Mittelsinn

Mittelsinner Adventsmarkt wird immer größer

Der vermutlich größte Weihnachtsmarkt in der Region im Christbaumdorf Mittelsinn hebt sich beim Angebot deutlich von städtischen Märkten ab.
Heimelige Atmosphäre bei kulinarischen Genüssen herrschte in den schmucken Höfen Mittelsinns. Foto: Jürgen Gabel

Mittelsinn wurde am Wochenende seinem Prädikat als "Christbaumdorf" mehr als gerecht. Am ersten Tag des wohl größten Adventsmarktes der Region in dem 800-Einwohner-Dorf ließen sich unzählige Besucher von der heimeligen Atmosphäre verzaubern. Gerade am Spätnachmittag waren Straßen und Höfe gut gefüllt. Dankbar zeigten sich Veranstalter, Aussteller und Gäste, dass es trocken blieb.

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Adventsmarkt Christbaumdorf

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Ziel des 2016 aus der Taufe gehobenen Vereins ist es, die in Mittelsinn und Umgebung hergestellten regionalen Produkte der Öffentlichkeit vorzustellen und damit die Wertschöpfung für die Region zu erhöhen. Wichtigstes Ziel ist aber zweifelsohne, den Zusammenhalt der Bürger Mittelsinns zu unterstützen und die Dorfgemeinschaft zu stärken.

Das Christkind mit seinen drei Engeln eröffnete gemeinsam mit den Ehrengästen (hinten von links) Sabine Sitter, Mario Kölbl (Leiter der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth), Simone Engelhaupt, Alexander Hoffmann und Vorsitzendem Uwe Klug die Mittelsinner Adventsmärkte. Foto: Jürgen Gabel

Die Besucher schätzten die Liebe zum Detail und die Vielfalt der Angebote in den heimeligen Höfen. So empfing ein Hof seine Gäste mit "vom Himmel wachsenden Weihnachtsbäumen" und hatte die Schmunzler auf seiner Seite. Mit 400 Hektar Anbaufläche für Weihnachtsbäume im Sinngrund, davon 250 Hektar in Mittelsinn, ist hier die größte Anbaufläche Süddeutschlands. Die 30 Christbaumbauern liefern rund 150 000 Bäume im Jahr.

Mächtiger Christbaum begrüßte Besucher am Dorfeingang

Mittelsinn zeigte sich von seiner Schokoladenseite: Schon am Dorfeingang hieß eine mächtige geschmückte Nordmanntanne den Besucher willkommen. Die Straßen waren mit Christbäumen liebevoll dekoriert und am Abend leuchteten Kerzen in bemalten Gläsern. Gegenüber dem Vorjahr vergrößerte sich das Angebot noch einmal. In vielen Höfen luden Feuerschalen und wärmende Feuertonnen zum Verweilen ein, um die kulinarischen Köstlichkeiten genießen zu können. Allein 35 verschiedene warme Gerichte – von Wildspezialitäten, Twister-Fries, Leckereien vom Deutsch-Angus-Rind, auf Buchenholzkohle gebratenes Spanferkel, Aronia- oder Damwildbratwurst über die Dampfnudel bis zum ofenfrischen Schäufele – ließen die Geschmacksnerven jubilieren.

Wer etwas Süßes bevorzugte, war an der von Mittelsinner Frauen gezauberten Kuchentheke mit 52 verschiedenen Torten und Kuchen gut versorgt. Aber auch bei den Getränken konnte man sich die Palette von besonderen Glühweinrezepturen, Eierpunsch, heißen Vitamin-Bomben, dem Rauhnacht-Likör, Goikel-Bier, Säfte oder den edlen Tropfen an der Vinothek munden lassen.

Handwerkliches Angebot anders als auf städtischen Weihnachtsmärkten

Angenehm überrascht waren die Besucher vom geschmackvollen, handwerklich auf hohem Niveau gefertigten Sortiment. Dieser Markt hebt sich deutlich von dem üblichen Angebot großer städtischer Weihnachtsmärkte ab, die regionale Vielfalt steht im Fokus. Kunstwerke aus Holz, Metall, Papier oder anderen Materialien waren im Angebot. Der Gast konnte dem Bäcker am Holzbackofen, dem Koch und dem Bierbrauer der Höpfl-Bräu bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Auch stilvolle Dekoartikel und Strickwaren fanden ihre Kunden. Salami, Schinken, vieles vom heimischen Wild und leckerer Käse, heimische Brände und Liköre, selbstgebackene Plätzchen rundeten das Angebot ab. Die "Sternstunden" des BR fanden im Fundus aus Handgestricktem von Adelsberger und Mittelsinner Frauen viele Kunden für das Hilfsprojekt. Gegen Abend unterhielt der Musikverein Döngesmühle mit adventlichen Weisen in verschiedenen Höfen.

Neben Handgemachtem und kulinarischen Genüssen gab es auf dem Adventsmarkt im Christbaumdorf natürlich auch Weihnachtsbäume zu kaufen. Foto: Jürgen Gabel

Auch die Kinder kamen beim Quadfahren und Schießen mit dem Lasergewehr, beim Streicheln der beiden kuschligen Alpakas, Reiten auf den Holzpferdchen oder Bestaunen der mächtigen Angusrinder nicht zu kurz. Der Nikolausexpress lud zur Kutschfahrt zur Scheune am Bergsee ein und der Autor des neuen Spessartkrimis Tino Filippi stellte sein Werk "Nadelfieber-Mord im Christbaumdorf" vor.

Das Christkind und Politiker waren auch zugegen

Das Christkind (Marielle Gehrig) mit drei Engeln (Milena Heilmann, Lara Knobling, Emma Spindler), Vorsitzender Uwe Klug und Ehrengäste eröffneten unter der Linde mit Klängen des Mittelsinner Posaunenchors die Adventstage. Vorstandsmitglied Simone Engelhaupt erinnerte an die 33 Bürger, die vor drei Jahren den Verein aus der Taufe hoben. Heute bilden 160 Mitglieder eine starke Gemeinschaft. Stellvertretende Landrätin Sabine Sitter, die kurzfristig für den Landrat einsprang, genoss das Christbaumdorf, das in ganz Unterfranken hinein strahle. "Gemeinschaftssinn macht sich in Mittelsinn breit." Zeit für sich, den Nachbarn, auch für die Gemeinschaft, das empfinde er als Adventszeit, erklärte MdB Alexander Hoffmann. "Mittelsinn hat sich herausgeputzt."

Im Christbaumdorf konnten die Besucher auch ihren Christbaum finden: Der Käufer konnte dabei entscheiden, ob er ihn persönlich in der Kultur schlagen oder am Verkaufsstand erwerben möchte. Ein Euro pro verkauftem Baum ging dabei an die SOS-Kinderdörfer. Zum Anschluss des Jubiläums "60 Jahre Heilig-Geist-Kirche Mittelsinn" feierten Pfarrer Gunnar Zwing und Diakon Walter Konrad einen ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Schweinfurter Parforcehörnerbläser unter Leitung von Katharina Götz und Organist Volker Gärtner.

Am kommenden Wochenende 14./15. Dezember öffnen die Höfe wieder ihre Tore für die zweite Auflage des diesjährigen Adventsmarkts im Christbaumdorf.

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