Lohr

Medizinstudent macht praktisches Jahr am Klinikum Main-Spessart statt an Uniklinik

Lukas Kinateder studiert an der Universität Würzburg Medizin und absolviert sein praktisches Jahr (PJ) im Lohrer Krankenhaus. Foto: Thomas Josef Möhler

»In kleineren Häusern lernt man oft eher die praktischen Dinge.« Das war einer der Gründe, warum sich Lukas Kinateder, Student der Medizin an der Universität Würzburg, dafür entschieden hat, sein praktisches Jahr (PJ) am Klinikum Main-Spessart und nicht in der Uniklinik zu absolvieren.

Seit Mai 2018 ist das Klinikum akademisches Lehrkrankenhaus der Uniklinik Würzburg. Zwölf Studenten verbrachten nach Angaben der Pressestelle seither ihr PJ am Klinikum, Anfang November kamen vier weitere hinzu. Kinateder (30), mittlerweile im 12. Semester an der Uni Würzburg, ist seit 20. Mai da.

Zivildienst – Pfleger – Arzt

Er kommt aus Bayreuth, wohnt mittlerweile in Würzburg und wollte nach eigenen Angaben noch kein Arzt werden, als er das Abitur ablegte. Er stammt zwar aus einer Ärztefamilie, »aber da war kein Druck«.

Sozusagen auf den Geschmack kam Kinateder während des Zivildienstes, danach arbeitete er beim Rettungsdienst und machte eine Ausbildung zum Krankenpfleger. »Ich hab's von der Pike auf gelernt.« Alle drei Teile des PJ, die Pflichtfächer Innere Medizin und Chirurgie sowie Anästhesie als Wahlfach, will er am Lohrer Krankenhaus ableisten. Er hat bereits praktische Erfahrungen an anderen Krankenhäusern gesammelt und deshalb Vergleichsmöglichkeiten: »Lohr muss sich nicht verstecken.«

In kleineren Häusern besser

Die Ärzte und die Teams seien gut, ebenso die Zusammenarbeit mit der Pflege: »Das Klima stimmt.« Verbindungen nach Lohr hatte er zuvor keine. Eine Bekannte, die in Lohr ihr PJ absolvierte, hat ihm die Klinik empfohlen. Dazu kommt, dass seine Lebensgefährtin als Assistenzärztin hier arbeitet.

Für ihn sei es wichtig, die Basis- und Grundversorgung zu erlernen, unterstrich Kinateder. Er wolle die grundlegenden Dinge erlernen und nicht irgendwelche exotischen Behandlungen. Das könne man an kleineren Häusern besser, an der Uniklinik stehe man oft »in der Schlange«.

Zu seiner Entscheidung für Lohr hat auch beigetragen, dass die Stadt mit dem Zug per Semesterticket erreichbar ist. Schweinfurt sei auch in seiner engeren Wahl gewesen, aber dorthin komme man von Würzburg aus nicht mit dem Semesterticket. Offiziell arbeitet der 30-Jährige 42,5 Stunden in der Woche, hat aber keine Probleme, auch länger zu bleiben, etwa für Fortbildungsveranstaltungen. Er kann auch auf freiwilliger Basis Wochenend- und Nachdienste leisten, um diese kennenzulernen.

Während seiner Tätigkeit in der Chirurgie hat Kinateder etwa bei Operationen Haken gehalten. Auf Stationen nimmt er Blut ab und wechselt Verbände. Ein wesentlicher Teil seiner Arbeit ist die Aufnahme von Patienten: Er fragt sie in Absprache mit dem verantwortlichen Arzt nach Beschwerden, untersucht sie, klärt sie über kleinere Eingriffe auf und erstellt Therapiepläne.

Nach dem Ende des PJ steht für Kinateder die mündliche und die praktische Prüfung für das 3. Staatsexamen an. Den schriftlichen Teil hat er bereits vor dem PJ abgelegt. Er erwägt, die noch ausstehenden Prüfungen in Lohr zu absolvieren statt in Würzburg.

Angenehme Größe

Kinateder kann sich vorstellen, als Arzt an einem Krankenhaus wie dem Lohrer zu arbeiten. Es sei von der Größe her angenehm, um einen guten Start zu haben. Die Stadt und die Umgebung gefielen ihm gut: »Ich bin ein naturverbundener Mensch.«

Praktisches Jahr (PJ)
Das praktische Jahr (PJ) absolvieren Medizinstudenten üblicherweise im letzten Jahr ihres Studiums in einem Krankenhaus.
Gegliedert ist es in drei Tertiale von 16 Wochen: in die Pflichtfächer Chirurgie und Innere Medizin sowie Allgemeinmedizin oder eines der übrigen Fachgebiete in einem Krankenhaus.
Vertiefen und erweitern sollen die Studenten im PJ die während des Studiums erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Das Klinikum Main-Spessart ist seit Mai 2018 akademisches Lehrkrankenhaus der Uniklinik Würzburg.
Sieben PJ-Plätze für Studierende stehen in Lohr zur Verfügung: je zwei in Chirurgie, Innerer Medizin und Neurologie sowie einen in Anästhesiologie. Die Studenten erhalten eine Aufwandsentschädigung, Dienstkleidung, Verpflegung und Fahrtkostenerstattung. Der Kooperationsvertrag mit der Universität ist zunächst auf drei Jahre befristet.

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