BAYRISCHE SCHANZ

Markus Rill: Hautnah am Puls der Gäste

Freizeit-Cowboy: Beim Konzert des Songschreibers Markus Rill aus Würzburg in der Gaststätte Bayrische Schanz setzte sich der Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach zum Spaß einen Hut auf. Seiner Frau gefiel's. Foto: Rita Gress

Er kann's. Weit mehr als gut. Mit Wahnsinnsstimme, kraftvoll, rau, rauchig, dann in streichelnd sanftem Blues und Soul: Markus Rill, in Würzburg lebender Country- und Rock-Musiker, Gitarrist und Songschreiber trat am Donnerstagabend auf der Bayrischen Schanz auf. Mehr als seine Gitarre und Mundharmonika braucht er nicht. Nicht umsonst heißt sein Konzert „unplugged“.

Rills Musik kommt authentisch rüber, seine Texte sind voller Emotionen. Vor zehn Jahren eröffnete er die von Schanz-Wirtin Michaela Münch initiierte Kulturreihe auf der Bayerischen Schanz, am Donnerstag setzte er an gleichem Ort seinen zweiten Auftritt drauf. Und traf gleich mit den ersten Tönen seines Songs „Late Night Sunday Drive“ eine rappelvolle Wirtsstube an Zuhörern genau da, wo ein Künstler sie haben will: An ihrem Puls und hautnah an seiner Seite. Dem Stück ließ er den lyrischen Song „Broken Puppet“ folgen und erntete „Bravo!“-Rufe.

Rills Lieder sind nicht gängige Stücke aus dem Radio. Im Repertoire hat er Cover-Songs von Musikgrößen wie Bruce Springsteen, Buddy Holly, Johnny Cash oder dem legendären King of Rock'n Roll Elvis Presley. Mehrheitlich jedoch bringt der Würzburger Balladen aus seiner eigenen Feder zum Vortrag. Uraufführung feierte seine Eigenkomposition „Dream Anyway“. Vor wenigen Tagen erst hat Markus Rill den Song im Tonstudio aufgenommen; im Frühjahr 2016 wird er auf seiner neuen CD zu hören sein.

Von Cash bis Presley

In „Big River“ näherte er sich gekonnt der Bass-Bariton-Legende Johnny Cash aus Nashville. Dann drehte er auf mit „Hobo Dream“ aus dem Zombie-Film „The Last Stand“ und riss sein Publikum mit. In „Oh Boy“ (Buddy Holly) wurden wiederholt Bravo!-Rufe und Klatschen in der Gaststätte laut, in der schmissigen Eigenkomposition „Walk on Water“ schmunzelte mancher der (männlichen) Zuhörer. Das Stück handelt von einem Heiratsschwindler, der die Frauen genau das hören lässt, was sie hören wollen. Auch Kompositionen wie „What Might've Been“ oder „For The Love Of Anne Boleyn“ haben das Thema Liebe und die nicht immer einfache Beziehung zwischen Mann und Frau zum Thema.

Stille und Begeisterung

Sein „Way Down“ sei ein Weg zu den Facetten der eigenen Persönlichkeit; die Anwesenden dürften nun ihre kriminelle Seite rauslassen, scherzte Rill. Die Angesprochenen dankten es ihm mit Mordsapplaus. Dann wurde es leise im Raum. Die Ballade „My Rocket Ship“ von Rill 2013 in einem Kopenhagener Hotelzimmer geschrieben, ging unter die Haut. Es ist eine Liebeserklärung des Musikers an seine Gitarre: „Sie ist eine Zeitmaschine, die mir meine Mutter zurückbringt. Meine Gitarre lässt Sorgen verschwinden und lässt mich beinahe die Sterne berühren.“

Und noch einmal kehrte Stille ein: „Can't Help Falling in Love“ braucht kaum Erklärung. Da stand ein leidenschaftlicher Vollblutmusiker mit geschlossenen Augen und nahm seine Zuhörer an der Hand mit in die Welt der Musiklegende Elvis Presley. Unplugged. Zugabe-Rufe wurden laut, sie zogen ein zündendes Finale nach sich. Unter den Schanz-Gästen weilte der Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach (CSU). „Ich bin sehr angetan von der Natürlichkeit und den ansprechenden Vorträgen. Das ist authentische Musik, schnörkellos und ohne Nachahmung“, zollte er Respekt.

Rill hat in den 1990er Jahren in Texas/USA gelebt und dort das Musikmachen gelernt. In den 2000ern nahm er in Nashville drei Platten auf. Er ist längst auf internationalen Bühnen zuhause und erhielt bei Songschreiber-Wettbewerben hohe Auszeichnungen.

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