Karlstadt

Main-Spessarts Klinikreferent Bostelaar will die Betten füllen

Die Verluste der Krankenhäuser werden 2019 wohl unter der Sechs-Millionen-Euro-Marke bleiben. Der neue Manager ist zuversichtlich und sieht "noch viel Luft nach oben".
Während es beim Kreisseniorenzentrum in Marktheidenfeld und der Geriatrischen Reha von den Zahlen her erfreulich läuft, bleiben die Fallzahlen beim Krankenhaus Marktheidenfeld unter den Erwartungen. Foto: Carolin Schulte

"Noch viel Luft nach oben" sieht der neue Klinikreferent René Alfons Bostelaar angesichts der  Wirtschaftszahlen des aktuellen Jahres für das Klinikum Main-Spessart. Was konkret er damit meine, wollte Heidi Wright im Werkausschuss des Eigenbetriebs Klinikum am Freitag wissen. "Wir haben Betten frei", sagte Bostelaar und dass die Verantwortlichen auf vielen Ebenen versuchten, "die Kommunikation mit den Zuweisern zu verbessern". Dass dies Früchte tragen werde, dessen ist sich der Klinikreferent sicher. Auch die Leistungsfähigkeit spreche dafür: "Gute Medizin spricht sich herum."  

Auffällig an den von Karl Gerhard, dem Leiter Finanzwesen des Klinikums, vorgestellten Zahlen war für Gerhard Kraft, dass die Verweildauer im Krankenhaus nochmals gesunken ist: Von 5,8 auf 5,38 Tage. Trotzdem seien die Erlöse höher, lautete seine Feststellung, die zugleich eine Frage war.

"Man sieht eine gewisse Effizienzsteigerung", antwortete Bostelaar. Die Auslastung könnte deutlich besser sein, aber das werde noch kommen, zeigte sich der Klinikreferent zuversichtlich. Die Zeit der Negativmeldungen in der Presse sei vorbei, so Bostelaar. "Jetzt müssen wir nach vorne schauen."

Die positive Entwicklung in Lohr wird in den Fallzahlen deutlich, die Karl Gerhard erläuterte. Das Haus werde mit 11 150 Fällen klar über den Planzahlen für 2019 landen.  Allerdings läuft es in Marktheidenfeld schwächer als erwartet. Hier werden die Planzahlen nicht erreicht, liegt die Bettennutzung aktuell bei 50,5 statt der erhofften 57,3 Prozent. Die Belegung insgesamt, betrachte man beide Häuser, sei aber hochgerechnet mit 2,5 Prozent im Plus. 

Einen deutlichen Aufwärtstrend gebe es bei der Geriatrischen Reha in Marktheidenfeld und beide Kreisseniorenzentren – Gemünden und Marktheidenfeld – seien "auf hohem Niveau ausgelastet".  "Die gute Qualität der Arbeit wird honoriert", freute sich Gerhard.

Auf der wirtschaftlichen Seite erreiche man durch die 243 Fälle mehr im Klinikum die angestrebten Erlöse, auch wenn die Zahlen beim Case-Mix-Index (dem Fallschweregrad je Patient, nach dem abgerechnet wird) leicht unter dem Plan bleiben.

Für Personal wurden bis Ende Oktober 35,37 Millionen Euro aufgewendet und damit 633 340 Euro weniger als im Wirtschaftsplan angesetzt. An Minus für die Krankenhäuser wurden für heuer 6,58 Millionen Euro erwartet; nach derzeitigen Berechnungen werden es 5,97 Millionen Euro sein.

Auch bei den Senioreneinrichtungen (370 000 Euro Minus erwartet) wird es besser laufen: Hier rechnet Gerhard mit 215 000 Euro minus. 

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