Hösbach/Aschaffenburg

Nach Hochzeitskorso auf A3: Fahrer wollten Führerscheine zurück

Sie fuhren in Kolonne auf der Autobahn und feuerten aus einer Schreckschusspistole. Seit Februar wird gegen die Hochzeitsgesellschaft ermittelt. Das ist der Stand.
In 15 Fahrzeugen war die Hochzeitsgesellschaft auf der Autobahn bei Hösbach (Symbolbild) unterwegs. Foto: Federico Gambarini, dpa

Im Februar hatte eine Hochzeitsgesellschaft auf der A3 für Chaos gesorgt: Wie die Polizei damals berichtete, waren die Feiernden an einem Freitagnachmittag zwischen den Anschlussstellen Hösbach (Lkr. Aschaffenburg) und Aschaffenburg-Ost in einer Fahrzeugkolonne aus 15 Autos unterwegs. Dabei verlangsamten sie immer wieder ihre Fahrt, führten riskante Bremsmanöver durch und fuhren nebeneinander. Zudem schossen die Insassen der mit türkischen Flaggen geschmückten Autos mehrfach mit einer Schreckschusspistole.

Gutachten in Arbeit

"Die Ermittlungen gegen die an dem Autokorso beteiligten Verkehrsteilnehmer dauern an", heißt es bei der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg auf Nachfrage. Die Untersuchungen umfassen demnach sowohl die Frage, ob ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorliegt, als auch die verkehrsrechtliche Beurteilung. So werde derzeit "ein verkehrsanalytisches Gutachten" erstellt, sagt Oberstaatsanwalt Axel Weihprecht.

Mehrere Streifen der Verkehrspolizei Aschaffenburg und umliegender Dienststellen hatten damals nach der Hochzeitsgesellschaft gefahndet, die sich schnell auf das Stadtgebiet Aschaffenburg verteilt hatte. Schließlich war es den Beamten gelungen, einzelne Fahrzeuge ausfindig zu machen und unter anderem das Brautpaar zu fassen. In den Fahrzeugen der Hochzeitsgesellschaft hatte die Polizei unter anderem eine Schreckschusspistole samt Munition, nicht zugelassene Feuerwerkskörper sowie einen Schlagring sichergestellt.

Kommt es zu einer Verhandlung?

Den Fahrern wurde anschließend vorläufig die Fahrerlaubnis entzogen. Wie Weihprecht berichtet, hatten mehrere von ihnen dagegen Beschwerde eingelegt. Das Landgericht Aschaffenburg habe diese allerdings verworfen. Insoweit bleibe es in den Fällen bei dem vorläufigen Fahrverbot.

Ob es in dem Fall noch zu einer mündlichen Verhandlung kommt, ist offen. Grundsätzlich ist laut Weihprecht "eine Ahndung im Strafbefehlsweg denkbar". Sollten die Betroffenen aber auch dagegen Einspruch einlegen, käme es zu einer Hauptverhandlung. 

Schlagworte

  • Hösbach
  • Aschaffenburg
  • Benjamin Stahl
  • Auto
  • Beamte
  • Fahrzeuge und Verkehrsmittel
  • Landgericht Aschaffenburg
  • Munition
  • Oberstaatsanwälte
  • Polizei
  • Schlagringe
  • Staatsanwaltschaft
  • Staatsanwaltschaft Aschaffenburg
  • Verkehrspolizei
  • Verkehrsrecht
  • Verkehrsteilnehmer
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
8 8
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!