Karlstadt

Main-Spessart führt 365-Euro-Ticket für Schüler und Azubis ein

Das 365-Euro-Ticket hat keine Altersbeschränkung, die Schüler müssen jedoch die nächstgelegene Schule besuchen. Die Kosten für den Landkreis von etwa 700 000 Euro übernimmt der Freistaat zum Teil.
Symbolbild Tickets
Symbolbild Tickets Foto: Arne Dedert/dpa

Jetzt geht es doch recht schnell: Zum 1. August wird im Verkehrsverbund Mainfranken und damit auch im Landkreis Main-Spessart das 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende eingeführt. Was für den potentiellen Nutzerkreis, zu dem auch Freiwillige des Bundesfreiwilligendienstes und des freiwilligen sozialen Jahrs sowie Beamtenanwärter gehören, ein interessantes Angebot ist, kostet den Landkreis sowie die Stadt Würzburg und die Landkreise Würzburg und Kitzingen als Aufgabenträger geschätzte 1,4 Millionen Euro im Jahr, die Hälfte davon dürfte auf Main-Spessart entfallen. Genaueres wird ein Gutachten ergeben, das Mitte März vorliegen soll.

Diese Kosten, die letztlich den gesparten normalen Fahrkarten der Nutzer entsprechen,  werden vom Freistaat Bayern für die nächsten fünf Jahre zu zwei Dritteln übernommen. Dazu müssen die Aufgabenträger die Einführung der 365-Euro-Tickets beschließen. Mit dem einstimmigen Beschluss des Kreistages Main-Spessart am Freitag wurde diese Bedingung erfüllt.

Keine Altersbeschränkung für Schüler

Für das Ticket gibt es keine Altersbeschränkung, es ist bei Schülern aber an den Besuch der nächstgelegenen Schule geknüpft, weil es für sie auch die (sonst vom Landkreis bezahlte) Schülermonatskarte ersetzt. Mit dem großen Vorteil, dass die Inhaber zum Jahrespreis im gesamten Verkehrsverbund fahren können. Also auch zum Beispiel von Bischbrunn nach Iphofen.

Günstig zu einer anderen "Wunschschule" fahren kann man damit aber nicht. Auf Nachfrage von Kreisrat Gerhard Kraft erklärte Monika Mützel vom Sachgebiet öffentlicher Nahverkehr, dass bei einer solchen Schulummeldung das Ticket gekündigt würde. Die Schülerströme sollen durch das neue Angebot nicht verändert werden. Dass es Studenten nicht nutzen können, ist eine Vorgabe des Freistaates Bayern. Für sie gebe es andere Vergünstigungen, hieß es im Kreistag.

Vor einer Woche, in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses, war noch von einer Einführung des 365-Euro-Tickets im Schuljahr 2021/2022 die Rede gewesen. Das wäre nicht unproblematisch gewesen, weil im Jahr 2021 eine Verkehrserhebung geplant ist und eine so gravierende Tarifänderung mitten im Untersuchungszeitraum das Ergebnis deutlich verzerrt hätte. Es zeigte sich aber inzwischen, dass die Einführung noch in diesem Jahr möglich ist.

In Karlstadt soll VVM-Kundenzentrum entstehen

Angedacht (für spätere Jahre) sind außerdem Erweiterungen von Busverkehren im Rahmen der Linienbündel oder als Direktvergaben. "Bei uns fährt am Wochenende kein einziger Bus mehr", bemerkte Kreisrat Richard Krebs zur Umstellung auf die Linienbündel. Weiter soll es eine Machbarkeitsstudie zum E-Ticket und E-Tarif geben. Dann könnte man über eine Smartphone-App die günstigsten Verbindungen ermitteln und auch online die Fahrkarte kaufen. Auch ein VVM-Kundenzentrum im Landkreis ist angedacht, bisher lassen sich manche Dinge nur in einem solchen Zentrum in Würzburg erledigen.

"Eigentlich bräuchten wir im Flächenlandkreis mehrere solcher Zentren", räumte Landrat Thomas Schiebel ein. Eingerichtet werden solle zunächst eines in Karlstadt. "Es wäre lobenswert, wenn die Initiative des Freistaates dazu führt, dass neue Kunden angelockt werden," fand Kreisrat Walter Höfling.

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