Marktheidenfeld

Mehrere Listen im Landkreis: FDP klopft an die Rathaustüren

Beim Neujahrsempfang der FDP Main-Spessart erfuhren die Gäste, was die Liberalen in den Stadträten ändern wollen. Die Veranstaltung hätte mehr Gäste verdient gehabt.
Gruppenbild mit Nasenmännchen, einem Geschenk von Künstler Jannek für die Hausherrin im Inforum bei Warema: (von links) FDP-Kreisvorsitzender Helge Ziegler, Peter Sander, Paul Merklein, Werner Jannek, Warema-Chefin Angelique Renkhoff-Mücke, MdB Karsten Klein, Hubert Fröhlich und MdL Helmut Kaltenhauser. Foto: Joachim Spies

Mehr als die 20 Gäste verdient gehabt hätte der Neujahrsempfang der FDP Main-Spessart am Donnerstagabend im Inforum der Warema in Marktheidenfeld, allein schon wegen des Impulsreferats von Hausherrin und FDP-Mitglied Angelique Renkhoff-Mücke. Ihr Vortrag war ein Weckruf an Politik wie Mittelstand gleichermaßen und ein Appell zu mutigen Veränderungen. Zuversicht sprach aus den Worten des Kreisvorsitzenden Helge Ziegler beim Blick auf die Kommunalwahl: In Marktheidenfeld, Lohr, Karlstadt und Arnstein treten die Liberalen mit eigenen Listen an; mit Hubert Fröhlich stellt man zudem einen Landratskandidaten.  

Unter der Moderation der stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Julia Bretz zeigten mehrere Listenführer ihre Motivation und politische Zielrichtung auf. Auf Fraktionsstärke hofft Paul Merklein, der im Karlstadter Stadtrat "den anderen auf die Finger sehen" und die Weichen beim Wohnungsbau und der Förderung der Wirtschaft anders stellen will. Auf mehr Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden setzt Peter Sander in Lohr – und das nicht nur in Sachen B26n.

Fröhlich zu B26n: Mitgestalten, was eh gebaut wird

Werner Jannek glaubt, dass Marktheidenfeld attraktiver würde, wenn durch eine städtische Wohnungsbaugesellschaft und ein aktives Vermarkten leerstehender Häuser mehr Leben in die Stadt käme. Preiswerter und altersgerechter Wohnraum sei dafür wichtiger als eine Musik am Feierabend. Und Hubert Fröhlich weiß, dass die B26n, für deren Bau er ist, die Menschen berührt. Er sagte: "Wir sind gut beraten wenn wir mitgestalten, was sowieso gebaut wird."

Dem anwesenden Marktheidenfelder Bürgermeisterkandidaten der CSU, Thomas Stamm, legte Helge Ziegler ans Herz, "ein offenes Ohr für unsere Anliegen zu haben", auch falls der FDP der Einzug in den Stadtrat nicht gelänge. Und Jannek meinte: "Nachdem Thomas Stamm antritt, brauchten wir keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten mehr aufzustellen."

Ein weites Themenfeld beackerte der FDP-Bezirksvorsitzende MdB Karsten Klein. Er sprach sich für Steuerentlastungen aus und gab zu bedenken: "Das ganze Umfeld hier in Marktheidenfeld hängt doch davon ab, wie gut es den Unternehmen geht und wie wettbewerbsfähig sie sind." Zu lange dauert ihm der Ausbau wichtiger Infrastruktur. Er regte an, bei solchen Projekten gleich zu Beginn einen Bürgerentscheid zu machen und das dann juristisch so fest zu machen, dass das Ergebnis auch Bestand hat und die Umsetzung des Projektes zügig erfolgen kann. 

Nicht allen geht's so gut wie Warema

Auf die wirtschaftliche Lage blickte in ihrem Eingangsreferat Warema-Vorstandsvorsitzende Renkhoff-Mücke. Warema selbst gehe es gut, da man im Bauzulieferbereich tätig sei. Doch sie sei "erschüttert, was ich von manchen anderen Firmen höre", vor allem bei den Automobilzulieferern. Nach wie vor ein Problem sei der Fachkräftemangel, den auch Weiterbildung und Digitalisierung in manchen Branchen nicht lösen könnten, so etwa in der Pflege.  

"So wie man früher gearbeitet hat, arbeitet man heute nicht mehr", zeigte Renkhoff-Mücke die Notwendigkeit zu Veränderungen in den Unternehmen auf. Man müsse Geschäftsmodelle ebenso hinterfragen wie die Strukturen im Betrieb. Wichtig sei, die Mitarbeiter mitzunehmen, den Menschen Vertrauen zu schenken und ihnen immer wieder die Vorhaben zu erklären. Das bedeute für die Führungskräfte: "Man muss sich auch selbst verändern und Vorbild sein."   

Zwei Beispiele nannte Renkhoff-Mücke für Veränderungen bei Warema: Im neuen Verwaltungsgebäude auf dem Dillberg gebe es keine Einzelbüros mit Türen mehr, auch nicht für sie. Ihr Fazit: "Es ist anders, aber es ist toll." Und zweitens leiste sich das Unternehmen ein eigenes Projektteam, das "Mitarbeiter unterstützt, die Ideen für die Zukunft haben".  Diese Ideen durchlaufen mehrere Stationen, in denen alle Bereiche, die früher nacheinander involviert waren, von Anfang an beteiligt sind. Renkhoff-Mücke: "Das ist Luxus, das können wir uns leisten und das bringt viel Motivation in die Belegschaft." 

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