Hafenlohr

Nach der Wahl: Was sich in der Hafenlohrer Politik nun ändern wird

Sowohl Thorsten Schwab als auch seine unterlegene Gegenkandidatin Katja Wagner-König bewerten das Wahlergebnis als "in Ordnung". Der Gemeinderat wird sich verändern.
Der im Amt bestätigte Bürgermeister Thorsten Schwab und seine Herausforderin Katja Wagner-König.
Der im Amt bestätigte Bürgermeister Thorsten Schwab und seine Herausforderin Katja Wagner-König. Foto: Schwab

Mit einem Ergebnis von knapp über 70 Prozent ist Thorsten Schwab in Hafenlohr und Windheim als Bürgermeister bestätigt worden. Seine Gegenkandidatin Katja Wagner-König kam auf knapp 30 Prozent. 

Nachgefragt bei Thorsten Schwab, bezeichnet er das Ergebnis als "in Ordnung". Die Stimmungslage im Ort beschreibt er als positiv. Weniger schön hat er den Wahlkampf erlebt. Er sei persönlich beleidigt und beschmipft worden. "Das war schon unverschämt", sagt er. Er sieht darin ein großes Problem, denn wenn das Trend werde, stelle sich wahrscheinlich kaum einer mehr für ein solches  Amt zur Verfügung.

Sechs Männer und sechs Frauen im Ratsgremium

Für den Landkreis eher ungewöhnlich ist die neue Zusammensetzung des Gemeinderats Hafenlohr: Sechs von zwölf Mitgliedern sind Frauen. Neu dabei sind für die CSU die 29-jährige Johanna Weis und die 38-jährige Patricia Stein. Die Anzahl ihrer Mitglieder ist dabei für die CSU gleich geblieben, sie hat weiterhin sechs Sitze. Dafür hat die SPD/Bürgerblock einen Sitz an die FWG abgegeben. Somit kommt die SPD/Bürgerblock auf zwei Mitglieder, die FWG auf vier. Neue Vertreter bei der FWG sind Katja Wagner-König und Manuel Fischer. 

Nicht mehr angetreten und somit freiwillig aus dem Gemeinderat ausgeschieden sind Anton Weis, Gerd Dobesch und Gabriele Müller. "Anton Weis war jetzt 30 Jahre dabei", so Thorsten Schwab. Und auch Gerd Dobesch, der frühere Leiter der FOS/BOS hat mit Beendigung seiner Berufszeit entschieden, auch mit der Gemeinderatsarbeit Schluss zu machen. Wilfried Schmidke hingegen sei knapp rausgefallen. 

Wie er den Wahlabend erlebt hat? Er habe sich seit vergangenen Freitag fast ausschließlich um die Corona-Krise gekümmert. Die Wahl rückte dann erst am Sonntag ab 17 Uhr wieder in den Fokus. Als Landtagsabgeordneter werde er mit Fragen aus allen Richtungen überhäuft. Zuletzt bekam er Anfragen von Bürgermeistern aus Main-Spessart, die sich Sorgen machten, ob die Briefwahl aufgrund des verringerten Personals in allen Bereichen in zwei Wochen zu stemmen sei oder ob man diese nicht verschieben könne. 

Wagner-König sieht positive Auswirkungen ihrer Kandidatur 

Obwohl sie gegen Thorsten Schwab verloren hat, ist Katja Wagner-König zufrieden mit dem Ergebnis: "Gegen einen Bürgermeister und Landtagsabgeordneten sind für mich 30 Prozent vollkommen in Ordnung", sagt sie. Die Kandidatur bereut Wagner-König nicht, im Gegenteil. Weil sie antrat, habe sich die CSU mit vielen Themen auseinandersetzen müssen, über die zuvor nicht gesprochen wurde. "Aufgrund der Wahl hat sich viel getan." Weil es mit ihr eine Gegenkandidatin gegeben habe, seien viele Themen sichtbar geworden. Als Beispiel nennt sie den Jugendraum. 

"Meine Themen aus dem Wahlkampf werden die sein, die in den nächsten Monaten angegangen werden", sagt Wagner-König, die es in den Gemeinderat geschafft hat und den Posten auch wahrnehmen wird. Im Gemeinderat will sie weiterhin als parteilos in Erscheinung treten. So sei im Wahlkampf die Stimmung gut gewesen, solange es um ihre Themen (mehr Bürgernähe) und die ihrer Gemeinderatskandidaten ging. Sicherlich ein paar Stimmen habe es sie gekostet, als ein paar Mitglieder der FWG private Angelegenheiten mit Schwab in den Wahlkampf getragen hätten.

Und trotzdem: "Die Kandidatur war das Richtige", sagt Wagner-König. Man lerne die Menschen ganz anders kennen. Dass sechs Frauen es in den Gemeinderat geschafft haben, freut sie zusätzlich. Und in sechs Jahren würde sie vielleicht einen neuen Anlauf wagen. Aber bis da hin gibt es noch eine Menge Arbeit zu stemmen.

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