LOHR

Mitreißende Musik aus Klassik und Kaffeehaus

Cello'n' Coffee im Alten Rathaus: Vier Celli schenkten dem Publikum mit Klassik, Kaffeehaus- und Filmmelodien ein tolles Musikerlebnis. Foto: G. Büdel

Musik mit Hand und Herz bezauberte 90 Zuhörer am Freitagabend im Alten Rathaussaal. Das charismatische Ensemble „Cello'n' Coffee“ zeigte, dass ein Cello viel mehr sein kann als nur die tiefe Stimme im klassischen Streichquartett. Vier Vollblutmusiker ließen das Publikum staunen ob der Vielseitigkeit ihrer Talente und Instrumente.

Das Quartett Ruben Jeyasundaram, Tomo Rozman, Ivan Turkalj und Tilmann Wehle wurde von der Yehudi-Menuhin-Stiftung „Live Music Now“ aufgenommen. Die vier Studenten lernten sich vor zweieinhalb Jahren an der Musikhochschule Würzburg kennen und schätzen. Gemeinsam starteten sie das Experiment, „etwas auszuprobieren, womit wir Spaß haben können“.

Ein besonderes Konzert hatte Jürgen Baerwind, Vorsitzender des Kunst- und Kulturvereins Lohr, angekündigt. Die Besonderheit war die seltene Besetzung mit vier tiefen Streichern auf der Jahrhundertreise durch die Musikgeschichte. Dem Verein war es gelungen, das Ensemble, das gewöhnlich nur in sozialen Institutionen auftritt, nach Lohr zu holen. „Wir sind es nicht gewohnt, im Sinne des Konzertcharakters zu spielen“, betonte Ruben Jeyasundaram und ermunterte: „Sie dürfen tanzen und singen. Alles, was sie wollen.“ Im Altenheim etwa ließen die Senioren – von der Musik inspiriert – ihren Gefühlen freien Lauf.

Charmant moderierte der gebürtige Miltenberger Werke auf höchstem musikalischem Niveau. Kein Misston störte die vollkommende Harmonie. Immer blieb das Zusammenspiel sauber und rein. Der erste Programmteil gehörte der Klassik: Wolfgang Amadeus Mozart, Georg Philipp Telemann, Thomas Tallis (1505 – 1585) oder Julius Klengel (1859 – 1933). Einen Vorgeschmack auf die zweite Konzerthälfte gaben Kompositionen von Claude Debussy, Joseph F. Lamb und Eduard Pütz.

Nach der Pause wagte man sich ins Genre legendärer Kaffeehaus- und Filmmusiken aus den 30er und 50er Jahren. Die melodische Ausdruckskraft und das tiefe Einverständnis zwischen den Musikern verführte je nach Stimmungslage der Werke zum Mitsingen und Mitswingen oder zum Augen schließen – anregend und entspannend zugleich.

Der Beifall wollte kein Ende nehmen, erst nach vier Zugaben ließ das Publikum die Musiker ziehen. Zum guten Schluss erklang ein zauberhafter Walzer. „Es hat unheimlich viel Spaß gemacht“, sprach Baerwind wohl allen aus dem Herzen und dankte mit Frankenwein „für den sympathischen Abend“.

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