Lohr

MSP-Feuerwehren: Übungen mit Atemschutz aber ohne Vertrag

Parallel zum Betrieb mit jährlich 700 Feuerwehrleuten laufen auch Vertragsverhandlungen – und das seit über einem Jahr. Noch ist offen, wann die Anlage erneuert wird.
Thomas Kreser von der Feuerwehr Lohr auf der Atemschutzübungsanlage des Landkreises Main-Spessart in der Lohrer Feuerwache. Foto: Yvonne Vogeltanz
Im Keller ist auf 140 Quadratmetern die landkreiseigene Atemschutzübungsanlage untergebracht. Foto: Yvonne Vogeltanz

Einmal im Jahr sollte jeder durch: Einmal im Jahr soll sich jeder Atemschutzgeräteträger aus dem Landkreis der 20-minütigen Tortur unterziehen, unter simulierten Extrembedingungen 72 Meter zu gehen oder zu kriechen und dabei vorgegebene Aufträge zu erledigen. 1988 wurden die 140 Quadratmeter im Keller der Lohrer Feuerwache für diesen Zweck eingerichtet. Der Landkreis Main-Spessart hat sie angemietet.

Anlage ist in die Jahre gekommen

Doch vor einem Jahr war die Anlage um diese Zeit außer Betrieb. Der Grund: Der Vertrag über den Betrieb der Anlage zwischen der Stadt Lohr und dem Landkreis war Ende 2018 ausgelaufen. Dazu kam, dass die 31 Jahre alte Anlage "voll in die Jahre gekommen" war, so Lohrs Kommandant Clemens Kracht damals gegenüber der Redaktion. Deshalb werde die Anlage "voraussichtlich im Sommer" komplett herausgerissen und neu gemacht. Die Mittel dafür seien vom Kreis schon eingestellt.

Geschafft! Thomas Kreser nach seinem Durchgang auf der Atemschutzstrecke. Das Archivbild stammt aus dem Jahr 2010. Foto: Yvonne Vogeltanz

Das war Stand Januar 2019. Doch wie ging es im vergangenen Jahr weiter und wie sieht es aktuell aus? Die Redaktion fragte nach bei der Stadt Lohr und dem Landratsamt. 

"Es gibt noch keinen neuen Vertrag", erklärte Dieter Daus, Pressesprecher der Stadt Lohr auf Anfrage. Der Betrieb sei dennoch ab März "einwandfrei und reibungslos abgelaufen" – "bei laufenden Vertragsverhandlungen", wie Mandy Feser von der Pressestelle des Landratsamts ergänzt. 

Warum es so lange dauert

Die zeitliche Verzögerung bei den Vertragsverhandlungen begründet Daus mit einem "personellen Engpass in der städtischen Gebäudeverwaltung". Der Mietvertragsentwurf sei derzeit in Arbeit, führt er aus, und werde "schätzungsweise bis Mitte 2020" unterschriftsreif sein.

Soll erneuert werden: Der Leitstand der Atemschutzübungsstrecke in Lohr. Auf unserem Archivbild überwacht Steffen Heilmann die Übenden mittels Infrarotkameras. Foto: Yvonne Vogeltanz

Für die Erneuerung der Übungsstrecke, vor allem des Leitstands, hatte der Landkreis im Haushalt des vergangenen Jahres 180 000 Euro eingestellt. Doch wurden "die Investitionen aufgrund der noch laufenden Vertragsverhandlungen vorläufig zurückgestellt", teilt das Landratsamt mit. Im laufenden Haushalt sind sie nach Auskunft des Landratsamts wieder in gleicher Höhe eingeplant.

Kosten: gut 10 000 Euro pro Jahr

Nachdem im März der Betrieb wieder aufgenommen worden war, durchliefen – wie in den Jahren zuvor – wiederum rund 700 Feuerwehrleute die Übungsstrecke. Der Stadt Lohr entstehen dadurch keine Kosten, erläuterte Daus. Die Ausbilder würden vom Landratsamt entschädigt. Dieses schlüsselt seine Kosten wie folgt auf: rund 5000 Euro fallen für Miete und Nebenkosten an, weitere 5400 Euro für Personal und Unterhalt, unterm Strich also 10 400 Euro.

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