Pflochsbach

Mit dem Schelch zum Rendezvous

Charlotte und Anton Schönmann feierten das seltene Ehejubiläum der Gnadenhochzeit. Foto: Gisela Büdel

Ein besonderer Festtag steht an diesem Montag im Hause Schönmann, Zum Rötelbrunnen 21, an: Charlotte und Anton Schönmann feiern das seltene Ehejubiläum der Gnadenhochzeit. Was sich das Jubelpaar vor 70 Jahren versprach, gilt bis heute: Liebe, Achtung und Zusammenhalt in guten wie in schlechten Tagen.

Sie wurde in Hermsdorf (Niederschlesien) geboren, er ist ein waschechter Pflochsbacher. 1946 trafen sie sich zum Kinobesuch in Lohr und bei Tanzveranstaltungen funkte es.

Zum Rendezvous ging es mal zu Fuß, mal holte Anton Schönmann seine »Lotte« mit dem Schelch über den Main ab. Als Heimatvertriebene in Rodenbach angesiedelt, arbeitete die junge Frau als Näherin in Lohr. Anton Schönmann verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Matrose, zunächst auf dem Schiff »Kinderglück« aus dem benachbarten Erlach.

Mit Kindern auf dem Schiff

Am 1. Juli 1949 gaben sie sich in der St.-Jakobus-Kirche Pflochsbach das Ja-Wort. Mit dem Hausbau 1960 haben sie Platz geschaffen für die Söhne Klaus und Heinz. Frau und Kinder begleiteten den Familienvater auf seinen Touren ins Ruhrgebiet oder nach Antwerpen und lebten mit ihm auf dem Schiff. Zur Einschulung der Söhne ging es zurück nach Pflochsbach. Arbeit fand das Ehepaar bei Rexroth (Lohr).

Heute zählen drei Enkelkinder und vier Urenkel zur Familie, die guten Kontakt zu den Groß- und Urgroßeltern halten. Ein Schicksalsschlag traf die Familie, als Sohn Klaus 1973 im Alter von nur 23 Jahren bei einem Arbeitsunfall sein Leben verlor. »Wir haben uns gegenseitig getröstet«, blickt das Jubelpaar übereinstimmend zurück.

Aktuell versorgt sich das Jubelpaar noch weitgehend selbst. Das Kochen hat mittlerweile Anton Schönmann übernommen, lediglich das Abschmecken der Soßen überlässt er seiner Frau.

Da die 97-jährige Seniorin derzeit in der körperlichen Mobilität etwas eingeschränkt ist, greift ihr der Ehemann gerne unter die Arme. Wird weitere Hilfe benötigt, sind Sohn Heinz und Schwiegertochter Monika, die mit im Haus leben, fürsorgliche Ansprechpartner.

Haus, Garten und Vereine

30 Jahre lang war die Vogelzucht die große Leidenschaft des naturverbundenen 94-Jährigen. Auch die Ortsvereine wie Freiwillige Feuerwehr, Sport- oder Faschingsverein konnten stets auf ihn zählen. Die 97-jährige Seniorin widmete sich neben Beruf und Familie ihrem Haus und Garten.

Früher unterstützte sie ihren Mann bei der Kleintierzucht, die damals Voraussetzung für den Siedlungshausbau war. Was wünscht sich das Jubelpaar selbst zum Ehrentag? Zufriedenheit klingt aus den Worten der Jubilarin, wenn sie sagt: »Dass alles so weiter geht wie bisher, gute Gesundheit und ein ungetrübter Lebensabend im Kreise der Familie«.

Gefeiert wird die Platinhochzeit heute mit Familie, Verwandten und Weggefährten im Hotel-Gasthof »Spessarttor« in Lohr-Wombach. Mit großer Freude erwartet die Seniorin ihren Bruder aus Red Deer in Kanada.

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