Karlstadt

Ministerin Schreyer in Karlstadt: "Kitas sind Bildungsstätten"

Bayerns Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales spricht im Karlstadter Pfarrheim Heilige Familie über Kitas und mehr – Wahlkampf und Information.
Die CSU lud zur Podiumsdiskussion im Karlstadter Pfarrheim Heilige Familie mit Familienministerin Kerstin Schreyer (Mitte) und (von links) Michael Hombach, Sabine Sitter, Thorsten Schwab und Isabel Frohnapfel. Foto: Markus Rill

Kerstin Schreyer, seit 2018 bayerische Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales, machte am Mittwochnachmittag Station in Karlstadt. Sie sprach bei einer Wahlkampfveranstaltung der CSU mit dem Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab, Landratskandidatin Sabine Sitter, Karlstadts Bürgermeisterkandidat Michael Hombach und Stadträtin Isabel Frohnapfel über Kindertagesstätten und Familienpolitik.

Bürgermeister Paul Kruck ließ es sich nicht nehmen, die Ministerin in der Kreisstadt zu begrüßen. Als Diskussionsteilnehmer aufs Podium durften freilich nur CSU-Vertreter. Der Besucherandrang nachmittags um 15 Uhr hielt sich naturgemäß in Grenzen; etwa 40 Gäste wohnten der Veranstaltung bei, darunter einige Bürgermeister und Kommunalpolitiker aus Main-Spessart.

Freistaat investiert in Kitas

Familienministerin Kerstin Schreyer. Foto: Markus Rill

Sabine Sitter stellte Schreyer als Berufskollegin vor – beide sind diplomierte Sozialarbeiter. Die 48-jährige Unterhachingerin wies auf den gesellschaftlichen Wandel hin. "Erst als ich zwölf war, ging meine Mutter wieder stundenweise zur Arbeit", erzählte sie. "Heute wollen oder müssen oft beide Eltern arbeiten." Dadurch verändere sich die Kindererziehung, die Politik müsse die Angebote strukturieren und für hohe Qualität sorgen. Der Freistaat investiere sehr viel, um den Ausbau von Kindertagesstätten zu fördern.

Schreyer sagte, dass oft von der "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" gesprochen werde. Die Frage "Was brauchen die Kinder?" sei aber mindestens ebenso wichtig wie der Blick auf die Eltern. "Es kann nicht sein, dass die Kinder einen längeren ,Arbeitstag' haben als die Eltern", so Schreyer. Sie wies auch darauf hin, dass es in Kitas nicht um bloße Betreuung gehe. "Das sind Bildungseinrichtungen", sagte sie. Die Qualität in Bayern sei sehr hoch, sie wünsche sich aber bessere Bezahlung für die Fachkräfte in Krippen und Kindergärten.

Michael Hombach sagte, in Karlstadt gebe es nach Fertigstellung des Kinderhauses Heilige Familie 675 Kitaplätze – "recht viele für eine Stadt mit rund 15 000 Einwohnern". Trotzdem "fehlen 70 bis 75 Plätze". Der Ausbau des Theresienheims sei dringend. Isabel Frohnapfel betonte, wie wichtig ausreichend lange Öffnungszeiten für Eltern seien. Um 7.15 Uhr öffne die Krippe in Karlburg. Da sei es ihr als Lehrerin nicht möglich, ab 8 Uhr in Würzburg zu unterrichten.

Beliebte Ausbildung

Thorsten Schwab erwähnte, dass für die Kita-Kosten früher die Formel "40 Prozent trägt die Kommune, 40 der Freistaat und 20 die Eltern" galt. Heute aber trage der Freistaat 53 Prozent und der Elternanteil gehe gegen zehn Prozent. Schreyer sagte, die Zahl der Fachkräfte in Kitas in Bayern habe sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, die der Ausbildungsplätze sei um 80 Prozent gestiegen. "Und die Generation Z hat großes Interesse an dieser Ausbildung." Es brauche aber "bessere Arbeitsbedingungen, einen angemessenen Stellenschlüssel und bessere Bezahlung". 

Aus dem Publikum kam die Frage, wie es zusammenpasse, dass sie so oft von Qualität spreche, der Freistaat nun aber 2000 ungelernte Kräfte für Randzeiten einstellen wolle. Schreyer sagte, dabei gehe es um Tagesmütter, die als zusätzliche Kräfte eingesetzt werden. "Das kann, muss aber nicht in Randzeiten sein", das könne jede Kita individuell entscheiden.

Zum gesellschaftlichen Wandel gelang der Ministerin noch ein Bonmot. Manchmal werde sie gefragt, ob sie ihre Tochter nicht vermisse, wenn sie arbeite. Ihre Antwort: "Natürlich vermisse ich sie. So wie auch jeder Vater seine Kinder vermisst. Die Erbanlage, um Kinder zu vermissen, sitzt nicht auf dem zweiten X-Chromosom." 

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