Karlstadt

Main-Spessart: Steigende Kosten für den ÖPNV

Seit 1. November fahren die Busse im Auftrag des Landkreises. Freistaat übernimmt zwei Drittel der Kosten.
Seit 1. November sind in Main-Spessart neue Fahrpläne in kraft. Damit steigen auch die Ausgaben für den Landkreis.  Foto: Karlheinz Haase

Der Landkreis Main-Spessart plant fürs kommende Jahr ein, selbst rund 2,7 Millionen Euro für den Öffentlichen Personennahverkehr aufzuwenden. Das ist ein Drittel der entstehenden Kosten, die voraussichtlich bei fast acht Millionen Euro liegen werden. Zwei Drittel - also rund 5,3 Millionen Euro - wird der Freistaat über die ÖPNV-Zuweisung beisteuern. Dieser Planung haben die im Wirtschaftsausschuss vertretenen Kreisräte am Montag zugestimmt. Demnächst muss noch der gesamte Kreistag sein Ja-Wort dazu geben.

Die meisten Busse im Landkreis fahren seit 1. November nicht mehr eigenwirtschaftlich, sondern im Auftrag des Landkreises. Daher fallen die Zahlen deutlich anders aus als bisher. Stehen für den Fahrbetrieb heuer noch lediglich 1,77 Millionen Euro im Raum, so belaufen sich die Ausgaben nach der momentanen Kalkulation im kommenden Jahr auf 9,8 Millionen. Die Einnahmen werden auf 5,5 Millionen Euro geschätzt.

Das 365-Euro-Ticket

Neben dem Fahrbetrieb spielen eine ganze Reihe anderer Faktoren in die Kostenberechnung hinein. Unter anderem taucht dort der Posten "365-Euro-Ticket" auf. Ab September sollen Schüler und Auszubildende damit das ganze Jahr über frei im Verkehrsverbund Mainfranken fahren dürfen, also in den Landkreisen Main-Spessart, Würzburg und Kitzingen. Dafür sind Kosten von zwei Millionen Euro angesetzt.

Kommentar von Kreisrat Rudolf Hock (CSU): "Diese Zahl ist mit Vorsicht zu genießen." Es handele sich nur um eine grobe Schätzung. Er befürchte auch, der Staat könne sich irgendwann wieder zurückziehen. Gegengerechnet werden die bisherigen Kosten für die kostenfreie Schülerbeförderung und Zuschüsse des Staates aus dem Mobilitätsfonds. Maximal 500 000 Euro will der Landkreis für solche Verbesserungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Mobilitätsfonds einbringen.

Gerhard Kraft (Grüne) meinte, am einfachsten wäre es, dass alle Menschen das 365-Euro-Ticket kaufen könnten – ohne aufwendige Bedürftigkeitsprüfungen. Geplant ist, dass es für Schüler, Auszubildende und kleinere Gruppen wie FSJler (Absolventen eines Freiwillig Sozialen Jahres) und Bufdis (Absolventen des Bundesfreiwilligendienst) verfügbar ist, unabhängig vom Alter.

Kosten für weitere Verbesserungen 

Weitere Kosten bei den Verbesserungen im ÖPNV verursachen beispielsweise  der barrierefreie Ausbau der Haltestellen, die Öffentlichkeitsarbeit, juristische Beratung oder die Rufbusse. In denen gelten seit 1. November die normalen Fahrscheine ohne Aufpreise. Rund 295 000 Euro könnte das alleine im kommenden Jahr kosten. 

Die Ausschussmitglieder beschlossen, die Einnahmeaufteilung für alle Buslinien im Landkreis Main-Spessart von der Firma Omnibusverkehr Franken erledigen zu lassen. Sie erhält dafür einen Festbetrag von gut 102 000 Euro. Außerdem wird das Busunternehmen Karl (Frammersbach) damit beauftragt, bis Ende 2020 die Mobilitätszentrale weiterzuführen. Dafür werden 79 000 Euro fällig.

In der Sitzung wurde darüber informiert, dass die Firma Grasmann-Reisen (Hafenlohr) ab 1. Dezember den Stadtverkehr Marktheidenfeld durchführt. Dafür werden zwei Kleinbusse mit Elektroantrieb eingesetzt. Ab Anfang 2021 sollen im bisherigen Verkehrsverbund Mainfranken  (Main-Spessart, Würzburg, Kitzingen), aber auch im Erweiterungsgebiet (Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt) zwölf Monate lang alle Fahrten gezählt werden. Das wird die Basis sein für die Aufteilung der Einnahmen im neuen Verkehrsverbund. 

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