Altfeld

Motor-Falke dreht seine Kreise über Altfeld

Die Altfelder Luftkutscher freuen zusammen mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Denk (links im Bild) über ihren Motor-Falken.
Die Altfelder Luftkutscher freuen zusammen mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Denk (links im Bild) über ihren Motor-Falken. Foto: Günter Reinwarth

Demnächst wird über Altfeld ein "Motor-Falke" seine Kreise ziehen. Seine technische Visitenkarte lautet SF 25 – 2 000  mit dem Funknamen "Uniform Whisky" und er steht im Hangar des Flugsportclubs Altfeld. Der hat mittlerweile neben dem Motorsegler fünf Segelflugzeuge und ein gut motorisiertes Motorflugzeug vom Typ Porsche-Remorquer mit einem 235-PS-Triebwerk.

Das technische Herz des Neuzugangs ist ein 80-PS-Motor. Was der Motor-Falke unter der Haube hat, sind unter anderem altbewährte Teile eines VW-Käfer-Triebwerks. Dabei handelt es sich um "technisches Zubehör", die für den Flugmotoren-Einsatz modifiziert worden sind. Ursprünglich wurde der "Falke" von der Firma Scheibe im oberbayerischen Dachau als der weltweit am meisten gebaute Motorsegler produziert. Später wurde die Fertigung von der Firma Sammet in Heubach auf der Schwäbischen Alb übernommen.

400 Kilometer Streckenflug

Wenn der Altfelder Falke auf Reisen geht, kann er locker mit einem vollen Super-Plus-Tank einen Alpenrundflug unternehmen oder runde 400 Kilometer Streckenflug zurücklegen. Und wenn der Sprit einmal knapp werden sollte, dann kommt der Name "Reise-Motorsegler" ins Spiel. Im Klartext heißt dies: Einem Falken geht nicht gleich die Luft aus,  vorausgesetzt, die thermischen Aufwinde blasen kräftig unter die Tragflächen und lassen den Piloten nicht im Stich. Wenn der Hersteller dem Flieger zum Beispiel eine Gleitzahl von 1:23 attestiert, dann bedeutet dies in der Praxis, dass aus einer Höhe von 1000 Metern noch ein motorloses Schweben von 23 Kilometern möglich ist. Und wenn einmal an "Hammerwetter-Tagen" die als "Bärte" in der Fliegersprache bezeichneten Aufwinde für ein Steigen von mehreren Sekunden-Metern sorgen, kann der "Falke" den Heimflug zum "Altfelder Horst" zum Beispiel aus dem Raum Bad Mergentheim sogar noch im lautlosen Schweben zurück legen.

Flüge auch im Winter möglich

Je nach Ausstattung müssen in einen neuen Motorsegler rund 115 000 Euro investiert werden. Was hat die Altfelder Luftkutscher motoviert, ihren Flugzeugbestand um einen weiteren Flieger aufzustocken? Vorsitzender Jürgen Denk, der sich zusammen mit seinen Kollegen Horst Ostrowski und Nils Eilbacher um die die Ausbildung der Nachwuchspiloten kümmert, weiß spontan eine Antwort. "Wir können jetzt auch im Winter fliegen, wenn eigentlich der Segelflug ruht", weiß Denk. Für den Club entstehe praktisch keine Ausbildungspause mehr. Zumindest die technische Grundausbildung könne zusammen mit dem Theorie-Unterricht im "Fliegerstüble" fortgesetzt werden. Und wenn sich  tatsächlich der Wettergott im Spätherbst noch einmal von seiner schönen Seite zeigen sollte, dann ist in Altfeld immer noch ein "Luftsprung" möglich, weil der Platz schon vor vielen Jahren mit einer Asphaltpiste versehen wurde.

Jürgen Denk nennt weitere Gründe, die für den "Falken-Kauf" sprechen.  Zum einen müssen ausgebildete Segelflieger, wenn sie die Motorsegler-Lizenz erwerben wollen, nur weitere sechs Flugstunden, davon vier mit einem Fluglehrer, in ihrem Flugbuch nachweisen. "Aus-Flüge" mit einem "Falken" sind übrigens auch mit dem kleineren Geldbeutel erschwinglich. Und wer einen Privat-Pilotenschein (PPL) erwerben möchte, benötigt nur weitere 21 Flugstunden auf einem "Falken" – weitaus weniger, als wenn Flugschüler nur den PPL anstreben. Dann könne man den Motorflugschein um einige Tausend Euro günstiger haben, rechnet Denk vor. Bislang besitzen in Altfeld fünf Piloten den Motorsegler-Flugschein.  Die Tendenz sei steigend.

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