehoben wäre. Damit wären zumindest die Sorgen der Feuerwehr um das Alte Rathaus umgangen. Für den Vorschlag, den Markt am Kirchplatz abzuhalten, konnten sich hingegen nur sechs Gruppenmitglieder erwärmen.

Relativ viele wünschten sich sogar einen größeren Weihnachtsmarkt: "Mir ist er viel zu klein" bekundeten immerhin 44 der Abstimmenden (Mehrfachnennung war ausdrücklich erlaubt). Dass der Weihnachtsmarkt "nix halbes und nix ganzes" sei, meinten hingegen nur ein Dutzend Gruppenmitglieder.

Anregungen und Meinungen von Besuchern

Diskussionsbeiträge waren teilweise differenzierter. "Ich fand es dieses Jahr mit den besten Weihnachtsmarkt, den Lohr je hatte", lobt einer, der sich zudem dafür ausspricht, dass die Organisation in ehrenamtlicher Hand bleiben sollte. Denn nur so seien "die Wertschätzung und das Fingerspitzengefühl gegenüber den Standbetreibern und Gästen auf Augenhöhe".

Um 19 Uhr sind die Buden zu. So manch einer würde dann noch gerne Glühwein trinken und Leute treffen. Foto: Roland Pleier

Dass um 19 Uhr schon Schluss war, bemängelten zwei. Eine Mutter fand ihn jetzt "gar nicht so schlecht für eine Kleinstadt". Sie habe sich im vergangenen Jahr geschworen, ihn gar nicht mehr zu besuchen, war heuer aber vom Würzburger enttäuscht, wo alles zu finden war, "was das Herz der Erwachsenen begehrt". Für Kinder aber, "die Weihnachten mit viel emotionaleren Augen sehen", sei gar nichts dabei gewesen. In Lohr habe es immerhin ein Karussell und später auch die Eisenbahn gegeben.

Freilich ist eine solche Umfrage nicht repräsentativ und gibt nur Hinweise auf Meinungen. Inwieweit Befürworter dann tatsächlich auch den Markt auf dem Schlossplatz besuchen würden, ist damit nicht beantwortet. Auch zeigt eine Kritik, dass nicht jeder alles im Blick hat. Die Umfrageoption "Es fehlen die gebrannten Mandeln" wurde von immerhin vier weiteren Abstimmungsteilnehmern geteilt – von anderen aber entkräftet: Es gab sie – "zwischen Gewürz Schäfer und dem Bratwurstbräter mit Kringelpommes ..."

Der Schlossplatz als alternativer Standort ist übrigens nicht neu – im Gegenteil: Dort schlug am 8. Dezember 1989 sogar die Geburtsstunde des Lohrer Weihnachtsmarkts, damals noch "Lohrer Christkindles-Markt" genannt. 

Wo beim Weihnachtsmarkt die Bimmelbahn fährt, ist kein Platz mehr für die Drehleiter der Feuerwehr.  Foto: Roland Pleier

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