Neustadt am Main

Mammutprojekt Wasser läuft

Über den aktuellen Stand der Trinkwassersanierung informierte Bürgermeister Stephan Morgenroth auf den beiden mit 130 Besuchern gut besuchten Bürgerversammlungen am Dienstag- und Mittwochabend in Erlach und Neustadt.

Vor zwei Jahren hat sich die Gemeinde für eine Komplettsanierung der eigenen Quellen entschieden in der Hoffnung, auch den Ortsteil Erlach der bislang ans Fernwasser angebunden war, mit zu versorgen. »Beides war sehr erfolgreich«, resümierte Morgenroth. Die benötigte Schüttung von 2,5 bis 3 Litern pro Sekunde für beide Ortsteile sei kein Problem.

Zurzeit zahlt die Gemeinde 12500 Euro pro Monat an die Fernwasserversorgung Mittelmain für die Übergangsversorgung in Neustadt während der Quellsanierung.

Weniger Rohrbrüche

»Wir haben alles richtig gemacht«, so Morgenroth und rechnet bereits in zehn Jahren mit einer Amortisierung der Investitionskosten von 1,3 Millionen Euro. Wegfallende Kosten für Wasserrohrbrüche, die bis zu 100000 Euro pro Jahr verschlingen, könnten laut Morgenroth ab der übernächsten Gebührenkalkulation sogar zu niedrigeren Verbrauchsgebühren führen.

Statt der ursprünglich geschätzten 3,8 Millionen Euro Gesamtkosten liegt die Kalkulation derzeit bei stolzen 5,6 Millionen Euro netto. Ein Förderprogramm des Freistaates animierte die Kommune dazu, zusätzlich zur Quellsanierung, Leitungs- und Hochbehälterbau auch die Wasserleitungen in der Siedlung und teils im Ort auszutauschen.

Bis Ende 2021 fertig sein

Die Mehrkosten werden laut Rathaus-Chef nahezu komplett durch die Zuwendungen aufgefangen. Die Herausforderung dabei: Alle Baumaßnahmen müssen bis Ende 2021 abgeschlossen und abgerechnet sein. Dank eines guten Ingenieurbüros und guten Baufirmen könne die Gemeinde dieses »Mammutprojekt« mit einem straffen Zeitplan bislang einhalten.

Aktuell sind die neuen Staumauern an der Neuhöllbrunn- und Zwitzgrundquelle betoniert. In der kommenden Woche sollen die Wasserleitungen runter zur Spessartstraße eingepflügt werden. Ab Frühjahr 2020 bis in den Herbst 2021 steht der Bau des neuen Hochbehälters bei Kosten von 1,2 Millionen Euro und Förderung von 360000 Euro an. Mit einer Kapazität von 600 Kubikmetern können bei Wasserengpässen drei Tage überbrückt werden.

Weiter folgt der Leitungsbau von der Spessartstraße zum Hochbehälter und vom Hochbehälter zum Maindüker, um Erlach mit Neustadter Wasser zu versorgen. Bereits ab Frühjahr 2020 sollen beide Ortsteile mit Trinkwasser aus den sanierten Quellen versorgt werden. Alleine für den Leitungsbau sind 1,9 Millionen Euro veranschlagt. Für 157 Hausanschlüsse werden 314000 Euro fällig.

Finanziert werden soll das Ganze durch Verbesserungsbeiträge in Höhe von zwei Millionen Euro und 1,5 bis 1,9 Millionen Euro Fördergelder, so dass je nach Förderhöhe 1,6 bis 2 Millionen Euro brigbleiben, die sich auf die Verbrauchsgebühren auswirken.

Hauptstraße wird gesperrt

Auch einige Schadstellen am Kanal am Silberloch und in der Hauptstraße müssen behoben werden, die bei einer Kamerabefahrung sichtbar wurden. Da der Kanal in der Hauptstraße gut vier Meter tief liegt, rechnet Bürgermeister Morgenroth mit einer Vollsperrung von mindestens zwei Monaten. Die Gemeinde arbeite derzeit an einer Lösung für eine Umfahrung.

»Finanziell gut gewappnet« sieht sich Bürgermeister Morgenroth für die nächsten Aufgaben und sprach damit die Kläranlage an. Derzeit werde geprüft, ob die Anlage für die Abwassermenge die einläuft, noch geeignet ist. Die befristete Genehmigung geht bis Ende 2021. Bis dahin müssen die Untersuchungen abgeschlossen sein und gegebenenfalls ein Sanierungskonzept vorgelegt werden.

Schlagworte

  • Neustadt am Main
  • Bau
  • Bauunternehmen
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Frühling
  • Ingenieurbüros
  • Investitionskosten
  • Ortsteil
  • Stephan Morgenroth
  • Wasserleitungen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!