Marktheidenfeld

Mit menschlicher Wärme christliche Werte vermittelt

Pfarrerin Margarete Allolio bei ihrer Verabschiedung. Foto: Martin Harth

Da stand sie nun am Sonntagmorgen auf der Kanzel der Marktheidenfelder Friedenskirche. Ein letztes Mal predigte Margarete Allolio als Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde von Marktheidenfeld, denn während des Gottesdienstes sollte sie nach gut sechsjähriger Tätigkeit aus ihrem Amt offiziell in den Ruhestand entlassen werden.

Sie sprach über die Tugend der Demut vor Gott, von Anstand und Respekt und über die Herausforderungen für gläubige Christen bei Gewissensfragen wie der Bewahrung der Schöpfung oder der Bewältigung der weitweiten Folgen von Migration und Vertreibung. Große Dankbarkeit schlug der in Würzburg lebenden Pfarrerin, deren Engagement in der Stadt spürbar wurde, an diesem Tag in vielfältiger Form entgegen. Dies drückte sich im voll besetzten Kirchenraum auch in den festlichen musikalischen Beiträgen des Posaunenchors, des Projektchors und der Instrumentalisten auf Orgel und Gitarre aus.

Till Roth, Evangelisch-Lutherischer Dekan aus Lohr, würdigte die Persönlichkeit Allolios , bevor er sie aus ihrem Amt entließ. Nach Studium und ersten Erfahrungen nach der Ordination als Pfarrerin im Jahr 1988 führte der Lebensweg die heute 62-jährige Margarete Allolio schon bald nach Würzburg, wo ihr Mann als Arzt und Medizin-Professor tätig war. Er verstarb nach schwerer Krankheit vor wenigen Jahren und die Pflege nahmen wie der Abschied und der persönliche Verlust die Kraft der Pfarrerin deshalb in ihrer Marktheidenfelder Zeit überdies besonders in Anspruch.

Aufgrund der Anstellungspraxis der Landeskirche konnte Allolio, aus einer anderen Landeskirche kommend, in Bayern zunächst keine Pfarrstelle antreten. Ihrer Kirche blieb sie im seelsorgerischen und religionspädagogischen Dienst dennoch eng verbunden. Sie qualifizierte sich im Würzburg Sankt Johannis besonders im Bereich der Klinikseelsorge.

Als sich im Jahr 2013 dann die Chance dazu bot, strebte Allolio die zweite evangelische Pfarrstelle in Marktheidenfeld an und erwies sich schon bald als Glücksfall für die größte Gemeinde im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Lohr, stellte Till Roth fest. Neben der üblichen Gemeindearbeit habe sie spürbare Schwerpunkte in der Jugend- und der Flüchtlingsarbeit gesetzt. Der Dekan dankte und sprach seine Anerkennung aus.

Die halbe Pfarrstelle in Marktheidenfeld müsse vorerst vakant bleiben. Man habe aber bereits eine passende Stellenausschreibung formuliert und sehe gespannt den kommenden Bewerbungen entgegen.

Bei einem sich im evangelisch-lutherischen Gemeindehaus anschließenden Empfang musizierte der Kammermusikkreis der Volkshochschule unter Leitung von Stefanie Leser, dem sich Margarete Allolio als Violinistin angeschlossen hat und künftig als Musikerin auch treu bleiben wird. Als Vertreter der Kommunalpolitik dankten Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder und stellvertretende Landrätin Sabine Sitter (Gräfendorf) für einen offenen und vertrauensvollen Umgang und wesentliche Impulse bei der Vermittlung christlicher Werte für den politischen Alltag.

Für die katholische Kirchengemeinde betonten Dekan, Pfarrer Hermann Becker und Gemeindereferentin Rita Geißler gemeinsam das gute ökumenische Zusammenwirken in der Stadt, um das sich Pfarrerin Allolio im Rahmen vieler Veranstaltungen und Zusammentreffen in gegenseitiger Wertschätzung besonders verdient gemacht habe. Birgit Abel, Vertrauensfrau des Kirchenvorstands der evangelisch-lutherischen Gemeinde hob die menschliche Wärme und Nähe hervor, mit denen Allolio ihren Dienst verrichtet habe. Sie überreichte einige Stauden für den Garten als Geschenk und lud mit einem Gutschein für das Wonnemar zum Wiedersehen in Marktheidenfeld ein.

Für das Pfarrkapitel des Dekanats Lohr meldete sich nochmals Dekan Till Roth dankend zu Wort. Bevor Margarete Allolio bewegt für all die gute Worte dankte, verabschiedete sich auch ihr bisheriger Marktheidenfelder Kollege, Pfarrer Bernd Töpfer mit einer launig gereimten Rede über den Alltag der Pfarrerin in der Gemeinde und einem Teddybären als Abschiedsgeschenk.

Danach lud die Pfarrgemeinde zu einem bunten Fest mit vielen Angeboten rund um das Gemeindehaus ein. Am frühen Nachmittag wurde die Veranstaltung bei einer Andacht mit einem gemeinsamen Singen in der Friedenskirche beendet.

Verabschiedung in der evangelisch-lutherischen Friedenskirche: (von links) Pfarrerin Margarete Allolio, Dekan Till Roth und Pfarrer Bernd Töpfer. Foto: Martin Harth
Beim Gottesdienst sang der Projektchor der Kirchengemeinde. Foto: Martin Harth

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