Karlstadt

Main-Spessart: Energieberatung und Klimaschutz nehmen Fahrt auf

Michael Kohlbrecher informierte den Kreistag über die Aktivitäten und Erfolge im zu Ende gehenden Jahr. Einige Fördertöpfe laufen aus, andere Angebote bleiben bestehen.
Auch die Aktion "Ältester Kühlschrank" (hier ein Foto von den Gewinnern im April 2019) zählt zu den Aktivitäten des Klimaschutzmanagements am Landratsamt Main-Spessart. Foto: Ernst Schneider

Das Solardachkataster und die Aktion "Ältester Kühlschrank" sind nur zwei der vielen Aktivitäten des Klimaschutzmanagements, von denen Klimaschutzmanager Michael Kohlbrecher dem Bau- und dem Schulausschuss berichtete. Über das Solardachkataster (www.solare-stadt.de/main-spessart/) lässt sich die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage für jedes Dach im Landkreis prüfen. Es ging Anfang Februar 2019 online und erzielte bisher 5000 Klicks. Für die Kosten von 16 000 Euro erhielt der Landkreis 80 Prozent Förderung.

Ebenfalls Anfang Februar wurden 28 Haushalte mit einer "Grünen Hausnummer" ausgezeichnet. Weitere 29 Haushalte haben sich inzwischen beworben. Innerhalb von nur zweieinhalb Monaten vollständig ausgeschöpft wurde der mit 40 000 Euro gefüllte Fördertopf der Kreises für den Umstieg von einer Öl- auf Holzzentralheizung sowie Solarthermie-Anlagen. Einen neuen wird es nicht mehr geben, weil der Bund einen Zuschuss von 40 Prozent angekündigt hat.

Der "Älteste Kühlschrank" wurde im März im Kooperation mit der Energieagentur Unterfranken gesucht. Es gab 44 Einsendungen, ein alter Bosch mit Schnappverschluss wurde gegen einen vom Elektrofachmarkt TVG in Gemünden gesponserten der höchsten Energieeffizienzklasse ersetzt.

Sieben Vorträge gab 2019 es bei der seit 2011 laufenden Vortragsreihe "Energie und Klimaschutz für Jedermann" in Kooperation mit der Volkshochschule. Die Besucherzahlen lagen zwischen 30 und 40 Interessierten.

Fahrt aufzunehmen scheint das Energieberatungsangebot. 27 Mal wurden die 100 Euro Zuschuss der Kreises zu Erstberatungen in diesem Jahr beantragt. Das seit drei Jahren laufende Förderangebot wird es noch bis Ende September 2020 geben, dann wird sich der Landkreis dem Beratungsangebot der Verbraucherzentrale anschließen.

Um beim Nachwuchs Bewusstsein für den Klimaschutz zu fördern wurden auch 2019 fünf Klimaschutz-Aktionstage veranstaltet. An der Realschule Marktheidenfeld hörten 550 Schüler den Vertrag von Michael Kohlbrecher. Beim Arbeitskreis Karlstadter Schulen war Klimaschutz in diesem Jahr das Schwerpunktthema. Auf seine Initiative gab es in der vom Kultusministerium ausgerufenen "Woche der Gesundheit" viele schulübergreifende Workshops und Aktionen zum Klimaschutz.

Zur Förderung der Elektromobilität wurde zusammen mit Dominik Sitter vom ÖPNV ein Ladesäuleninfrastrukturprojekt für den Landkreis beauftragt. Ziel sind konkrete Standortempfehlungen für Kommen, wo Ladesäulen sinnvoll und technisch machbar sind. Der Bund fördert das Projekt zu 80 Prozent.

Das Fahrrad als klimafreundliches Verkehrsmittel bewerben soll die Aktion Stadtradeln. Der Landkreis mischte zum vierten Mal mit; 209 Radler sammelten insgesamt 75 861 Kilometer. Die Preisträger waren allerdings eher sportlich oder bei Aktionstagen (Schulen) unterwegs.

Prinzipiell konzentriert sich Klimaschutzmanager Michael Kohlbrecher auf öffentlichkeitswirksame Aktionen. Er steht aber auch der Kreishochbauverwaltung beim Ausbau der Photovoltaik auf kreiseigenen Dächern, bei Heizungssanierungen, der Beschaffung von Fördermitteln und der Erstellung von Energieausweisen zur Verfügung. Außerdem wurde die Aktion "Leitlinie Nachhaltiges Bauen" initiiert und realisiert. Das Klimaschutzmanagement ist auch bei der Planung zum Energiekonzept des neuen Zentralklinikums beteiligt. Weil das Energiemanagement an kreiseigenen Liegenschaften bisher zu kurz kam, wurde Anfang Juli auf Initiative der Hochbauverwaltung ein Energiemanager eingestellt.

Im Jahr 2020 sollen die etablierten Angebote weiter geführt werden, so wird das Lade-Infrastrukturprojekt noch fünf Monate in Anspruch nehmen. Geplant ist die Mitwirkung an einem Mobilitätstag einer Projektgruppe in Marktheidenfeld und die Neuauflage der 2016 zuletzt erschienen Energiefibel. Als niederschwelliges neues Angebot sind Vor-Ort-Erstenergieberatungen geplant. Es soll auch Informationsveranstaltungen und Workshops für Kommunen (Energiemanagement, Klimaschutz in Neubaugebieten, Elektrische Nutzfahrzeuge) geben. Wichtig ist dem Klimaschutzmanagement die Fortschreibung der Energie- und CO2-Bilanz des Landkreises.

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