Gemünden

Miniatur-Altstadt und beeindruckende Schiffsmodelle

Arbeitsschiffe und Schlepper sind am Samstag in der Huttenschloss-Remise zu besichtigen.  Foto: Ferdinand Heilgenthal

Am Samstag, 14. Dezember, wird ab 14 Uhr die nahezu vollendete Anlage der Modellbauabteilung des Film-Photo-Ton-Museumsvereins in der Huttenschloss-Remise wieder zu besichtigen sein.

Der Fahrbetrieb auf der nach Originalplänen von 1928 nachgebauten Gleisanlage des Knotenbahnhofs und seiner Anschlüsse wird dabei digital gesteuert. Als feines Bonbon dazu sind an diesem Tag sieben äußerst realitätsnahe Schiffsmodelle eines Modellbaufreundes aus Leinach zu besichtigen und ein erstes von ihm geschaffene "Vormodell" der historischen "Meekuh" mit angehängtem Frachtkahn vor der Altstadtkulisse.  

Die "Sea Venture" und das Fährschiff "Deutschland" (von links). Foto: Ferdinand Heilgenthal

Seit etwa zehn Jahren arbeiten Reinhold Weber und seine Freunde des Modellbaus an der detailgetreuen Nachbildung der Gemündener Altstadt mit Bahnhofsanlage und Umgebung um das Jahr 1930.  

Beim Pressetermin präsentierte Weber gleich mehrere sehenswerte Neuigkeiten. Dazu gehören die im Bau befindlichen Häuser im Bereich Mühltorturm, die – wie alle anderen Bauwerke – anhand alter Pläne und Fotos maßstabs- und originalgetreu nachgebaut wurden. Neu ist auch der einzelne Bauernhof in der Landschaft in Richtung Langenprozelten.

Fischerkapelle in Tracht

Als besondere Attraktion stehen die Musikanten der Fischertrachtenkapelle in ihrer Tracht auf dem Marktplatz, und dazu erklingen über ein eingebautes Soundmodul Originalaufnahmen der Kapelle. Diese wird außerdem von zwei Minikameras erfasst und ist über den Bildschirm genau zu sehen.

"Das haben wir dem Albin Schäfer zum 85. Geburtstag gewidmet und es ihm gezeigt, der war total von den Socken", freut sich Weber über die originelle Idee. Kein Wunder, denn schließlich war der Gemündener Ehrenbürger, Gründer und langjähriger Leiter der Kapelle, Mitinitiator zum Bau der Modellbauanlage.

Die Meehkuh mit Schleppkahn. Foto: Ferdinand Heilgenthal

Eine weitere Ergänzung des Gesamtkunstwerks ist die auf einem Nebentisch platzierte kleine "Spur-N-Anlage", Maßstab 1:160. Sie wurde der Modellbau-Abteilung von einer Bürgerin gespendet und wieder gangbar gemacht. Auf ihr können angehende Modelleisenbahner unter Anleitung die ersten Fahrversuche wagen.

Bis ins kleinste Detail nachgebaut

Als Sahnehäubchen servieren die Modellbauer (der "harte Kern" des Teams besteht aus gut einem halben Dutzend begeisterter Bastler und Tüftler) die Schiffsmodelle eines Hobbyfreunds aus der Würzburger Gegend, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Die "Sea Venture" und das Fährschiff "Deutschland" (von links). Hinten: Modellbauer Edgar Wolf aus Gemünden. Foto: Ferdinand Heilgenthal

Bei der Betrachtung der bis zu zwei Meter langen Kunstwerke erhält der Satz "bis ins kleinste Detail nachgebaut" seine absolute Berechtigung. Es ist nahezu unglaublich, wie die einzelnen Merkmale die Modelle realistisch erscheinen lassen. Alle Schiffe und Boote sind überdies schwimmfähig und steuerbar.

Unzählige Figuren zeigen zeigen das Leben an Bord. Foto: Ferdinand Heilgenthal

Das Flaggschiff der Ausstellung ist – mit zwei Metern Länge und 35 Zentimetern Breite – die in zehn Jahren im Maßstab 1:100 komplett in Handarbeit gebaute "Sea Venture". Das 1971 in Emden fertig gestellte Original fuhr später als "Pacific Prinzess", auch in US-Traumschiff-Serien. Die Liste der Funktionen des Modells ist ebenso spektakulär wie die Zahl der verarbeiteten Teile: Vor- und Rückwärtsfahrt, Motorengeräusche, Anker auf und ab, Querstrahlruder, Schornsteinrauch, Bordmusik, 360 Lichter und unzählige Bordfiguren.

Die "MS Deutschland"

Nicht weniger bewundernswert ist die Eisenbahnfähre "MS Deutschland" im bei Modelleisenbahnen gängigen HO-Maßstab 1:87 mit zu öffnender Bug- und Heckklappe, durch die Eisenbahnmodelle einfahren können. Das Original war 1972 bis 1987 auf der Vogelfluglinie zwischen Puttgarten und Rodby (Dänemark) unterwegs.

Die Präsentation ist ein Beitrag des Vereins zum Weihnachtsmarkt. Reinhold Weber und seine Freunde freuen sich über lebhaftes Interesse, haben aber auch eine Bitte:  Die Anlage und die Ausstellungsstücke sollte man mit Freude bewundern, aber bitte nicht anfassen, sonst zerstört man nicht nur die Arbeit der "Modellbaukünstler", sondern auch den Zauber der phantastischen Welt, die sie geschaffen haben.

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