MAIN-SPESSART

Mehr Platz in den Seniorenheimen

Im Seniorenbeirat wurde die „In Fom Mit-Mach-Box“ von Vorsitzendem Dieter Kothe vorgestellt. Seniorenkreisleiterin Waltraud Handel hat damit bereits praktische Erfahrungen. Foto: Jürgen Kamm

„Aus planerischer Sicht müsste man sich heute schon überlegen, ob man überhaupt noch ein Krankenhaus baut, aber wir wollen eines haben“, stellte Landrat Thomas Schiebel in der Sitzung des Seniorenbeirates Main-Spessart fest. Dass es im Kreis so lange drei oder gar vier Krankenhäuser gegeben habe, liege an der Gebietsreform. Man habe die Häuser der Altlandkreise einfach weiter geführt.

Doch das ließen die Rahmenbedingungen heute nicht mehr zu. Die würden nicht nur vom Gesetzgeber gemacht, sondern auch von der Ärzteschaft „heutzutage suchen sich Assistenzärzte ihre Chefärzte und damit auch das Krankenhaus aus.“

Über die Strategie der Gesundheitsvorsorge sprach danach rund eine Stunde lang Klinikreferent Gregor Bett. Er setzte an den Anfang, dass ein Patient kein Kunde sei: „Er kommt nicht freiwillig, und er entscheidet nicht, was er kauft“. Aber Patienten müssten sich darauf verlassen können, die optimale Versorgung und Pflege zu bekommen.

Mehr Pflegekräfte nachts

Der Pflegeschlüssel von 1:9 bedeute, dass eine Schwester 50 Prozent mehr Zeit je Patienten habe als in der Privatwirtschaft, die mit einem Schlüssel von 1:14 arbeite. Ein Beirat kritisierte, dass im Nachtdienst der Pflegeschlüssel bei 1:20 liege, das schade dem Ruf der Krankenhäuser. Der Klinikreferent erklärte, dass jetzt mehr Personal eingesetzt werde.

Für die beste medizinische Versorgung seien erst kürzlich vier neue Chefärzte eingestellt worden, inzwischen werde neben Unfallchirurgie, Neurologe, Kardiologie und Viszeralchirurgie auch Gefäß- und Neurochirurgie betrieben. Trotz allem hat das Klinikum mit 39 Prozent Marktanteil ein Akzeptanzproblem, von fünf Patienten lassen sich drei woanders behandeln. Es wäre mehr Werbung sinnvoll.

Wenig Informationen gab es in der Sitzung zur Nachnutzung der derzeitigen Krankenhäuser, wie es eigentlich auf der Tagesordnung stand. Gregor Bett verriet dazu nur, dass sich auf die Zeitungsanzeigen zu Karlstadt und Marktheidenfeld viele Interessenten meldeten. Generell brauchen in Marktheidenfeld und Karlstadt die angrenzenden Seniorenheime mehr Platz, weil sie künftig zu 75 Prozent Einzelzimmer anbieten müssen.

In Marktheidenfeld bedeute das 16 neue Zimmer, in Karlstadt einen Platzbedarf von 1000 Quadratmetern. Überlegt würden auch 20 Einheiten von je 40 Quadratmetern für selbstbestimmtes Wohnen. Vermietet werden könnten in Karlstadt im Erdgeschoss rund 1400 Quadratmeter.

Zu Lohr hieß es von Landrat Thomas Schiebel nur, die Stadt habe großes Interesse am Krankenhausgebäude und der Bürgermeister einen Verhandlungsauftrag vom Stadtrat.

„In Form Mit-Mach-Box“

Nach den Informationen zu den Krankenhäusern stellte Beiratsvorsitzender Dieter Kothe den Räten die „In Form Mit-Mach-Box“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioreninformationen vor. Sie ist für eine Schutzgebühr für 20 Euro erhältlich und wendet sich an Leiter von Seniorengruppen. Im Koffer sind vier Ordner zu den Themen Wissen, Essen, Bewegen und Quiz. Damit können etwa Fragen zur ausgewogenen Ernährung und gesunder Lebensweise erörtert und Bewegungsspiele ausprobiert werden.

Waltraud Handel, Seniorenkreisleiterin in Steinfeld, Hausen und Waldzell, hat damit seit drei Jahren Erfahrung gesammelt und bezeichnete die Box als große Hilfe. Die möglichen Themen seien breit gefächert.

Von der Fachstelle für allgemeine Seniorenarbeit berichtete Monika Rothagen, dass die Aktionswoche „Zuhause daheim“ zuletzt nicht mehr so gut besucht war, wie gewohnt. Leider habe eine Tageszeitung keine Ankündigung abgedruckt. Zur Landesversammlung der Länderseniorenvertretungen am 21. und 22. Juni in Karlstadt können sich interessierte Senioren als Gastdelegierte anmelden. Außerdem berichtete Monika Rothagen, dass es einen Wunsch aus Lohr gebe, allen Senioren über 80 Jahren kostenlose Busfahrten im Nahverkehr zu ermöglichen.

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