Lohr

Mit vielen Kleinspenden zum Projekt

Auch wenn der Kunstrasenplatz am TSV-Heim an der Jahnstraße bereits in Betrieb ist, sucht die Fußballabteilung des Vereins weiterhin per Crowdfunding nach Sponsoren, die bei der Finanzierung mithelfen. Foto: Thomas Josef Möhler

Was tun, wenn man ein Projekt hat, aber zu wenig Geld, um es umzusetzen? Man sammelt das Geld bei anderen Leuten ein. Das sogenannte Crowdfunding hat sich in den letzten Jahren auch für regionale Vorhaben etabliert, vorangetrieben durch Internetportale der Sparkasse und der Raiffeisenbank.

Überaus erfolgreich hat der Tierschutzverein Main-Spessart Geldgeber für sein »Katzendorf« im Portal der Raiffeisenbank gesucht. In einem ausbruchssicheren Außengehege mit Rückzugsmöglichkeiten sollen, angegliedert ans Tierheim in Lohr, wilde Katzen untergebracht werden. 5000 Euro wollte der Verein bis zum 3. Oktober einsammeln, bereits jetzt haben 128 Unterstützer 6741 Euro zur Verfügung gestellt.

Der Förderverein des Balthasar-Neumann-Gymnasiums in Marktheidenfeld will 1500 Euro für eine Kletterwand für das P-Seminar Sport auftreiben. 16 Unterstützer haben bislang 1055 Euro gespendet, die Aktion läuft noch 28 Tage. Erfolgreich abgeschlossen hat die DJK Wombach die Suche nach 5000 Euro für einen Rasenmähroboter für den Sportplatz. Von 249 Unterstützern bekam der Verein 6006 Euro.

Größere Reichweite

Das Crowdfundingportal der Sparkasse Mainfranken Würzburg arbeitet mit der gemeinnützigen Plattform www.betterplace.org zusammen, Deutschlands größter gemeinnütziger Online-Spendenplattform, um eine größere Reichweite zu gewinnen. Bei einer Registrierung im Sparkassenportal erscheint das Projekt automatisch auch bei Betterplace.

Auf diesem Weg will etwa die Fußballabteilung des TSV Lohr für die Finanzierung des Kunstrasenplatzes für die Fußballjugend am Vereinsheim 8000 Euro auftreiben. 161 Spender gab es bislang, 2485 Euro fehlen noch. Die Partensteiner Musikanten möchten 3750 Euro in Lautsprecher und Verstärker investieren. 48 Spender meldeten sich bisher, 2510 Euro fehlen noch.

Realistische Summe anpeilen

Die Voraussetzungen, um Projekte anmelden zu dürfen, sind bei Raiffeisenbank und Sparkasse ähnlich. Der Projektträger muss als gemeinnützig anerkannt sein, seinen Sitz im Geschäftsgebiet der jeweiligen Bank haben und bei ihr über ein Vereins- oder Abwicklungskonto verfügen. Für das Vorhaben muss eine realistische Summe kalkuliert worden sein, eine detaillierte Projektbeschreibung muss vorliegen.

Bei der Raiffeisenbank Main-Spessart ist Susanne Schreck für das Spendenportal zuständig. »Wir reden vorher mit den Vereinen und Institutionen und beraten sie, was überhaupt förderfähig ist, was Sinn macht und was nicht«, erläuterte sie auf Anfrage der Redaktion. »Das macht kein Algorithmus, das machen bei uns Menschen.«

Worauf kommt es an, damit ein Projekt erfolgreich ist? Diese Frage beantwortete Schreck mit: »Viel Gefühl«. Die Bank und die Projektträger fragten sich gemeinsam: »Finde ich genug Menschen in meiner Umgebung, die das unterstützen würden?« Es liege ganz entscheidend am Verein, wie er sein Projekt kommuniziere.

Unterstützer aktivieren

Die Raiffeisenbank bringe das Vorhaben auch in ihre Netzwerke ein, doch vor allem der Verein müsse seine Leute aktivieren, besonders über die sozialen Medien. Ganz wichtig sei dabei, dass sich der Verein auf ein Vorhaben konzentriere und nicht »drei-, vier- oder fünfgleisig fährt, dann verläuft das Ganze«.

Die Sparkasse Mainfranken betreut ihr Spendenportal nach Angaben ihres Abteilungsleiters Kommunikation, Stefan Hebig, zusammen mit betterplace.org. Diese Plattform prüfe alle Anmeldungen formal. Da sich nur gemeinnützige Organisationen anmelden könnten und die Projekte Einrichtungen in der Region zugute kommen müssten, sei zudem eine Plausibilitätsprüfung möglich.

Bisher habe noch kein Projekt von der Plattform entfernt werden müssen. »Allerdings mussten wir einzelne Anmeldungen ablehnen, die nicht den Kriterien entsprochen haben«, so Hebig. Förderlich für den Erfolg eines Spendenaufrufs seien eine gute Projektbeschreibung mit Fotos oder Videos und ein realistisches Spendenziel. Die bisherigen Projekte hätten im Durchschnitt 1500 Euro eingesammelt.

Viralen Effekt nutzen

Auch Hebig betonte die Wichtigkeit, dass die Projektträger selbst Werbung und Öffentlichkeitsarbeit im eigenen Verein und in der Region machen. Dazu gehöre auch ein motiviertes und für Online-Lösungen offenes Umfeld, das den Spendenaufruf in den sozialen Netzwerken teile (»viraler Effekt«) und sich selbst mit einer Online-Spende beteilige.

Der Weg zum Crowdfunding-Erfolg: Das Spendenbarometer, hier für das Tierheim Lohr, wird aktuell veröffentlicht, hier au... Foto: Screenshot

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