MAIN-SPESSART

Mainanlieger reiten auf Gelber Welle

Die Gelbe Welle: Im Landkreis Kitzingen ist die Beschilderung für Wasser-Touristen und -sportler am Main bereits verbreitet. Albertshofen beispielsweise stellte im September Schilder auf, nachdem die Gemeinde für 5000 Euro eine Anlegestelle für Wasserwanderer geschaffen hatte. Auch in Main-Spessart soll nun der Flusstourismus künftig besser beworben werden. Foto: Ralf Weiskopf

Nach den Wander- und Radwegen nehmen die Touristiker die Flüsse ins Visier. Am Main treffen sich dank des Fünf-Sterne-Maintalradwegs die Nutzungsmöglichkeiten – Synergien mit dem Wassertourismus sind leicht zu schaffen. Die Europäische Union fördert die Entwicklung, und auch die Orte entlang des Mains wollen nicht abseits stehen, sondern sozusagen auf der Gelben Welle, dem 2004 eingeführten Symbol für den Wassertourismus, reiten.

Federführung bei Aktionsgruppe

Bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch in der Gemündener Scherenberghalle bekräftigten die Bürgermeister und Fremdenverkehrsreferenten von Zellingen, Karlstadt, Gemünden, Kreuzwertheim und Miltenberg ihr Interesse. Für das Landratsamt Main-Spessart sagten die Tourismuschefin Valentine Lehrmann und die Regionalmanagerin Tatjana Reeg die Unterstützung zu. Die Federführung hat die von 18 Gemeinden getragene Lokale Aktionsgruppe (LAG) Wein, Wald, Wasser e. V. mit Sitz in Thüngersheim.

Die LAG bereitet für die Landkreise Main-Spessart, Würzburg und die Stadt Würzburg ein Konzept für den Wassertourismus vor; die Landkreise Miltenberg und Aschaffenburg sowie die Stadt Wertheim können sich anschließen. Vorbild ist der Landkreis Kitzingen, in dem das Projekt 2007 begonnen wurde und derzeit umgesetzt wird. Im Landkreis Schweinfurt läuft die Bestandsaufnahme. Ziel ist eine ganzheitliche Vermarktung des über 500 Kilometer langen Mains; der Tourismusverband Franken bewirbt den Fluss bereits (im Internet: www.mainriver.de).

Darauf wies Dr. Joachim Först von der LAG in der Veranstaltung in der Gemündener Scherenberghalle hin. Er und seine Kollegen präsentierten Beispiele und die Möglichkeiten, nannten die Eckdaten und legten einen Zeitplan vor:

• Das Main-Konzept: Wer zu Wasser einen Ort erreicht, soll durch eine vereinheitliche Beschilderung am Ufer (und Faltblätter) auf die gastronomischen und weiteren Freizeit- und Ausflugsangebote aufmerksam gemacht werden. Das Symbol der gelben Welle auf den Schildern steht dabei für ein bundesweit einheitliches Informations- und Qualitätssystems des Deutschen Tourismusverbandes. Boots-, Wander- und Radtouren sollen leicht kombinierbar werden. Diesen Part, den die LAG ausarbeitet, fördert die EU mit 60 Prozent. Für die örtlichen Angebote und Verbesserungen (Anlegestellen) bleiben die Gemeinden zuständig. Die Möglichkeiten zur Förderung von Einzelmaßnahmen will Joachim Först eruieren.

• Der Zeitplan: heuer noch Abstimmung mit den zuständigen Behörden; im Januar 2011 Abstimmung mit den auf dem Fluss aktiven Vereinen; im Frühjahr Informationsbesuch im Landkreis Kitzingen; im Sommer Vorlage des Gesamtkonzepts; im Herbst 2011 Abstimmung mit Miltenberg und Wertheim; Ausführung 2012.

• Die Finanzierung: Das EU-Projekt fördert nur die Beschilderung, die Flyer sowie eine Auftaktveranstaltung. Diese Kosten sind laut Dr. Först „nicht erheblich“. Beantragt sein müssen die Mittel bis 2013. Alle rein lokalen Maßnahmen wie Rastplätze oder Uferpromenaden fallen zunächst in die Zuständigkeit der jeweiligen Gemeinde. Für „kostengünstige“ Anlegestellen am Ufer für Bootswanderer hätten die Kitzinger Gemeinden einen Anbieter gefunden.

Valentine Lehrmann nannte als Ziel, „den Main touristisch in Wert zu setzen, den Main noch erlebbarer zu machen“. Zu erreichen sei eine Vernetzung des vorhandenen Fremdenverkehrsangebots, vor allem der Campingplätze, mit dem zunehmenden Wassertourismus. Dazu gehöre die Einbindung der Veranstaltungskalender, aber auch an Liegeplätze für Hausboote und an die Vermietung stationärer Hausboote sei zu denken.

Über einen Fragebogen der LAG melden die Gemeinden jetzt ihre vorhandene und geplante Infrastruktur, das Kartenmaterial, die zu beteiligenden Vereine und die Schutzgebiete. Unter einander wollen sie für das Projekt werben, da sein Wert durch eine möglichst komplette Erfassung aller Mainanlieger steigt.

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