Marktheidenfeld

Marktheidenfeld fühlte sich schwerelos

Ein träumerisch-melodischer Auftritt von "Milou & Flint" auf der Bühne des Pfarrheims St. Laurentius (von links): Joel Milky, Christoph van Hal und Barbara Milou.
Ein träumerisch-melodischer Auftritt von "Milou & Flint" auf der Bühne des Pfarrheims St. Laurentius (von links): Joel Milky, Christoph van Hal und Barbara Milou. Foto: Martin Harth

Nur wenige der knapp 200 Gäste bedauerten es am Samstagabend wirklich, dass das angekündigte Open-Air-Konzert von Milou & Flint wegen der unsicher gewordenen Wetterlage vom Stadtgärtchen in das Pfarrheim St. Laurentius verlegt wurde. Freilich war es dort ein wenig stickiger als unten am Main, aber die freundliche, helle Atmosphäre mit einer konzentrierten Akustik und einer passablen Bühne tat dem ganzen Vorhaben keinen wirklichen Abbruch.

Nachdem das Liedermacherduo seine letzten Auftritte unter freiem Himmel immer wieder wegen einsetzender Gewitter hatte abbrechen müssen, seien die Musiker mit der Entscheidung von Inge Albert, die im Namen der Stadt begrüßte, sehr einverstanden gewesen. Immerhin galt es auch Sorge für eine gewisse Bühnentechnik und eine ganze Anzahl an Instrumenten zu tragen, die nicht ohne weiteres von einem Ort zum anderen zu bewegen sind.

Nachdem Barbara Milou und Christoph van Hal aus Hannover ihrem Debüt unter dem Titel "orange bis blau" jüngst ihr nächstes Album "blau über grün" folgen ließen, gilt das deutsche Singer-Songwriter Duo als ein aufgehender Stern am Musikhimmel. Man heimste einige Auszeichnungen ein und ein Auftritt im Hamburger "Schellfischposten" bei einer Ausgabe der NDR Talk-Show "Inas Nacht" im vergangenen Herbst gilt dem Duo als heimlicher Ritterschlag.

Nach Marktheidenfeld hatte sie Joel Milky als Ergänzung mitgebracht, der den Abend mit seinem lebhaften Spiel am Kontrabass, ob gezupft oder auch einmal gestrichen, spürbar belebte. An Schlaginstrumenten wie Xylofon, Glockenspiel, Vibrafon oder Trommel setzte er souverän als "bestgekleideter" Akteur auf der Bühne im schwarzen Anzug stimmungsvolle Akzente.

Dabei verfügen Milou & Flint am Klavier, Akkordeon, Gitarre, Schlagzeug oder gar der guten alten Melodica selbst über einige instrumentale Vielfalt, um ein Lieder-Programm auch entsprechend abwechslungsreich und attraktiv für ihre Zuhörer gestalten zu können. Auffallend war, wie konzentriert die Gäste die Worte des vielleicht auch etwas norddeutsch-spröde wirkenden Abends verfolgten. Eine lebendige und bisweilen lockere Moderation beförderte dies sicherlich.

Mit harmonischem Gefühl sangen Milou & Flint über das Leben, den Alltag, die Liebe und ihre Träume. Titel wie "Herz aus Glas", "Bauchgefühl" oder "Von Dir geträumt" überzeugten mit einfühlsamer Leichtigkeit, poetischen Bildern und sanft vor sich hinplätschernden Melodien. So etwas wie ein angenehmes Easy-Listening-Gefühl konnte sich einstellen. "Schwalben im Mai" berichtete vom Erleben der Natur und "Hey du" charakterisierte die Seelenverwandtschaft des Liedermacher-Duos auf der Bühne.

Dann erlebte Marktheidenfeld eine echte Premiere, nachdem die öffentliche Uraufführung des Songs "Schwerlos" in den vergangenen Wochen zweimal buchstäblich ins Wasser gefallen war. Die Vorarbeit für das dritte Album begeisterte die Zuhörer, die als durchaus harmonische Background-Stimmen dabei mitwirken durften.

Gegen Ende verließen die drei Musiker sogar die Bühne, um ihrem Publikum ganz nahe und rein akustisch ohne jegliche Technik den heimelig-gefälligen Song "Zu Haus" vorzustellen. Mit Excuse-moi wurde der Abschied von Milou & Flint eingeläutet und natürlich blieb der Wunsch nach weiteren Zugaben dann nicht unerfüllt.

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