Karlstadt

MSP-Klinikreferent Gregor Bett kehrt nicht mehr zurück

Sehr zurückhaltend war Landrat Thomas Schiebel hinsichtlich der Gründe, die zur Trennung führten. Eines aber wurde im Pressegespräch deutlich: Es ist aus und vorbei.
Er gibt den weiteren Weg nicht mehr vor: Klinikreferent Dr. Gregor Bett (hier bei einer Bürgerversammlung in der Schwenk-Kantine zum Thema Krankenhaus in Karlstadt im Februar 2017). Landrat Thomas Schiebel und der Kreistag haben seine Kündigung beschlossen. Foto: Lukas Will

Der Landkreis Main-Spessart trennt sich von seinem Klinikreferenten, Dr. Gregor Bett. Diese Nachricht kam für die breite Öffentlichkeit völlig überraschend.  "Ich werde sehr zurückhaltend sein", leitete Landrat Thomas Schiebel am Montagnachmittag im Landratsamt in Karlstadt das Pressegespräch ein, in dem es vor allem um die Frage ging, wie es zur Kündigung kam und wie das weitere Vorgehen sein wird. Schiebel, der das Gespräch gemeinsam mit dem stellvertretenden Klinikreferenten Günther Betz, dem Leiter der Rechtsabteilung, Dr. Michael Deubert, und Pressesprecher Holger Steiger bestritt, setzt weiter auf eine einvernehmliche Lösung mit Bett. Aber selbst wenn diese nicht gelingt, so ist nicht davon auszugehen, dass  der Klinikreferent noch einmal seine Arbeit aufnimmt. Schiebel: Ich kann mir nicht vorstellen, dass er noch einmal kommt." 

Ordentlich gekündigt wurde Gregor Bett zum 31. März 2020. "Wir streben an, vor dieser Frist herauszukommen", sagte Schiebel. Egal wie, es wird für den Landkreis nicht billig, denn entweder wird eine Abfindung zu zahlen sein oder das Gehalt läuft weiter bis zum Kündigungsdatum. Wenn aber in sozialen Netzwerken von einer halben Million Euro die Rede sei, sei das "weit entfernt" von der Realität, meinte der Landrat. Selbst nannte er keine Zahlen, räumte aber ein, dass das Einkommen des Klinikreferenten über dem des Landrats liege. 

Keine Kampfabstimmung im Kreistag

Was aber hat den Kreistag in nichtöffentlicher Sitzung am 15. März veranlasst, Gregor Bett zu kündigen und das wohl mit großer Mehrheit (Schiebel: "Eine Kampfabstimmung war es nicht.")? Laut Schiebel war Betts Handeln "rechtlich nicht zu beanstanden". Bett habe eine leitende Position inne, da reiche es aus, wenn der Arbeitgeber zur Einschätzung gelange, dass der Betreffende für die künftigen Aufgaben nicht mehr die richtige Person ist, "ohne dass Verfehlungen oder Schlechtverhalten dafür vorliegen muss".

Auf Nachfrage räumte der Landrat ein, dass es "immer wieder Gespräche mit Bett gab, was seine Zusammenarbeit mit den politischen Gremien und der Werkleitung anbelangte". Diese hätten sich "mehr Mitnehmen, mehr Kommunikation gewünscht".

Das Dienstverhältnis mit Bett sei aber vor der Kreistagssitzung weder in irgendwelchen Ausschüssen noch im Kreistag selbst Gegenstand von Beratungen gewesen. Auf die Tagesordnung wurde es vom Landrat gesetzt, der vor der Sitzung auch den Betroffenen informierte. Keine Aussage gab es dazu, ob die Entscheidung von einer Kreistagsfraktion vorher beantragt wurde. Wie die Entscheidung ausfallen würde, dessen war sich der Landrat nach den vorherigen Sondierungen in den Fraktionen allerdings sicher.

"Da muss es einfach sehr gut laufen zwischen allen Beteiligten."
Landrat Thomas Schiebel zum Projekt Klinikneubau

Und damit wollte es Thomas Schiebel in der Rückschau belassen. Zur Frage, ob aus heutiger Sicht frühere Entscheidungen von Bett anders getroffen würden, meinte Schiebel, darüber zu spekulieren bringe nichts. Er blickte lieber in die Zukunft. Der Klinikneubau sei mit rund 140 Millionen Euro die größte Investition, die der Landkreis je tätigte, ein Projekt, das in kommunaler Hand in diesem Umfang in ganz Bayern ein  zweites Mal schwer zu finden sei. "Da muss es einfach sehr gut laufen zwischen allen Beteiligten."

Dass der Landkreis rasch einen Nachfolger finden wird, da zeigte sich der Landrat zuversichtlich. 2016, als Gregor Bett zum Zuge kam, habe es rund 50 Bewerbungen um diese Stelle gegeben.  Wie die neue Stelle definiert sein wird, ob der Landkreis hier beim Aufgabenspektrum und den Eigenbetrieben richtig aufgestellt ist, das werde der Kreistag entscheiden. Man wolle "zeitnah und zügig nachbesetzen" und "möglichst im Sommer im Auswahlverfahren sein". Vorbereiten werde dies ein Fachbüro.

Keine Verzögerungen für das Klinikprojekt

Schiebel und Günther Betz betonten auf Nachfrage, dass die Personalentscheidung Bett keinen Einfluss auf die zeitlichen Abläufe bei der Umsetzung des Zentralklinikums habe. Dass der Förderantrag fristgerecht eingereicht werde, ist laut dem stellvertretenden Klinikreferenten sichergestellt.  Die Arbeitsgruppe zum Klinikneubau habe bereits getagt und werde weiter tagen, so Schiebel. Die krankenhausinternen Abstimmungen mit dem Planer und dem Projektsteuerer, wie das Klinikum aussehen soll, laufen auch weiter.

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