Lohr

Mit Spielfreude um die Welt gereist

Das Ensemble Sax4Elements mit Gastmusiker Oliver Dannhauser am Kontrabass bei ihrem stimmungsvollen Konzert in der Alten Turnhalle. Foto: Xenia Trendel

Mit auf eine musikalische Reise nahm das Saxophonquartett "Sax4Elements" die 80 Zuhörer am Samstagabend in der Alten Turnhalle. Bei ihrem Konzert unter dem Titel "Go West" erklangen Werke aus Frankreich, Spanien, Nord- und Südamerika.

Das Ensemble, bestehend aus Gerhard Kunkel (Lohr), Yvonne Roth-Wächter, Jeanette Fries und Andy Winter spielt seit drei Jahren in der Quartettbesetzung zusammen. Die Aufstellung mit Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon ermöglicht ihnen ein breites Klangspektrum in Höhen und Tiefen.

Überhaupt sei das Saxophon, das zum Instrument des Jahres 2019 gewählt wurde, "wie ein Chamäleon", so Kunkel. Es verfüge über einen sehr abwechslungs- und nuancenreichen Klang. Die Musiker führten mit unterhaltsamen Ansagen und Anekdoten durch das abwechslungsreiche Programm.

In Frankreich startete die musikalische Reise mit Jean Francaix und seinem "Petit Quatour", bestehend aus drei sehr unterschiedlichen Sätzen. Während sich erster und dritter Satz vor allem rhythmisch komplex zeigten, erklang im zweiten eine gefühlvolle Cantilene, deren Thema melodiös von Yvonne Roth-Wächter auf dem Altsaxophon dargeboten wurde. Im rhythmischen Spiel fügten sich alle vier Instrumente zusammen.

Nach Spanien ging es mit Isaac Albeniz‘ "Sevilla" aus der Suite Espanola. Als Sevillana, als typischer Flamenco-Tanz, brachten die Musiker auch dieses Stück mit viel Schwung und abwechslungsreichem Klang – von wehklagend bis kernigem Ton – auf die Bühne.

Ebenfalls an Spanien angelehnt ist Chick Coreas "Spain", allerdings abgewandelt in ein jazzig-funkiges Stück. Hierzu bekam das Quartett zudem Unterstützung von Oliver Dannhauser am Kontrabass. Die Abwechslung zwischen Band-Passagen mit einzelner Solostimme und unisono-Passagen, in denen alle die gleiche, schnell vorwärtstreibende Melodie spielen, gelang den Musikern gut.

Besonders gefordert wurden die tiefen Register von Andy Winter und Jeanette Fries unter anderem bei Will Gregorys "Hoe Down", einem Square Dance, der durch schnelle repetitive Noten einen ungemeinen Schwung hatte. Ein Abstecher führte nach Afrika: Ein Klassiker für Saxophone ist Heiner Wilbernys "Ulla in Afrika", ein beschwingtes, geerdetes Stück, das gute Laune im ganzen Saal verbreitete.

Die meisten Stücke im Programm waren für Saxophon-Quartett arrangiert worden. So zum Beispiel Bernsteins "America" aus dem Musical West Side Story, das in einem pfiffigen Arrangement dargeboten wurde. "Ganz schön rasant, dieses Amerika", kommentierte Kunkel das Stück. Dahingegen wurden bei der Reise nach Südamerika mit zwei Tangos von Astor Piazzolla vielmehr sentimentale, melancholische Klänge vorgestellt. Ein ausdifferenziertes Zusammenspiel sowie ein brillierendes Sopransaxophon begeisterten bei "Close your eyes and listen".

Das Quartett verabschiedete sich mit einer Glen Miller Homage und Stücken aus der Swing-Ära. Nach anerkennendem Beifall des Publikums ließ sich das Quartett gerne zu drei Zugaben überreden. "Wir spielen hauptsächlich aus Freude heraus. Die Spielfreude ist uns wichtig", so Kunkel. Diese Freude war im Konzert ohne Zweifel auf das Publikum übergesprungen.

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