WOMBACH

Mit Kindern die Welt entdecken

Momente des Glücks: Christine Sinterhauf und ihr Mann Hartmut mit den Kindern Paul und Clara vor dem Ayers Rock in Austr... Foto: Sinterhauf

Es ist ein Bild, das pures Glück vermittelt: Christine und Hartmut Sinterhauf aus Wombach stehen vor dem berühmten Uluru, dem Ayers Rock im australischen Outback. Sie strahlen in die Kamera, ihre Kinder Paul und Clara im Arm. Das Foto entstand im Jahr 2006 während der einjährigen Weltreise der Familie.

Paul und Clara waren damals gerade einmal vier und zwei Jahre alt. Da könnte man vermuten, dass eine solche Reise stressig wird. Doch Christine Sinterhauf erinnert sich anders: „Das war die schönste Zeit unseres Lebens. Das war Zeit für die Familie.“ Ihre Erfahrungen aus dieser und vielen weiteren Reisen mit ihren Kindern hat die 42-Jährige nun niedergeschrieben. Das Reisehandbuch „Mit Kindern die Welt entdecken“ gibt Tipps für das Reisen mit den Kleinen und ermuntert dazu, das große Abenteuer gemeinsam zu wagen.

Christine Sinterhauf hat es schon immer hinaus in die weite Welt gezogen: Fremde Länder entdecken, individuell reisen, Outdoor-Touren mit dem Fahrrad oder auf Schusters Rappen – alles, bloß keine Pauschalreisen durften es sein. Mit der Gründung einer Familie sollte das natürlich nicht enden. Doch wie handhabt man solche individuellen Reisen am besten mit kleinen Kindern? Die Antwort darauf suchte sie vergebens. „Ich habe nie ein Buch darüber gefunden“, erinnert sie sich an die Suche nach Informationen. „Wir mussten uns alles selbst erarbeiten, hatten keinerlei Informationen, wie man solche Reisen am besten angehen kann, keine Hinweise, auf was man alles achten muss.“

Sie wagten es trotzdem. Mit der Anzahl der Reisen wuchs auch die Erfahrung, die die Sinterhaufs sammelten. Schon damals reifte die Idee, selbst ein Buch über dieses Thema zu schreiben. „Wenn's so etwas nicht gibt – warum also nicht selbst schreiben?“

„Wir hatten keinerlei Informationen, wie man solche Reisen am besten angehen kann.“
Christine Sinterhauf, Reisebuch-Autorin

Im Jahr 2006/2007 folgte die Krönung ihrer Reiselust: Christine und Hartmut Sinterhauf organisierten eine gemeinsame Elternzeit, stiegen für ein Jahr aus dem gewohnten Leben aus und reisten um die Welt. Die schönste Zeit ihres Lebens. „Es war sehr entspannend und mit den Kindern überhaupt kein Problem.“ Übernachtet wurde weltweit fast ausschließlich im Zelt, Europa wurde mit dem Rad erkundet. „Man muss bei solch einer Reise natürlich gewisse Regeln einhalten, aber es war wirklich unkompliziert.“

Welche Regeln das sind, begann Christine Sinterhauf nach ihrer Rückkehr niederzuschreiben. Sie schrieb über die Vorbereitungen für Urlaubsreisen, gab Planungshilfen für reiselustige Familien, Tipps für die Wahl des Reiseziels, Hinweise wie man sich auf den verschiedenen Kontinenten am besten fortbewegt und die Grundbedürfnisse der Kinder, angefangen vom Essen, Trinken, Schlafen bis hin zum Spielen befriedigen kann – „einfach alles, was ich damals gesucht und nie gefunden habe.“

Aber sie schrieb auch über persönliche Erlebnisse bei den Reisens mit Kindern und gibt Tipps zu den Urlaubsregionen – etwa Verhaltensregeln beim Zelten in einem Gebiet mit giftigen Tieren. „Oder was man beim Zelten in Gebieten mit Bären beachten muss. All das, was unterwegs wichtig ist.“

In ihrem Buch ließ sie sechs weitere Globetrotter-Familien mit Reiseberichten zu Wort kommen, darunter auch die bekannte Familie Fleck, die fast alle Kontinente der Erde mit ihren Kindern bereist hat. Drei weitere Familien aus Österreich und Deutschland hat Sinterhauf interviewt und ihre Erfahrungen in das Buch integriert. Wichtig war ihr, dass in diesem Buch Reisen mit Kindern jeglichen Alters abgedeckt sind. 100 Fotos lassen beim Leser Fernweh aufkommen.

Eineinhalb Jahre hat Christine Sinterhauf an ihrem Reisehandbuch geschrieben. „Es war ein Fulltime-Job für diese Zeit.“ Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Ende Mai ist das 300-seitige Buch im „Berg & Tal-Verlag“ (München) erschienen und im Internet sowie in Buchhandlungen in Deutschland, Schweiz und Österreich erhältlich. Ihre Reise-Erfahrungen hat sie zudem in einem Blog unter www.reise-kids.de niedergeschrieben. Christine Sinterhauf betont: „Es ist wichtig, dass die Kinder Spaß am Reisen haben. Es muss nicht immer nur Disneyland sein.“ Sie erzählt von einer Begegnung mit wild lebenden Elefanten an der Grenze von Thailand zu Myanmar, die für strahlende Kinderaugen und bleibende Eindrücke gesorgt hat, von den Menschen in Thailand, die „vernarrt in Kinder“ sind sowie von hilfsbereiten Australiern mit „lässigem Lebensgefühl.“ Wichtig sei eine solide Planung: „Man sollte bei der Planung nicht zu viel für die Kinder reinpacken. Wichtig ist ein gutes Grundgerüst, der Rest ergibt sich von alleine.“

„Es war sehr entspannend und mit den Kindern überhaupt kein Problem.“
Christine Sinterhauf

Christine Sinterhauf rät zum Austausch mit anderen Familien, die solche Reisen schon unternommen gesammelt haben. „Wen so etwas reizt, der sollte einfach machen und keine Angst haben.“ Und: „Die Kinder müssen mit im Boot sein.“

Für dieses Jahr planen die Sinterhaufs einen Urlaub in den USA und Kanada. 8000 Kilometer wollen sie in sechs Wochen zurücklegen. Und dabei neben atemberaubender Landschaft vor allem eines genießen: Zeit für die Familie.

Die Welt entdecken: Christine Sinterhaufs Reisehandbuch.

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