GEMÜNDEN

„Musikalische Juwelen“ im Kloster

Bekannte Balladen: Pianistin Renate Palder begleitete den Tenor Ewald Bayerschmidt im Festsaal des Kreuzklosters.
Bekannte Balladen: Pianistin Renate Palder begleitete den Tenor Ewald Bayerschmidt im Festsaal des Kreuzklosters. Foto: Herbert Hausmann

Ein großer Musikabend mit allerdings nur kleinem Publikum fand am Freitagabend im Festsaal des Klosters der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz statt. Unter dem Titel „Mystik-Zauber-Nacht“ hatte der Tenor Ewald Bayerschmidt zu einem Liederabend mit bekannten Balladen geladen.

„Eine Schatztruhe mit neun musikalischen Juwelen“, so hatte der Literaturwissenschaftler Dr. Wolfgang Jahn aus Forchheim den Besuchern einen besonderen Abend versprochen. Dieses Versprechen löste der seit vier Jahren zum Kreis der Mitwirkenden bei den Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen zählende Ewald Bayerschmidt ein. Er trug Balladenvertonungen von Robert Schumann, Franz Schubert, Hugo Wolf und Carl Loewe vor.

„Das Wort Ballade entstammt der okzitanischen Sprache der südfranzösischen mittelalterlichen Troubadourdichtung. Es bezeichnete ursprünglich eine Gattung des Tanzliedes“, erklärte er in seiner Moderation. Demnach ist eine Ballade in der Klaviermusik eine formal nicht festgelegte Gattung des 19. Jahrhunderts.

Marseillaise in Gemünden

Bayerschmidt holte als erste von drei Juwelen aus der Feder von Robert Schumann die „Frühlingsfahrt“ hervor, gefolgt von „Die beiden Grenadiere“. Dieses bemerkenswerte Stück des damals 30-jährigen Schumanns erzählt die Geschichte von zwei Grenadieren, die dem französischen Kaiser und Feldherrn Napoleon frei ergeben sind und sogar ihr Leben geben. Untermalt wurde die Ballade von der Marseillaise, der französischen Nationalhymne, die im Jahr 1792 von dem Offizier Rouget de Lisle einst als „Kriegslied für die Armee am Rhein“ geschrieben worden war. Als drittes Juwel entnahm Bayerschmidt die Ballade „Belsazar“, die Geschichte des Königs von Babylon, der Schatztruhe.

Balladen erzählen oft von Liebe, unerwiderter Liebe und nicht selten vom tragischen Tod des Paares. „Insgesamt sechs Leichen und ein totes Pferd“, zählte Moderator Wolfgang Jahn in den neun zu Gehör gebrachten Balladen an diesem Abend.

So auch in „Der Zwerg“ von Franz Schubert. Hier beendet eine Königin die ungleiche Liebe zu einem Zwerg und wendet sich wieder ihrem königlichen Gemahl zu. Dass diese Wende später tödlich endet, ist genau so verständlich wie in der Geschichte „Der Feuerreiter“ von Hugo Wolf. Wo der Reiter mit der roten Mütze auftaucht, wütet die Feuersbrunst. Eindrucksvoll wurde die jeweilige Feuerglocke von der Kulmbacher Pianistin Renate Palder, die Ewald Bayerschmidt begleitete, am Flügel geschlagen.

Gleich mit vier Balladen erinnerte Ewald Bayerschmidt an den großen Komponisten Carl Loewe. Dessen wohl bekannteste Ballade der „Erlkönig“, von der es mehr als 50 verschiedene Versionen bekannter Komponisten gibt, kam genauso zur Aufführung wie die altdänische Geschichte von „Herrn Oluf“, die traurige Geschichte von „Archibald Douglas“ sowie die Erlebnisse von „Graf Eberstein“. Als Zugabe gab es für die Besucher „Der heilige Franziskus“.

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