LOHR

Mit dem Körper kann keiner lügen

Körpersprache       -  Die zwei Gesichter der Hannelore Demel: Mal offen . . .
Die zwei Gesichter der Hannelore Demel: Mal offen . . . Foto: Büdel

(gbü) „Mit dem Körper kann keiner lügen“, sagte Körpertherapeutin Hannelore Demel bei ihrem Vortrag in der Lohrer „Küferstube“. Meist wirke die Sprache des Körpers als wichtige Informations- und Kommunikationsquelle unterbewusst. Sie lasse sich nur schwer manipulieren und verrate einiges über das Innenleben. Mimik, Gestik, Körperhaltung, Bewegung und Blickkontakt enthalten eine vielfältige Palette an effektiven Werkzeugen, um mit Kommunikationsschwierigkeiten umzugehen und Spannungen zu verringern.

Eigene Stärken lassen sich bewusst einsetzen, so Demel bei der Veranstaltung, die auf Einladung des Bundes der Selbstständigen Main-Spessart stattfand. Auf nonverbaler Ebene entscheidet sich, ob jemand glaubwürdig, sympathisch und offen oder verschlossen und unglaubwürdig wirkt. Wer diese Sprache bewusst wahrnimmt und die Körperinformationen nutzt, wird sein Gegenüber und sich selbst viel klarer verstehen. Gespräche werden effektiver, weil man die Reaktionen des Gesprächspartners klarer deuten und ihn besser verstehen kann.

Demel verdeutlichte ihre Gedanken mit Beispielen und Verhaltensmustern aus dem täglichen Leben. Das „Scannen der Situation“ etwa demonstrierte die Referentin mit einem Zuhörer. Getestet wurden Haltung und körperlicher Abstand zum Gegenüber. Es galt, feine Nuancen wahrzunehmen und Grenzen aufzuzeigen. Abwehrend verhalte sich der Körper, wenn man zum Beispiel in der U-Bahn fremden Menschen zu nahe komme. „Es gibt bezüglich Nähe und Distanz natürliche soziale Abstandsregeln und Hierarchien”. Demels Rat: „Achten Sie auf Ihr Gefühl, wenn Sie mit jemandem kommunizieren. Das Gefühl trügt nicht.“ Dies gelte sowohl für den persönlichen Kontakt als auch für Telefongespräche.

Wie man sich effektiv auf sein Gegenüber einstellen kann, verdeutlichte Demel mit dem Fachbegriff „Pacing”. Das Augenmerk wird gerichtet auf die Haltung des anderen. Die Trainerin „zauberte“ Stress, den man sehen kann, in ihren Körper. Dies äußerte sich im Verkrampfen und Hochziehen der Schulterblätter. Am Laufen mit angespannten Beckenmuskeln konnte man erkennen, dass sie eigentlich gar nicht vorwärts gehen wollte. Den Arm in die Hüfte gestützt, zeigte Demel Selbstbewusstsein: „Je mehr Raum man sich nimmt, desto sicherer ist man”.

Zeige ein Gesprächspartner viel Handfläche, sei dies ein untrügliches Zeichen für Offenheit, erklärte Demel. Interessant auch folgende Feststellung: „Wenn ein Mensch von Herzen lacht, lacht das untere Augenlid mit.“ Das Gegenteil sei bei aufgesetzter Heiterkeit der Fall. „Hält mein Gesprächspartner den Blickkontakt oder weicht er meinem Blick aus?“

Demels Tipp an alle Zuhörer: „Klären Sie Ihre Gefühle und sie werden Ihnen Gewinn bringen. Wenn Bauch und Kopf im Einklang sind, tragen die Füße Sie, wohin Sie wollen.“ Übrigens: Zur Vertiefung des Themas ist für 2008 ein zweitägiger Workshop geplant.

Zur Person

Hannelore Demel Die Diplom-Sozialpädagogin (FH) aus Zell am Main betreibt seit 15 Jahren eine Praxis als Körpertherapeutin, Management-Coach, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Verfahrenspflegerin am Familiengericht Würzburg und Bereitschaftsdienstmitarbeiterin im Krisendienst Würzburg. Sie leitet Aus- und Weiterbildungen in Tanz- und Bewegungstherapie, systemischer Hypno- und Familientherapie, Kinesiologie, Astrologie und sammelte Erfahrung in verschiedenen Kampfkünsten. Das Angebot richtet sich an Einzelpersonen, Paare sowie Familien und Kinder. Ansätze sind Probleme in der Familie, in Beziehungen oder Freundschaften sowie im beruflichen Kontext mit psychosomatischer Ausprägung.

Körpersprache       -  . . . und mal verschlossen.
. . . und mal verschlossen. Foto: FOTOS (2) GISELA BÜDEL

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